Das „Panel Gesundheitsförderung“ ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung, die erstmals im September 2023 durchgeführt wurde und mehrmals pro Jahr wiederholt wird. Befragt wird eine repräsentative Stichprobe der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren.
Im Rahmen des "Panel Gesundheitsförderung" wurden erstmals Daten zur psychosozialen Gesundheitskompetenz der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren erhoben. Zudem wurden in der sechsten Welle Daten zur digitalen Gesundheitskompetenz erfasst. Weitere Datensammlungen zur Gesundheitskompetenz sind geplant.
Erhebung zur psychosozialen Gesundheitskompetenz
Damit Menschen ihre psychische Gesundheit schützen und erhalten und im Bedarfsfall die bestehenden Angebote nutzen können, ist es wichtig, dass sie notwendige Informationen und Angebote finden, verstehen und einschätzen können. Dabei kommt der psychosozialen Gesundheitskompetenz eine tragende Rolle zu.
Psychosoziale Gesundheitskompetenz (PSGK) verweist auf das Ausmaß, in dem Menschen in der Lage sind, auf Informationen, Angebote und Ressourcen zuzugreifen und diese zu verstehen, zu bewerten und zu nutzen, um psychosoziales Wohlbefinden und Resilienz zu erhalten und zu fördern, psychosoziale Herausforderungen und Belastungen zu bewältigen und mit psychischen Problemen und Erkrankungen umzugehen. Sie entsteht im Zusammenspiel von persönlicher Motivation, individueller Kompetenzen und der Informations- und Angebotsumwelt und wird durch die sozialen, organisationalen und kulturellen Kontexte geprägt, in denen Menschen aufwachsen, lernen, arbeiten und leben (Griebler et al. 2024).
Zentrale Ergebnisse
- In allen vier Themenbereichen der psychosozialen Gesundheitskompetenz (PSGK) werden Aufgaben, die sich auf das Finden und Verstehen von Informationen beziehen, als einfacher bewertet, während Aufgaben, die das Beurteilen und Anwenden der gefundenen/erhaltenen Informationen betreffen, als schwieriger eingestuft werden (siehe Factsheet).
- Über alle PSGK‐Themenbereiche hinweg haben vor allem Personen ab 60 Jahren und Personen ohne Matura oder einem höheren Bildungsabschluss größere Schwierigkeiten.
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Mehr InformationenErhebung zur digitalen Gesundheitskompetenz
Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Informationsquellen sowie dem wachsenden Einfluss der Digitalisierung auf die medizinische Versorgung und den gesundheitsbezogenen Lebensstil – etwa durch Online‑Systeme zur Terminvereinbarung, Videokonsultationen oder Gesundheits-Apps – gewinnt die digitale Gesundheitskompetenz der Bevölkerung immer stärker an Bedeutung.
Digitale Gesundheitskompetenz verweist auf das Ausmaß, in dem Menschen in der Lage sind, digital verfügbare Gesundheitsinformationen zu finden, darauf zuzugreifen, sie zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden, gesundheitliche Anliegen online zu kommunizieren – etwa in Online-Foren, sozialen Medien oder Videogesprächen – sowie gesundheitsrelevante digitale Angebote adäquat zu nutzen (Le et al. 2024; Levin-Zamir et al. 2025). Sie resultiert aus dem Zusammenspiel individueller Kompetenzen und der Zugänglichkeit, Verständlichkeit, Qualität und Benutzerfreundlichkeit digitaler, gesundheitsbezogener Informationen und Angebote.
Zentrale Ergebnisse
- 77 % der österreichischen Bevölkerung haben 2024 gesundheitsbezogene digitale Geräte, Angebote oder Apps genutzt – am häufigsten Webseiten zu medizinischen oder gesundheitsbezogenen Themen, das Serviceportal der österreichischen Sozialversicherungsträger „MeineSV“ sowie Online-Systeme zur Terminvereinbarung mit einem bzw. einer Gesundheitsdienstleister:in. Videokonsultationen mit einem bzw. einer Gesundheitsdienstleister:in werden hingegen bislang vergleichsweise selten genutzt – vermutlich auch aufgrund noch nicht etablierter Angebote,
- Die meisten der abgefragten digitalen Ressourcen wurden häufiger von Menschen mit chronischen Erkrankungen als von Menschen ohne chronische Erkrankung genutzt. Tendenziell zeigt sich dies auch bei Männern, Menschen unter 60 Jahren sowie bei Menschen mit höherer formaler Bildung,
- Die Mehrheit der Nutzer:innen berichtet von einer problemlosen Anwendung der jeweiligen digitalen Ressourcen. Allerdings gehört ein Großteil der Bevölkerung bislang nicht zu den Nutzenden.
- 67 % der Bevölkerung haben Schwierigkeiten, mit Onlinegesundheitsinformationen angemessen zurechtzukommen. Dies gilt häufiger für die ältere Bevölkerung sowie Nichtakademiker:innen. Die größte Herausforderung liegt in der Bewertung online verfügbarer Gesundheitsinformationen – insbesondere hinsichtlich ihrer Vertrauenswürdigkeit und möglicher wirtschaftlicher Interessen. Fast jede zweite Person gibt in diesem Zusammenhang Schwierigkeiten an.