Hand in Hand! In der Schwangerschaft rundum umsorgt

Einrichtung: FH Gesundheitsberufe OÖ
zuständige Leiterin: MMag. Bettina Schneebauer
Website der Einrichtung: www.fh-gesundheitsberufe.at
Maßnahmenkoordinatorin: Anita Feraritsch-Kalt, MSc
(geplante) Laufzeit: 22. Februar 2016 bis 30. Juni 2021
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


Das Projekt „Hand in Hand“ des Studiengangs Hebamme an der FH Gesundheitsberufe OÖ soll die Gesundheitskompetenzen stärken und fördern und zur strukturellen Integration von Asylwerberinnen, Asylantinnen und Migrantinnen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett beitragen.

Studierende des Studiengangs begleiten diese Frauen und helfen dabei die peripartalen Versorgungsstrukturen kennen und nutzen zu lernen. Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gehören zu den bewegendsten Erfahrungen im Leben von Frauen und Familien. Heute wissen wir, dass eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung der Kinder maßgeblich von fördernden Faktoren in den ersten Wochen und Monate abhängt. Die adäquate Nutzung von Leistungen des Gesundheitssystems stellt hier eine unumgängliche Ressource dar.

Dieses Projekt möchte dabei helfen und Eltern bei der Partizipation am und Integration in das Gesundheitssystem, bei der Schaffung einer förderlichen Umgebung für Ihre Kinder unterstützen. Der Anspruch des Projektes ist, ein niederschwelliges Beratungsangebot zu schaffen, welches den Bedürfnissen der Frauen und Familien entsprechend gestaltet ist:

  • Durch die Kontaktaufnahme über die Betreuungsorganisationen können zielgruppenspezifische Bedarfe konkretisiert werden.
  • Das Erstgespräch findet in den Unterkünften der Frauen und deren Familien statt. Alle Familienmitglieder sind willkommen.
  • Eine Dolmetscherin ist bei der Überwindung der sprachlichen Barriere behilflich.
  • Die Beratungsinhalte sind lebensnah und auf die jeweiligen Lebensrealitäten hin ausgerichtet und grenzen sich klar von medizinisch-fachlichen Themen ab.
  • Die zeitliche Planung der Beratungselemente wird den Zeitressourcen der Frauen und Familien entsprechend koordiniert.
  • Die Teilnahme am Projekt ist für die Frauen und Familien kostenfrei. Dadurch soll die Gesundheitskompetenz von Frauen mit Migrationshintergrund gefördert und gestärkt werden um eine gelungene Integration und Partizipation in das oberösterreichische Gesundheitssystem zu ermöglichen.

Die Gesundheitseinrichtungen profitieren von der adäquaten Inanspruchnahme der angebotenen Gesundheitsleistung. Im Fokus stehen die Entwicklung und der Aufbau von transkultureller Kompetenz und Kommunikation in der Hebammenausbildung sowie die Sensibilisierung für die jeweiligen Lebenswelten und Bedürfnisse von Frauen und Familien mit Migrationshintergrund.

 

Ausgangslage:


Wie von der WHO und in der Ottawa-Charta 1986 gefordert, ist die Erreichung von Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund eine der Hauptaufgaben in der Entwicklung von Gesundheitsförderungs- und Präventionsangeboten. Die Integration der Menschen in die Gesellschaft und die Möglichkeit zur Partizipation an wesentlichen Prozessen des sozialen Lebens werden als wichtiger Einflussfaktor auf die Gesundheit erkannt. Schwierige sozioökonomische und strukturelle Bedingungen, sprachliche und interkulturelle Barrieren, Diskriminierungs- und Stigmatisierungserfahrungen erschweren die Partizipation am Gesundheitssystem für Menschen mit Migrationshintergrund. Eine adäquate Nutzung der Leistungsangebote im Gesundheitswesen erfordert ein hohes Maß an Gesundheitskompetenz.

Jene Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen unzureichend Gesundheitskompetenz aneignen können, sind alleine schon dadurch benachteiligt. Die Schwierigkeit der Erreichbarkeit von vulnerablen Bevölkerungsgruppen machen zielgruppenangepasste Strukturen und Strategien im Gesundheitssystem notwendig. Die Geburt eines Kindes kann für alle Frauen als biographischer Übergang eine Herausforderung darstellen, Migrantinnen und Migranten können diese Phase aufgrund unterschiedlicher existentieller Krisen mitunter besonders belastend erleben. Unterschiedliche Studien untermauern die Tatsache, dass ein gesundheitsfördernder Lebensstil der Mütter unweigerlich den Gesundheitszustand der Neugeborenen nachhaltig positiv beeinflusst. Eine gesunde motorische, kognitive, soziale wie auch emotionale Entwicklung des Kindes bedarf einer sicheren Bindung zu den Bezugspersonen. Migration kann einen zum Teil traumatischen Entwurzelungsprozess darstellen, der bei Eltern in eine multifaktorielle Überforderung und Überlastung mündet. Umfassende Unterstützungsleistungen können so dazu beitragen, dass sich eine für das Kind stabile und entwicklungsfördernde Umgebung mit sichereren Bindungsprozessen entwickeln kann.

An diesem Punkt anknüpfend wurde das Projekt „Hand in Hand“ mit dem Ziel initiiert, Frauen und Familien mit Migrationshintergrund während Schwangerschaft Geburt und Wochenbett dabei zu unterstützen, Leistungen des Gesundheitssystems adäquat zu nutzen.

 

Methodik:


Im Zuge der Projekterarbeitung wurden die Studierenden in unterschiedlichen Lehrveranstaltungen konkret auf die Begleitung der Frauen und deren Familien vorbereitet, indem transkulturelle Handlungskompetenzen thematisiert wurden. Wissen über andere Kulturen, Empathie, Erfahrungsaustausch und Reflexion stellten dabei wesentliche Lehrinhalte dar.

Der Auf- und stetige Ausbau eines Netzwerkes mit relevanten Partnern (z.B. Caritas, Volkshilfe, Migrare, …) gewährleistet, dass ein Kontakt zu entsprechenden Frauen und Familien ermöglicht werden kann. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt über die betreuenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bzw. Betreuungspersonen der genannten Einrichtungen mit den Projektleiterinnen am Studiengang Hebamme. Bei Interesse für eine Teilnahme am Projekt „Hand in Hand“ wird ein Termin mit den Frauen und Familien vereinbart. Die Studentinnen besuchen daraufhin die schwangere Frau in ihrer Unterkunft und führen ein Erstgespräch durch. Die Anwesenheit einer Dolmetscherin, eines Dolmetschers wird in den meisten Fällen von der Sozialarbeiterin oder dem Sozialarbeiter organisiert, wobei es sich in fast allen Fällen um bekannte oder befreundete weibliche Personen der Betroffenen handelt. Dieses, von den Studentinnen durchgeführte Erstgespräch ist von einem fachlichen Beratungsgespräch klar abzugrenzen. Das Gespräch informiert Frauen und ihre Familien über Strukturen und Abläufe einer normal verlaufenden Schwangerschaft und Geburt sowie die Zeit danach.

Unter anderem werden Themen wie: „Was wird für die Geburt und dem anschließenden Aufenthalt im Krankenhaus benötigt?“ oder „Wie gestaltet sich der Ablauf der Geburt im Normalfall?“ im Erstgespräch behandelt. Bei Bedarf werden weitere Gespräche angeboten und so die Unterstützung bei der Inanspruchnahme unterschiedlicher Leistungen vor und nach der Geburt gewährleistet. Im Zuge des Projektes werden Frauen und ihre Familien vor und nach der Geburt informiert und dabei unterstützt, adäquate Versorgungs- und Betreuungsleistungen wie z.B. das im Mutter-Kind-Pass verankerte Hebammenberatungsgespräch, die Besichtigung eines Kreißzimmers oder der Besuch einer Stillberatung in Anspruch zu nehmen.

 

Beitrag zu Wirkungsziel 2:


Das Projekt „Hand in Hand“ des Studiengangs Hebamme an der FH Gesundheitsberufe OÖ soll die Gesundheitskompetenzen der vulnerablen Gruppe von Asylwerberinnen, Asylantinnen und Migrantinnen stärken und fördern und zur strukturellen Integration während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett beitragen.

Studierende des Studiengangs begleiten diese Frauen und deren Familien und helfen dabei die peripartalen Versorgungsstrukturen in Oberösterreich kennen und nutzen zu lernen. Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gehören zu den bewegendsten Erfahrungen im Leben von Frauen und Familien. Heute wissen wir, dass eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung der Kinder maßgeblich von fördernden Faktoren in den ersten Wochen und Monaten abhängt. Die adäquate Nutzung von Leistungen des Gesundheitssystems stellt hier eine unumgängliche Ressource dar. Dieses Projekt möchte dabei unterstützen und Eltern bei der Partizipation am und Integration in das Gesundheitssystem, bei der Schaffung einer förderlichen Umgebung für ihre Kinder unterstützen.

  • Förderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz von Frauen mit Migrationshintergrund um eine gelungene Integration und Partizipation in das oberösterreichische Gesundheitssystem zu ermöglichen.
  • Gesundheitspartner profitieren von der adäquaten Inanspruchnahme der angebotenen Gesundheitsleistung.
  • Entwicklung und Aufbau von transkultureller Kompetenz und Kommunikation in der Hebammenausbildung und Sensibilisierung für die jeweiligen Lebenswelten und Bedürfnisse von Frauen und Familien mit Migrationshintergrund.

Umsetzung

Im Rahmen des Projektes bieten Hebammenstudierende nach dem Erwerb transkultureller Handlungskompetenzen eine Begleitung für Frauen und deren Familien während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett an. Bei Bedarf und Interesse werden Gespräche und die Unterstützung bei der Inanspruchnahme unterschiedlicher Leistungen vor und nach der Geburt angeboten. Im Zuge des Projektes werden Frauen und ihre Familien vor und nach der Geburt informiert und dabei unterstützt, adäquate Versorgungs- und Betreuungsleistungen wie z.B. das im Mutter-Kind-Pass verankerte Hebammenberatungsgespräch, die Besichtigung eines Kreißzimmers oder der Besuch einer Stillberatung in Anspruch zu nehmen.

 

Zielgruppen:


im Setting Familie und Gemeinde (Mütter, Väter, Schwangere/werdende Eltern) und im Setting Gemeinde/Stadtviertel (Menschen mit Migrationshintergrund, Asylwerber/-innen und Flüchtlinge)

16.11.2017

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