Report zur Gesundheitskompetenz im Gesundheitssektor

Gesundheitskompetenz im Gesundheitssektor – unter diesem Leitthema griff der Careum Dialog 2017 die strategische Ausrichtung für Gesundheitskompetenz in den drei deutschsprachigen Nachbarländern Österreich, Deutschland und Schweiz auf.

 

In einem zielorientierten Dialog einer breiten Gruppe von hochrangigen Expertinnen und Experten wurden Handlungsfelder identifiziert, die für die Stärkung von Gesundheitskompetenz und die Umsetzung entsprechender Strategien wichtig sind.

 

Drei zentrale Fragen wurden diskutiert:

  • Was ist im Bereich Gesundheitskompetenz in den drei Ländern schon erreicht worden?
  • In welchen Bereichen des Gesundheitssektors besteht besonderer und prioritärer Handlungsbedarf?
  • Welche Akteurinnen/Akteure sind besonders gefordert?

Die Antworten auf die drei Fragen sind ein Auszug aus dem Careum Report 2017:

 

Was ist im Bereich Gesundheitskompetenz in den drei Ländern schon erreicht worden?


In allen drei Ländern sind in den letzten Jahren Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz angelaufen. Auch gemeinsam haben die Schweiz, Deutsch­land und Österreich erste Schritte unternommen, um die Gesundheitskompetenz durch Kooperationen im deutsch­sprachigen Raum zu stärken, beispielsweise durch die Veröffentlichung einer Zusammenfassung zum Thema „Gesund­heitskompetenz – Die Fakten“ und durch regelmäßige Treffen der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister.

 

In welchen Bereichen des Gesundheitssektors besteht besonderer und prioritärer Handlungsbedarf?


Die effektive Stärkung von Gesundheitskompetenz muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angegangen werden und erfordert einen intersektoralen Ansatz. Politische und institutionelle Rahmenbe­dingungen sowie soziale Netzwerke spielen eine entschei­dende Rolle in der Entwicklung und Ausprägung von Gesund­heitskompetenz. Deshalb müssen Systeme, Verhältnisse und Settings verändert werden, wenn Gesundheitskompetenz nachhaltig gestärkt werden soll. Die Förderung der Gesund­heitskompetenz von Institutionen, z. B. Betrieben und Behör­den und insbesondere von Gesundheitseinrichtungen (z. B. Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen) spielt im Rahmen einer umfassenden Strategie eine herausragende Rolle. Genauso wie die Beziehung zwischen Gesundheitsfachperso­nen und Patientinnen/Patienten bzw. ihren Angehöri­gen sowie Vertrauenspersonen gestärkt und verbessert werden muss.

Aber auch die Qualität von Gesundheitsinformationen spielt eine wichtige Rolle: Gesundheitsbezogene Informationen müssen evidenzba­siert, verständlich, nutzerfreundlich, transparent und unab­hängig sein, um informierte Entscheidungen zu ermöglichen und Patientinnen/Patienten zum selbstbestimmten Handeln zu befähigen.

Um die Qualität, Verständlichkeit, Nutzerfreundlichkeit, Transparenz und Unabhängigkeit von Informationen sicher­zustellen, sind standardisierte Verfahren der Entwicklung und Bereitstellung nötig, die von unabhängigen Gremien regelmäßig überprüft werden müssen. Patientenvertreterinnen/Patientenvertreter sollten in die Prozesse der Informationsentwicklung und -bereitstel­lung eingebunden werden.

Geplant ist außerdem ein durch die WHO koordiniertes Netz­werk, das eine regelmäßige, international vergleichbare Erhebung zu Gesundheitskompetenz sicherstellt. Denn es ist die Forschung, die dazu beiträgt, dass Internationale wissenschaftliche Vergleiche, nationale und internationale Handlungsbedarfe identifizieren und gute Praxis vorantreiben.

 

Welche Akteurinnen/Akteure sind besonders gefordert?


Um Gesundheitskompetenz zu fördern, ist eine gemeinsame, sektorenübergreifende Strategie nötig. Diese Strategie muss durch eine Vielzahl von gesundheitspolitischen Akteurinnen und Akteuren getragen werden, denn Gesundheitskompetenz kann nur durch eine Allianz aller Partnerinnen/Partner verbessert werden.

Eine Umfrage der Dialogteilnehmerinnen/Dialogteilnehmer zeigte, dass nur ein kooperativer Ansatz, der alle Akteurinnen/Akteure einbezieht, erfolgsver­sprechend ist. Bezüglich der Förderung von Kooperation und Vernetzung sind insbesondere politische Akteurinnen/Akteure und Kran­ken- und Sozialversicherungsträger gefordert, da sie die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Stärkung von Gesundheitskompetenz setzen.

Der gesamte Report Careum Dialog 2017 steht online zur Nachlese zur Verfügung unter:

12.05.2017

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