Jugendzentren und Einrichtungen der mobilen Jugendarbeit qualifizieren sich für Gesundheitskompetenz

In den nächsten zwei Jahren werden sich die Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit in Österreich systematisch mit ihrer organisationalen Gesundheitskompetenz auseinandersetzen und sich dem Konzept der „Gesundheitskompetenten Offenen Jugendarbeit“ verpflichten.

Aufbauend auf den 9 Standards gesundheitskompetenter Jugendarbeit wird mit Unterstützung der Gesundheit Österreich GmbH ein Auszeichnungsverfahren entwickelt, das es Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit ermöglicht, ihre organisationale Gesundheitskompetenz zu überprüfen und auszeichnen zu lassen. Das jeweilige kommunale Setting und die jugendlichen Nutzerinnen/Nutzer der Organisation werden dabei als wichtige Partner verstanden. In einem dreistufigen Auditverfahren können sich die Einrichtungen die Bronze-, Silber-oder Goldauszeichnung holen.

Offene Jugendarbeit in Österreich (Jugendzentren, mobile Offene Jugendarbeit, Jugendstreetwork) beschäftigte sich in den letzten zwei Jahren vertiefend mit dem Thema Gesundheitskompetenz in ihren Einrichtungen. Vertreterinnen und Vertreter des Handlungsfelds entwickelten auf der Grundlage des Wiener Konzepts für organisationale Gesundheitskompetenz Standards für Gesundheitskompetente Offene Jugendarbeit. Zeitgleich wurde auch ein bundesweites Netzwerk „Gesundheitskompetente Jugendarbeit“ gegründet. In der Entwicklung der Standards wurde sichtbar, dass das kommunale Setting, sei es im städtischen Bereich oder in ländlicheren Gemeinden, von großer Bedeutung ist, wenn es um die Förderung von Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen im Setting der Offenen Jugendarbeit geht.

Das Projekt „Gesundheitskompetente Offene Jugendarbeit im kommunalen Setting“ zielt darauf ab, dass sich Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit in Österreich systematisch mit ihrer organisationalen Gesundheitskompetenz auseinandersetzen und sich dem Konzept der „Gesundheitskompetenten Offenen Jugendarbeit“ verpflichten. Dies geschieht in enger Kooperation mit der jeweiligen Kommune, die dabei als wichtiger Partner fungiert. Ziel ist ein Capacity Building zu Gesundheitskompetenz im Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit aber auch in der jeweiligen kommunalen Struktur, das durch Aktivitäten der Vernetzung und des Transfers von Wissen und Know-How verstärkt wird. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der  Gesundheitskompetenz Jugendlicher in der jeweiligen Kommune geleistet.

Konkrete Maßnahmen sind die Entwicklung und Durchführung eines dreistufigen Anerkennungsverfahrens zum Gesundheitskompetenten Jugendzentrum bzw. zur Gesundheitskompetenten Mobilen Offenen Jugendarbeit in der Kommune. Die Gemeinden spielen bei der Entwicklung und Durchführung des Audits eine wichtige Rolle.

Flankierend zum Prozess der Implementierung von Gesundheitskompetenz im Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit finden Aktivitäten zu Gesundheitskompetenter Jugendarbeit (die auch verbandliche Jugendarbeit, Jugendinfos u.a. einbezieht) statt: das Netzwerk Gesundheitskompetente Jugendarbeit wird weiterentwickelt und fortgeführt und es wird eine Website erarbeitet, die bundesweit aktuelle Informationen zu Gesundheitskompetenz in der Jugendarbeit bieten soll.

Eine enge Anbindung an die ÖPGK sichert die Qualität der Aktivitäten des vorliegenden Projekts.

Neben dem Fonds Gesundes Österreich wird das Projektvorhaben vom Bundeskanzleramt und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger finanziert und bis April 2020 durchgeführt.

 

Autorin: Daniela Kern-Stoiber, Geschäftsführerin von bOJA – Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit

 

bOJA ist mit dem Projekt „Gesundheitskompetente Offene Jugendarbeit im kommunalen Setting“ Mitglied  der ÖPGK und Mitgliedervertretung im Kern-Team.

 

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