Förderung der Gesundheitskompetenz im Setting Schule

Einrichtung: GIVE-Servicestelle für Gesundheitsförderung an Österreichs Schulen
Zusatz zur Einrichtung: eine Initiative von Bundesministerium für Bildung (BMB), Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) und Österreichisches Jugendrotkreuz (ÖJRK)
zuständige Leiterin: Gabriele Laaber MA
Website der Einrichtung: www.give.or.at
Maßnahmenkoordinatorin: Dr. Sonja Schuch
E-Mail-Adresse: sonja.schuch@give.or.at
(geplante) Laufzeit: 01. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2018
Status: abgeschlossen

Zielsetzung der Maßnahme:


Gesundheitsförderung ist im schulischen Kontext schon gut angekommen. Gesundheitskompetenz ist als Begriff in diesem Setting noch relativ neu, obwohl für Gesundheitskompetenz relevante Handlungsfelder in Schulen schon lange thematisiert werden. (z.B. Ernährungs- und Verbraucherbildung, Bewegungsförderung, Suchtprävention, Sexualpädagogik oder Stress- und Mobbingprävention.)

 

Strategische Ziele


  • Lehrerinnen und Lehrer bzw. Schulgemeinschaften bei der Umsetzung und Realisierung von Gesundheitskompetenz nachhaltig und niederschwellig unterstützen.
  • Lehrerinnen und Lehrer als Vermittler von Health Literacy in ihrer eigenen Gesundheitskompetenzen zu stärken und ihnen die nötigen Handreichungen und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um Gesundheitskompetenz zum Unterrichtsthema zu machen.
  • aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu gesundheitsrelevanten Themen leicht zugänglich und zielgruppengerecht aufzubereiten.
  • Strategien der GIVE-Partner zu unterstützen, namentlich:
    • die Gesundheitsziele für Österreich des BMGF, insbesondere Ziel 1, Ziel 3 und Ziel 6
    • die Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie des BMGF
    • die nationalen Aktionspläne des BMGF (z.B. NAPe, NAPb)
    • die Gesundheitsförderungsstrategie (BMUKK 2013) des BMB
    • Unterrichtsprinzip Gesundheitserziehung laut Grundsatzerlass zur Gesundheitserziehung (BMUK 1997) und überfachliche Kompetenzen des BMB

 

Operationalisierte Ziele


Entsprechend dem mit den Partnern abgestimmten Arbeitsprogramm von GIVE im Zeitraum 1. Jänner 2016 – 31. Dezember 2018:

  • Erstellung neuer Angebote, die Lehrkräfte bei der Vermittlung von Gesundheitskompetenz/Gesundheitsthemen unterstützen (z.B. Broschüren, Fact Sheets, online-Schwerpunkte)
  • Überarbeitung und Aktualisierung bestehender GIVE-Angebote
  • Kooperation und Vernetzung mit relevanten Organisationen
  • Mitwirken an Projekten der GIVE-Partner
  • Präsenz bei Veranstaltungen, insbesondere solchen, die sich an Lehrerinnen und Lehrer oder andere Zielgruppen aus dem Setting Schule richten, z.B. Tagungen der regionalen Gesunde Netzwerke/Programme, Kooperationen mit Institutionen Aus- und Weiterbildung für Lehrerinnen/Lehrer (Pädagogische Hochschulen, Universitäten)
  • Weiterbildung der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter je nach persönlicher, thematischer Schwerpunktsetzung und verfügbaren Angeboten
  • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, z.B. GIVE-Webseite und Newsletter

 

Ausgangslage:


Die Schule hat einen wesentlichen Einfluss darauf, ob und bis zu welcher Stufe Kinder und Jugendliche Health Literacy entwickeln. Durch die allgemeine Schulpflicht ermöglicht Schulbildung auch Kindern aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen, diese Kompetenzen zu erwerben. Das ist ein wichtiger Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit. Schulen können Gesundheitskompetenz grundsätzlich auf zwei Ebenen fördern:

  • auf Unterrichtsebene, durch Gesundheitsbildung, und
  • auf Schulebene, indem der Zugang zu Gesundheitsinformationen sowohl Lehrerinnen/Lehrern als auch Schülerinnen/Schülern erleichtert wird (z.B. durch geeignete (Unterrichts-)Materialien, eine gut ausgestattete Schulbibliothek, eine Übersicht an regionalen Gesundheitsangeboten für Kinder und Jugendliche).

Beides ist wichtig, weil Gesundheitskompetenz nicht nur von individuellen Fähigkeiten und persönlichen Ressourcen abhängig ist, sondern auch von den Kontextbedingungen z.B. in der Lebenswelt Schule, oder in der Familie. Die heutigen Gesundheitskompetenz-Ansätze fokussieren nicht nur auf den Versorgungsbereich, sondern auch auf die Bereiche Prävention und Gesundheitsförderung in Settings wie Städten, Betrieben und Schulen. Sie umfassen die Bewertung und Anwendung von Gesundheitsinformationen als Grundlage für gute Gesundheitsentscheidungen und gesundheitsförderliches Verhalten. (vgl. Doris SCHAEFFER, Jürgen M. PELIKAN, 2017/ Susanne JORDAN, Olga DOMANSKA, Christiane FIRNGES 2017)

 

Methodik:


Im Vertrag der Partner BMB, BMGF und ÖJRK zu Einrichtung und Betrieb der GIVE-Servicestelle für Gesundheitsförderung an Österreichs Schulen sind für den Zeitraum 1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2018 folgende Aufgaben festgelegt:

  • Fachberatung und Information von schulischen Einrichtungen, Pädagoginnen und Pädagogen, Schulärztinnen und Schulärzten sowie außerschulischen Bildungseinrichtungen
  • Beratung und Vernetzung regionaler Netzwerke und Einrichtungen sowie Beratung und Unterstützung der Partner (BMB, BMGF und ÖJRK)
  • Internetauftritt, neue Medien und GIVE-Datenbank

Das umfangreichste Angebot sind dabei die Materialien. Damit wird insbesondere die Gesundheitskompetenz von Pädagoginnen und Pädagogen mit Hinblick auf die Erweiterung eines rein personenbezogenen Gesundheits-Ansatzes angesprochen.

Angeboten werden einerseits themenspezifische Unterlagen, in deren Fokus jeweils ein Gesundheitsthema und die Möglichkeiten seiner Bearbeitung in Unterricht und Schulalltag stehen. Auf der anderen Seite hat GIVE Materialien erstellt, die auf dem Setting-Ansatz basierend Gesundheitsförderung als integralen Bestandteil von Schule und Schulentwicklung (whole school approach) möglich machen möchten.

Beispiele für Umsetzungsmaßnahmen in der Schule nach NUTBEAM (2000, S. 266) und ST LEGER (2001, S. 201) Stufe der Gesundheitskompetenz:

 

Beispiele für Level 1 – Funktionale Kompetenz:

Vermittlung von Gesundheitswissen auf Klassenebene mittels verfügbarer Medien (Bücher, Zeitschriftenartikel, Flyer, Internet)

 

Beispiele für Level 2 – Kommunikative bzw. interaktive Kompetenz:

Diskussion, Gruppenarbeit, Rechercheaufgaben zu relevanten Gesundheitsthemen, die einen Bezug zum Alltag der SchülerInnen haben, von diesen selbst gewählt werden.

 

Beispiele für Level 3 – Kritische Kompetenz: 

Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und Problemen; Angebote zur Beteiligung an Aktionen auf Schulebene (Projekt, Schulentwicklungsprozesse)

Das Angebot von GIVE kann Level 1 (Wissensvermittlung) und in vielen Fällen auch Level 2 (Praxisbeispiele, Methodenvorschläge) zugeordnet werden und liefert sowohl die notwendigen inhaltlichen Informationen als auch zahlreiche Anregungen für eine interaktive Bearbeitung von Gesundheitsthemen. Dabei bieten die Materialien Empfehlungen, wie Lehrerinnen und Lehrer Gesundheitsthemen altersspezifisch und dem Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen angepasst behandeln können (Schultypen-spezifische Ausgaben der Materialien). Materialien auf Level 3 gehen über die beiden ersten Kompetenzstufen hinaus und zeigen auch Anknüpfungspunkte zur Förderung von Kritischer Kompetenz auf.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Die GIVE-Servicestelle wird in ihrer aktuellen Vertragsperiode Gesundheitskompetenz, aufbauend auf viele Vorarbeiten, in den Fokus rücken und die entsprechende Bewusstseinsbildung in Schulen insbesondere durch Bereitstellung geeigneter Materialien unterstützen. Dadurch ist zunächst eine Steigerung der Gesundheitskompetenz von Pädagoginnen und Pädagogen und in Folge von Schülerinnen und Schülern zu erwarten.

10.10.2018

Diesen Beitrag fand ich ...

1 0
Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen? Bitte informieren Sie uns unter oepgk@goeg.at.

Kategorien:

Maßnahmen   Wirkungsziel 2

Schlagworte: