Gemeinden sind starke Partner

Gemeinden sind starke Partner


Styria vitalis hat einen Gesundheitskompetenz-Leitfaden für Verantwortliche in Gemeinden entwickelt. Der Leitfaden dient auch der Selbstbewertung in Bezug auf die organisationale Gesundheitskompetenz und bietet den zusätzlichen Nutzen mit guter Lebensqualität und Bürgerorientierung zu punkten.

Der Erwerb von Gesundheitskompetenz ist ein wichtiger Eckpunkt zur Förderung der Gesundheit und gleichzeitig ein Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit der Bevölkerung. Für dieses Vorhaben sind Gemeinden unverzichtbare Partner. Der Leitfaden dient gleichzeitig der Selbstbewertung des Status in Bezug auf die organisationale Gesundheitskompetenz. Ein Nutzen für Gemeinden, die mit Lebensqualität und Bürgerorientierung punkten wollen.

 

Entwicklung des Leitfadens


  1. Literaturrecherche und Recherche von bestehenden Instrumenten zur (Selbst-)Evaluation der organisationalen Gesundheitskompetenz
  2. Interviews mit Expert/innen aus den Bereichen Gesundheitskompetenz und kommunales Setting bzw. kommunale Gesundheitsförderung
  3. Fokusgruppen in Gemeinden mit Gemeindevertreter/innen aus Politik und Verwaltung
  4. Leitfadenerstellung auf Basis dieser Ergebnisse

 

Gute Gründe für Gesundheitskompetenz in Gemeinden


  • Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität
  • Beitrag zur Reduktion der Gesundheitsausgaben
  • Schnellere und effektivere Erreichbarkeit der Bevölkerung, v.a. auch benachteiligter Gruppen
  • Steigerung der Attraktivität einer Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort
  • Vernetzung und Kooperation mehrerer Einrichtungen, Institutionen oder Anbieter aus dem Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich

 

Neun Dimensionen organisationaler Gesundheitskompetenz


Die neun Dimensionen sind Puzzleteile eines großen Ganzen. Sie können der Reihe nach bearbeitet oder jeweils aufgegriffen werden, wenn Handlungsbedarf besteht.

  1. Gesundheitskompetenz in der Gemeinde verankern: Bürgermeister/in und politische Entscheidungsträger/innen nominieren ein Team, statten es mit Ressourcen aus, unterstützen organisatorisch wie ideell
  2. Gemeindemitarbeiterinnen/Gemeindemitarbeiter und Bewohnerinnen/Bewohnern in die Entwicklung und Bewertung von Leistungen und Angeboten einbeziehen
  3. Zur Gesundheitskompetenz der Gemeindemitarbeiterinnen/Gemeindemitarbeiter beitragen: Kontakt und Erfahrung mit dem Thema ermöglichen Vorbildfunktion und Leadership, Gemeinden positionieren sich als gesunde Arbeitgeber
  4. Orientierung im Gemeindeamt und Zugang zu Informationen und Service barrierefrei ermöglichen: Bürgerservice stellt gut verständliche Gesundheitsinformation zur Verfügung und weiß, wann es Bürgerinnen/Bürgern an fachkundige Stellen weiterleitet
  5. Mit Bewohnerinnen/Bewohnern gesundheitskompetent kommunizieren: Basis ist die in Schritt 3 erfolgte Schulung
  6. Maßnahmen im Wirkungsbereich der Gemeinde gesundheitsfördernd umsetzen (Add in-Maßnahmen): Gemeinde denkt Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität als Querschnittsthema in allen Verwaltungsbereichen mit
  7. Zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung beitragen: Bei der Gestaltung von Angeboten Zugangsmöglichkeiten, zielgruppengerechte Ausrichtung und Nachhaltigkeit beachten
  8. Zur Gesundheitskompetenz der Region beitragen: Eigenes Wissen und Erfahrungen regional zur Verfügung stellen
  9. Sich für Erfahrungsaustausch zum Thema Gesundheitskompetenz innerhalb und außerhalb der Gemeinde vernetzen: Gemeinden tauschen sich mit Gemeinden sowie mit anderen Organisationen und Einrichtungen aus, reflektieren gemeinsam und evaluieren sich selbst

 

Beispiele aus der Praxis


  • Gemeindemitarbeiterinnen/Gemeindemitarbeiter mit Kundenkontakt werden dahingehend geschult, wie sie mit Angehörigen anderer Sprachgruppen, mit Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen oder mit sozioökonomisch benachteiligte Menschen gut verständlich kommunizieren.
  • Mündliche wie schriftliche Informationen werden neutral, unverzerrt und basierend auf verlässlichen Quellen weitergegeben.
  • Bei der Gestaltung eigener Dokumente zur Gesundheitsinformation orientiert sich die Gemeinde an den 15 Qualitätskriterien des Leitfadens „Gute Gesundheitsinformation Österreich“.
  • Schilder, Hinweise und Piktogramme erleichtern die Orientierung am Gemeindeamt (in Arztpraxen oder Apotheken). Dasselbe gilt für den Weg zu Sport-, Bewegungs- oder Verweilplätzen in der Gemeinde.
  • Referent/innen und Trainer/innen für Gesundheitsangebote werden nach klaren Qualitätskriterien ausgesucht.
  • Informationsmaterialien werden am Gemeindeamt (z.B. durch das Aufstellen im Eingangsbereich oder durch farbliche Markierungen) gut sichtbar positioniert.
  • Die Lesbarkeit von Texten (z.B. in der Gemeindezeitung) wird durch die Verwendung von Infoboxen, Gliederung mit Absätzen, die Wahl einer angenehmen Schriftgröße und eines angemessenen Zeilenabstands verbessert.
  • Die Gemeinde achtet auf die Zugangsmöglichkeiten und Barrierefreiheit ihrer Angebote auf allen Ebenen.
  • Die Gemeinde veröffentlicht ihre Beispiele der guten Praxis und kommuniziert darin ihre Erfahrungen.

 

Autorin: Gerlinde Malli, Styria vitalis

Kontakt: gerlinde.malli@styriavitalis.at

Weitere Informationen: https://styriavitalis.at/gesundheitskompetenz

Styria vitalis ist mit der Maßnahme feel-ok.at: Internetbasierte Expertise für Gesundheitskompetenz Jugendlicher Mitglied der ÖPGK.

03.02.2018

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