Gesundheitskompetenzring

Einrichtung: Maschinenring
zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Ing. Mario Hütter, MBA
Website der Einrichtung: www.maschinenring.at
Einrichtung: Sozialversicherungsanstalt der Bauern
Ansprechperson innerhalb der SVB: Silvia Gutkauf BA, MA
E-Mail-Adresse: silvia.gutkauf@svb.at
Webseite der Einrichtung: www.svb.at
Maßnahmenleiter/in: Mag. Barbara Jennetten
(geplante) Laufzeit: 1. Jänner 2018 bis 31. Dezember 2020
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


Der Verein Maschinenring Steiermark unterstützt in Kooperation mit der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Regionalbüro Steiermark, in diesem steirischen Projekt den priorisierten Schwerpunkt „Förderung der Gesundheitskompetenz vulnerabler Gruppen“.

Wie auch in der österreichweiten Gesundheitsförderungsstrategie festgehalten, soll mit den im Rahmen des Projektes gesetzten Maßnahmen ein Beitrag für ein längeres, selbstbestimmtes Leben bei guter Gesundheit geleistet werden.

 

Strategische Ziele:

  • Förderung der Gesundheitskompetenz der Mitglieder des Maschinenringes unter Einhaltung der 10 Gebote für Gesundheitsförderungsmaßnamen der SVB. Diese sind: bauernspezifisch, ohne Zwang, zeitgemäß, kostenbewusst, föderalistisch, mit
  • Kontrolle der Wirksamkeit, (österreich-) steiermarkweit…, Hilfe zur gesunderhaltenden Selbsthilfe, arbeits- und umweltbedingte Hilfe.
  • Erstmaliger Strukuraufbau eines Online Gesundheits-Ring-Portals für alle Bäuerinnen und Bauern (direkte und indirekte Zielgruppe).
  • Gesundheitskompetenzschulung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Maschinenring Steiermark zur Sicherung der Nachhaltigkeit, als Ansprechpersonen für Mitglieder und Netzwerkpartner gegenüber der Sozialversicherungsanstalt der Bauern.
  • NICHT-Ziel sind Online Gesundheitskompetenzinformationen, welche nicht im Rahmen des Projektes entstanden sind.

 

Operative Ziele:

  • Durchführung von mindestens sechs regionalen Gesundheitskompetenzvorträgen mit anschließenden Fokusgruppengesprächen in je einer steirischen Versorgungsregion bis zum 30.04.2018.
  • Ausbildung von mindestens sieben Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der insgesamt 17 steirischen Maschinenringe bis zum 30.11.2018
  • Ausbildung von mindestens sieben Gesundheits-Ring-Coaches in der Steiermark bis zum 30.09.2018. Die Trainer verfügen über eine einschlägige Ausbildung zum jeweiligen Thema, sind qualitativ und inhaltlich in der Lage neue Entwicklungen anzustoßen und von der Zielgruppe akzeptiert.
  • Durchführung eines Gesundheitskompetenz-Ring-Days als Kick-Off-Veranstaltung zur Sensibilisierung und Bewerbung der Workshopreihen bis zum 31.11.2018
  • Durchführung von sieben Workshopreihen (mit á mindestens fünf und maximal sieben Terminen), welche immer Maßnahmen auf Verhaltens- und Verhältnisebene adressieren, bis zum 30.04.2019.
  • Die Filmaufnahmen beim 7. Workshoptreffen für die online-Tools wurden durchgeführt.
  • Strukturaufbau eines „Gesundheitskompetenz-Portals“ beim Maschinenring Steiermark und der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, damit alle relevanten zielgruppenspezifischen Gesundheitsinformationen einfach verständlich, zeit- und ortsunabhängig verfügbar sind, bis zum 31.08.2019.
  • Durchführung einer Abschlussveranstaltung mit Präsentation aller sieben Themengebiete bis zum 30.11.2019.
  • Sensibilisierung der Maschinenringmitglieder mit mindestens fünf Berichten in Print-Medien bis zum 30.08.2020.
  • Durchführung einer externen qualitativen Evaluierung bis zum 31.10.2020.
  • Nachbetreuung der gesetzten verhältnisbezogenen Maßnahmen durch mindestens einen Termin je Themengebiet bis zum 30.06.2020.

 

Ausgangslage:


Eine thematische Behandlung des wichtigen Themas Gesundheitskompetenz wurde in der Landwirtschaft in Österreich (Steiermark) noch nie aufgegriffen. Dem Maschinenring Steiermark ist es ein besonderes Anliegen gemeinsam mit der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB), Regionalbüro Steiermark, durchzuführen. Durch den engen Kontakt der Bäuerinnen und Bauern mit dem Maschinenring Steiermark in ihrem Arbeitsalltag sollen die Maßnahmen des Projektes hier ansetzen.

Sehr viele von außen einwirkende Faktoren haben das ineinander greifende Arbeits- und Lebenssystem des bäuerlichen Familienunternehmens enorm beeinflusst. Die neue Strategie der Einkommensmaximierung zeichnet sich durch „technischen Fortschritt, die Umstrukturierung der Agrarpolitik, die Globalisierung der Märkte, das Sinken der Produzentenpreise und die Direktzahlungen“ aus (Wiesinger, 2005, S. 165, Bohler 2012, S. 60). Durch diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist der derzeitige Existenzdruck in dieser Bevölkerungsgruppe sehr hoch geworden. Heute steht diesen komplexen Anforderungen auch immer weniger Zeit zur Verfügung und es wird immer schwieriger, richtig von falsch zu trennen.

Mindestens drei bäuerliche Betriebe schließen täglich ihre Stalltüren für immer. Diese Strategie des „Wachsens oder Weichens“ zeigt auf eine sehr hohe psychische und physische Belastungen (z.B. nur einseitige körperliche Betätigung) innerhalb der bäuerlichen Bevölkerung hin (Strempfl, SVB). Darüber hinaus ist die Sonderstellung der exzessiv häufig vorkommenden Suizidalität in der Berufsgruppe der Land- und Forstwirtschaft anzuführen (Jaring et al., 2011, S. 18). Bei den psychischen Belastungen ist auch zu erwähnen, dass sich in der Land- und Forstwirtschaft die Familienangelegenheiten mit denen des Unternehmens überschneiden (Hetzel, 2012). Gesundheits- und krankenbezogene Themen, interpersonelle Konflikte, eine schwache Verankerung innerbetrieblicher Arbeitsschutzstrukturen und -aktivitäten oder wichtige Themen wie die Hofübergabe werden häufig als ein Tabu gesehen oder nicht prioritär behandelt (Hetzel, 2012). Bäuerinnen und Bauern gehören zu jenen Berufsgruppen in Österreich mit dem höchsten Anteil an Adipösen. Damit zusammenhängend ist das vermehrte Auftreten zu Diabetes Mellitus Typ 2, Bluthochdruck und Hypercholesterinämie (SVB, 2011, S. 31f).

Aufgrund der Ergebnisse der Gesundheitsbefragungen der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) wurden Defizite festgestellt, die auf eine geringe Gesundheitskompetenz schließen lassen und daher gesteigert werden müssen, um bessere Gesundheitschancen in dieser Berufsgruppe zu ermöglichen.

Die Projektförderung zum Thema „Gesundheitskompetenz“ soll es einerseits erstmals ermöglichen, sieben verschiedene Gesundheitsthemen – abgeleitet von den Problemstellungen – aktiv mit und für die Mitglieder zu erarbeiten. Andererseits nützen immer mehr Menschen die Möglichkeit, sich Informationen zu gesundheitsrelevanten Themen aus dem Internet zu besorgen. Daraus schließend wurde festgestellt, dass es einen Bedarf an einem zielgruppenspezifischen Onlineangebot zum Thema Gesundheitskompetenz gibt.

In den österreichweiten Gesundheitsförderungsmaßnahmen der Sozialversicherung der Bauern (Österreich) beträgt derzeit der Anteil männlicher Teilnehmer nur 20%. Durch das Engagement des Maschinenringes sollen deshalb in diesem Projekt verstärkt Männer angesprochen werden.

 

Methodik:


 

Projektsteuergruppe

Die Projektgruppe wird installiert und übernimmt die Verantwortung für die Abläufe und Fortschritte im Projekt, trägt die für das Projekt relevanten Informationen zusammen, plant, bewertet und entscheidet alle Schritte. Diese übernimmt auch die Kommunikation mit allen steirischen Maschinenringen zur Bewerbung der Maßnahme, gegenüber den Mitgliedern oder den Medien.

 

Einfache und klare Darstellung der Informationen

Um die Zielgruppe verständlich ansprechen zu können wird bei der Entwicklung auf ein einfaches Wording, kurze Sätze, aussagekräftige Bilder, Schriftgröße, Farbe und Form sowie auf eine gute Wiedererkennung Wert gelegt.

 

Kostenlose Informationsveranstaltungen

Damit soll ein niederschwelliges Angebot die Zielgruppe erreicht werden und ihr Interesse am Thema wecken.

 

Fokusgruppengespräche

Die Fokusgruppengespräche dienen im Projekt dazu, die milieuspezifischen bzw. kollektiven sieben Themenschwerpunkte gemeinsam zu erarbeiten.

 

Train the Trainer Schulungen

Die ausgewählten Trainer werden zum Thema Gesundheitskompetenz geschult, um ihr Fachwissen entsprechend dem Health Literacy Ansatz aufzubereiten.

 

Multiplikatorinnen und Mulitplikatorenschulungen plus Handbuch

Das Multiplikatorenkonzept für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den einzelnen 14 steierischen Maschinenringbüros soll diese für das Thema sensibilisieren und die Gesundheitskompetenz-Entwicklungen vor Ort unterstützen. Informationsmaterial und jährliche Netzwerktreffen gemeinsam mit Gesundheitsförderern der Sozialversicherungsanstalt der Bauern sollen sie in ihrer Arbeit unterstützen.

 

7 Themen-Workshops

Da es die Zielgruppe gewohnt ist, aktiv an ein Thema heranzugehen wird das jeweilige Thema mit einem Trainer in Form von Workshops umgesetzt. Die ausgearbeiteten Maßnahmen beinhalten jeweils konkrete Empfehlungen zur Steigerung der Gesundheitskompetenz bzw. Maßnahmen zur Umsetzung auf der Verhältnisebene.

 

Aufbau von Online Education

Der erstmalige Schritt alle Gesundheitsinformationen auch unabhängig von Ort und Zeit zur Verfügung zu stellen ist eine Maßnahme dieses Projektes. Diese beinhalten Fact Sheets und Videos.

 

Testung von Online-Selbsthilfetools

10-12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Zielgruppe testen erstmals ein Online-Selbsthilfetool, um erste Online-Erfahrungen zu gewinnen.

 

Sicherung der Nachhaltigkeit

  • Dazu werden mindestens sechs Personen aus der Gruppe umfangreich geschult, um neues Wissen zu vermitteln und als Ansprechbzw. Netzwerkperson aktiv zu sein.
  • Jährliche gemeinsame Netzwerktreffen der MR Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit der Sozialversicherungsanstalt der Bauern sollen die Möglichkeit bieten, weitere Maßnahmen zu planen.
  • Die Maschinenringe Steiermark sind bereit, notwendige Maßnahmen auf der Verhältnisebene voranzubringen. Die Trainer stehen ihnen dazu auch nach dem Ende der Workshopreihen zur Verfügung.

 

Printmedien

Über die bäuerlichen Printmedien sollen die Landwirtinnen und Landwirte für das Thema sensibilisiert werden.

 

Externe Evaluation

Durch die Fremdevaluation werden die konkreten Maßnahmen überprüft werden und ein Qualitätsnachweis erbracht werden. Die Ergebnisse werden in die eigenständige Weiterentwicklung aufgenommen und berücksichtigt.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 1, 2 und 3:


In den Förderungsrichtlinien wurde als Kriterium festgelegt, dass die eingereichten Maßnahmen mindestens einem der Wirkungsziele des österreichischen Gesundheitsziels entsprechen müssen. Daher tragen die Projekte maßgeblich auch zur Umsetzung dieses strategischen Wirkungszieles bei. Ein Mitglied der Fachjury ist außerdem eine Vertretung der ÖPGK, die auf die Einhaltung dieses Kriteriums achten wird.

Durch das Projekt steigt in den Partnerorganisationen die Gesundheitskompetenz hinsichtlich einer Sensibilisierung für das Thema sowie einer erstmalig zielgruppenspezifischen, einfach verständlichen Sprache. Zusätzlich erfolgen Multiplikatorenschulungen in den Partnerorganisationen Maschinenring und Sozialversicherungsanstalt der Bauern.

Durch die gesetzten Maßnahmen sollen die Bäuerinnen und Bauern als „vulnerable Gruppe“ befähigt werden, Entscheidungen so zu treffen, dass sie sich gesundheitsfördernd auswirken.

Dazu gehört nicht allein das Wissen über die einzelnen erarbeiteten Themen, sondern auch die Fähigkeit selbstständig Informationen zu suchen, zu beurteilen, zu verstehen und anzuwenden.

Der Maschinenring Steiermark und die Sozialversicherungsanstalt der Bauern unterstützen dies in Form von

  • Wissensvermittlungen durch Gesundheitskompetenzvorträge
  • partizipativer Einbindung der Zielgruppe in Fokusgruppengesprächen
  • partizipativer Erarbeitung von sieben Gesundheitsthemen in Workshops
  • Online-Gesundheitskompetenz Angebote
  • Sensibilisierung durch Medien
  • Multiplikatorenausbildungen und Informationsmaterial
  • Verwendung der erstellten online-Tools auch für Vortragende (österreichweit)
  • gesetzten Maßnahmen auf Verhaltens- und Verhältnisebene
09.10.2018

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