Lehrgang fördert Gesundheitskompetenzen in der außerschulischen Jugendarbeit

Der Zertifikatslehrgang „Jugend-ErnährungsmentorIn“ stellt eines der nachhaltigen Ergebnisse des Projektes GAAS, einer Maßnahme der ÖPGK, dar. Der Lehrgang richtet sich an Personen, die in der außerschulischen Jugendarbeit tätig sind und vermittelt praktisches Wissen für Gesundheitsförderungsprojekte.

GAAS ist ein Projekt zur Förderung der Gesundheitskompetenzen von Jugendlichen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung befinden. Ziel des Projektes ist es, die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen im NEET-Status (= not in education, employment or training) zu stärken.

Zielgruppe des im Rahmen von GAAS entwickelten Lehrgangs „Jugend-ErnährungsmentorIn“ sind Personen mit psychosozialer Grundausbildung, die im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit tätig sind. Denn sie stellen in ihrer täglichen Arbeit wichtige Bezugs- und Vertrauenspersonen für Jugendliche dar und werden häufig mit ernährungsbezogenen Fragen konfrontiert. Deshalb vermittelt der Lehrgang neben grundlegendem Ernährungswissen auch Methoden für die Entwicklung und Umsetzung kleiner Gesundheitsförderungsprojekte im Setting der außerschulischen Jugendarbeit. Den Absolventinnen/Absolventen hilft das erworbene Wissen, ihr Arbeitsumfeld gesundheitsförderlicher zu gestalten und die zu betreuenden Jugendlichen in ihrer Gesundheit positiv zu unterstützen.

Die Entwicklung des Lehrgangs „Jugend-ErnährungsmentorIn“ erfolgte im interdisziplinären Team durch die Fachhochschule St. Pölten (Studiengang Diätologie und Soziale Arbeit) und Universität Wien (Department für Ernährungswissenschaften). Darüber hinaus wurden weitere Gesundheitsexpertinnen und Gesundheitsexperten aus den Bereichen Physiotherapie und Psychologie in den Entwicklungsprozess miteinbezogen.

Bedarfsanalyse – der Grundstein für die Entwicklung

Um die Bedürfnisse, Wünsche, Ausbildungssituation, Rahmenbedingungen (z. B. Arbeitszeiten, Einsatz von Blended Learning), relevante Ernährungsthemen sowie das allgemeine Ernährungswissen der Zielgruppe des Lehrgangs zu erfassen, wurde eine Bedarfsanalyse mittels Fragebogenerhebungen und einer Fokusgruppe durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Ernährungswissen der befragten Personen als durchschnittlich eingestuft werden kann. Gewichtsreduktion, gesunde und preiswerte Ernährung im Alltag, Essstörungen sowie Ernährung und Sport zählen zu den wichtigsten Ernährungsthemen in der außerschulischen Jugendarbeit. Zur Vermittlung der Lehrinhalte sollen – ergänzend zur Theorie – praktische Methoden zum Einsatz kommen, da die Teilnehmenden diese in der außerschulischen Jugendarbeit umsetzen müssen. Darüber hinaus bevorzugt die Zielgruppe ein berufsbegleitendes Lehrgangsangebot mit Lehrveranstaltungen in Form von Blockunterricht.

Von der Theorie in die Praxis

Basierend auf den Ergebnissen der Bedarfsanalyse läuft der Pilot des Zertifikatlehrgangs „Jugend-ErnährungsmentorIn“ von März 2017 bis Oktober 2017. Das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot umfasst 8 ECTS und wird an der Fachhochschule St. Pölten und der Universität Wien durchgeführt. Den Lehrgangsteilnehmenden werden innerhalb eines Semesters Grundbegriffe gesunder Ernährung unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe Jugendlicher in außerschulischer Betreuung vermittelt. Außerdem lernen sie geeignete didaktische Methoden kennen, um ernährungsbezogene Inhalte zu transportieren. Zudem werden im Lehrgang Grundlagen der Gesundheitsförderung wie das biopsychosoziale Modell vermittelt. Darauf aufbauend initiieren die Lehrgangsteilnehmenden konkrete Projekte in ihrem Setting, wodurch der Praxistransfer der Lehrinhalte sichergestellt werden kann.

Die Gesundheit junger Menschen nachhaltig unterstützen

Nach Abschluss des Pilotlehrgangs wird dieser evaluiert und überarbeitet, sodass ein optimales Lehrgangsangebot für die Zielgruppe entsteht. Im März 2018 geht der überarbeitete Lehrgang „Jugend-ErnährungsmentorIn“ in den Regelbetrieb über und unterstützt die nachhaltige Etablierung von Gesundheit und Ernährung in jugendtypischen Settings.

Autorinnen: Mag. Claudia Winkler, BSc, Dr. Elisabeth Höld
Fachhochschule St. Pölten, Institut für Gesundheitswissenschaften, Studiengang Diätologie

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