Premiere: reden über reden – ein Schulungs- und Informationsfilm über Kommunikation im Krankenhaus

Gute Kommunikation trägt zum Behandlungserfolg bei. Schlechte Kommunikation gilt sowohl auf Patienten- als auch auf Mitarbeiterseite als großer Stressfaktor. Der Schulungsfilm zeigt herausfordernde Gesprächssituationen im Krankenhaus und mögliche Lösungen.

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Am 24.05.2018 feierte der Schulungs- und Informationsfilm „reden über reden – Kommunikation im Krankenhaus“ im AKH Wien Premiere. Der Film zeigt, dass gelungene Kommunikation wesentlich zum Behandlungserfolg beiträgt.

 

Kommunikationsprobleme im Krankenhaus


Die Idee, einen Schulungsfilm zum Thema Kommunikation mit Patientinnen und Patienten zu erstellen, stammte von Renate Hadi, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und Pflegeberaterin im AKH Wien – Medizinischer Universitätscampus. Grundlage für ihr Engagement waren sowohl Befragungen der AKH-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, als auch Auswertungen von Patienten-Beschwerden. Die Ergebnisse der Befragungen und Auswertungen zeigten, dass circa 95 Prozent der Beschwerden auch auf eine gescheiterte Kommunikation zurückgeführt werden können.

 

Entstehung des Films


Renate Hadi lieferte neben der Idee auch das Film-Konzept, das von Helmut Wimmer umgesetzt wurde. Die Basis für die Themenbearbeitung bilden reale Fallbeispiele. Dadurch wird ein hoher Anteil an dokumentarischer Realität erreicht. Diese Darstellungen werden durch Expertinnen/Experten analysiert und Lösungsansätze diskutiert.

Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch den Wiener Krankenanstaltenverbund. An der Entstehung des ca. 1,5 Stunden langen Films waren rund 150 Personen vor und hinter der Kamera beteiligt, darunter einige Patientinnen/Patienten und viele Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter des AKH Wien. Der Film steht allen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern des Wiener Krankenanstaltenverbundes im Intranet zur Verfügung, öffentlich zugänglich ist der Trailer. Über den Produzenten Helmut Wimmer kann der Film bezogen werden: helmutwimmer@tele2.at

 

Gesprächssituationen im Krankenhaus


Der Film „reden über reden“  zeigt einerseits Kommunikationshindernisse: So zeigen und erklären beispielsweise ein Gehörloser, eine Frau mit Hörbeeinträchtigung und ein Mann nach einer Kehlkopfentfernung ihre unterschiedlichen Kommunikationsbedürfnisse. Dabei wird aufgezeigt, dass die deutsche Sprache nicht das einzige Kommunikationsmittel ist.

Andererseits zeigt der Film, dass jenseits vom „Ideal“,  Patientinnen und Patienten mitunter recht unterschiedliche Bedürfnisse haben. Im Umgang mit sehr fordernden oder „schwierigen“ Patientinnen/Patienten wird hervorgehoben, dass eine einheitliche Vorgehensweise des Behandlungsteams unumgänglich ist.

Die gezeigten Beispiele werden von Expertinnen und Experten kommentiert, unter ihnen der Palliativmediziner Harald Retschitzegger. Herr Retschitzegger überbringt in seinem beruflichen Alltag häufig schlechte Nachrichten und betont, dass das Wesentliche bei der Kommunikation das Zuhören ist.

Auch Schulungssituationen der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, in denen Patientengespräche geübt sowie reale Fallbeispiele nachgespielt und anschließend reflektiert werden, werden im Film gezeigt.

Dass auch die Beschilderung und die Auskünfte von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern im AKH wichtige Bestandteile der Kommunikation sind, zeigen zwei Menschen mit Lernschwierigkeiten. Diese sind auf der Suche nach einer Ambulanz, welche sie auch mit Hilfe der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter finden.

 

Details zum Film


Die im Film namentlich angeführten Expertinnen/Experten in alphabetischer Reihenfolge:

  • Eva Böhm, Gebärdendolmetscherin, Österreichischer Gebärdensprach-DolmetscherInnen- und -ÜbersetzerInnen-Verband
  • Christian Cohen-Brichta, DGKP, Psychiatrischer Konsiliardienst / Krankenanstalt Rudolfstiftung
  • David Galko, Verein BALANCE – Leben ohne Barrieren
  • Birgit Hladschik-Kermer, Psychotherapeutin, Medizinische Universität Wien
  • Astrid Holubowsky, DGKP, AKH Wien
  • Ilse Huber, DGKP Pflegeberaterin, AKH Wien
  • Jannine Jouja-Goryczka, DGKP, AKH Wien
  • Alexander Karla-Hager, Österreichischer Gebärdensprach-DolmetscherInnen- und -ÜbersetzerInnen-Verband
  • Adelheid Kastner, Psychiaterin, Kepler Universitätsklinikum – Linz
  • Eva Komenda-Prokop, Logopädin, AKH Wien
  • Valerie Lehner, Logopädin, AKH Wien
  • Tanja Palmetshofer, DGKP, AKH Wien
  • Harald Retschitzegger, Geriater und Palliativmediziner, Medizinische Universität Wien
  • Renate Rohrmüller, Verein BALANCE – Leben ohne Barrieren
  • Peter Schaufler, DGKP, Praxisbegleiter für Basale Stimulation, Internationaler Förderverein Basale Stimulation®
  • Ehrenfried Täuber, Verein der Kehlkopflosen und Halsatmer Österreichs

 

Kapitel des Films:

  • Fünf dokumentarische Schauspielkapitel zu den Themen: IdealpatientIn und schwierige Patientinnen/Patienten (Die Abhängigen, Die Ablehnenden, Die Fordernden, Die Selbstdestruktiven)
  • ExpertInnenkapitel zu den Themen: Sprache der Babies, Vielfalt der Sprachen, Gebärdensprache, Gehörbeeinträchtigung, Kehlkopflos, Aphasie und Wachkoma
  • Als „roter Faden“ testen zwei KlientInnen vom Verein Balance PatientInnenleitsysteme im Krankenhaus
  • Lehrsituationen (Informationsweitergabe, Beratungsgespräch, Überbringen einer schlechten Nachricht, …) werden zusätzlich in einzelnen Tools unabhängig vom Langfilm dargestellt.

 

Zum Trailer des Films

Über den Produzenten Helmut Wimmer kann der gesamte Film bezogen werden:  helmutwimmer@drei.at

28.06.2018

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