Entwicklung eines Aktionsplans zur Gesundheitskompetenz in der Europäischen Region der WHO

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Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation für Europa verstärkt seine Aktivitäten im Bereich der Gesundheitskompetenz. Im September 2019 wurde die Resolution “Towards the implementation of health literacy initiatives through the life course” von den Mitgliedstaaten gebilligt, und dementsprechend wurde die Entwicklung eines europäischen Aktionsplans zur Gesundheitskompetenz eingeleitet.

ÖPGK-Vorsitzende Mitglied in internationaler Expertengruppe

In diesem Zusammenhang richtete das WHO-Regionalbüro eine internationale Expertengruppe ein, die sich erstmals von 12. bis 13. Februar 2020 in Kopenhagen, Dänemark zu einer Tagung traf. „Ziel des Expertenaustauschs ist eine solide Grundlage für die Entwicklung des Aktionsplans in der Europäischen Region der WHO zu schaffen, indem es Trends und Zukunftsszenarien, die die europäische Landschaft der Gesundheitskompetenz beeinflussen, identifiziert und die erforderlichen Maßnahmen und die damit verbundenen Indikatoren skizziert. Die Beratergruppe soll die Entwicklung des Aktionsplans zur Gesundheitskompetenz in der Europäischen Region der WHO unterstützen, der auf dem “Fahrplan der Europäischen Region der WHO für die Umsetzung von Initiativen zur Gesundheitskompetenz im Laufe des Lebens” aufbaut.“, so Christina Dietscher, Vorsitzende der ÖPGK und Mitglied der neugegründeten internationalen Expertengruppe.

Gesundheitskompetenz als eine der Säulen der Gesundheitsförderung

Gesundheitskompetenz wird als eine der Säulen der Gesundheitsförderung anerkannt, um die Ziele der Agenda 2030 / Sustainable Development Goals (SDGs) zu erreichen. Gegenwärtig sind die Lücken in der Gesundheitskompetenz groß und unterscheiden sich erheblich zwischen und innerhalb der Länder. In vielen Bereichen bleibt die Gesundheitskompetenz ein nicht ausreichend genutztes, aber vielversprechendes Mittel zur Gestaltung und Unterstützung der Umsetzung von dringend benötigten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Bereits die Erklärung von Shanghai (2016) hebt Gesundheitskompetenz als einen entscheidenden Faktor für die Gesundheit hervor und fördert gezielte Investitionen in die Entwicklung und Weiterentwicklung. Auch das Rahmenkonzept für eine Gesundheitspolitik in der Europäischen Region „Gesundheit 2020“ unterstützt Maßnahmen in allen Bereichen von Staat und Gesellschaft für Gesundheit und Wohlbefinden, einschließlich Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz. Gesundheitskompetenz wird als eine der vier Maßnahmen, im „Fahrplan zur Umsetzung der Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030, aufbauend auf Gesundheit 2020“ genannt. Mit der im Rahmen der 69. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa verabschiedeten Resolution “Towards the implementation of health literacy initiatives through the life course” wurde der Grundstein für die Entwicklung eines Aktionsplans gelegt.

„Im Rahmen dieses Prozesses werden mehrere Initiativen gesetzt. Zum einen die Ernennung eines Kern-Teams, um den partizipativen Entwicklungsprozess zu erleichtern. Die inhaltliche Entwicklung wird durch Expertengruppen unter Berücksichtigung relevanter Interessensvertreter/-innen geleitet. Zusätzlich ist neben der engen Einbeziehung der Mitgliedstaaten auch die Konsultation der breiteren internationalen Gesundheitskompetenz-Community vorgesehen.“, so Dietscher.

Österreichische Expertise fließt ein

Da Gesundheitskompetenz ein inhalt- und kontextspezifisches Querschnittsthema ist, werden Expert/-innen aus Politik, Forschung, Bildung, Praxis und vielen weiteren Disziplinen in den Prozess eingebunden. So auch Univ.-Prof. i.R. Dr. Jürgen Pelikan, der wissenschaftliche Leiter des WHO-CC Health Promotion in Hospitals and Health Care (WHO-CC-HPH) an der Gesundheit Österreich GmbH. „Das WHO-CC-HPH beschäftigt sich in einem Arbeitsbereich mit der Messung personaler und organisationaler Gesundheitskompetenz, insbesondere mit der Durchführung des Gesundheitskompetenz Survey 2019 (HLS19) des Aktionsnetzwerks MPOHL der WHO-Europe. Daher können wir entsprechende österreichische und internationale Expertise einzubringen. Denn die Messung von Gesundheitskompetenz bietet die Möglichkeit kausale Zusammenhänge zu beschreiben und erlaubt, Einblick in die Entwicklung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu erhalten und passgenaue Interventionen zu entwickeln.“, betont Pelikan.

„Die Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung kann nur gemeinsam gelingen. Diesem Grundgedanken folgend ist der breite, partizipative Ansatz zur Entwicklung eines europäischen Aktionsplans zur Gesundheitskompetenz sehr zu begrüßen.“, so Dietscher und Pelikan abschließend.

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Autorin: Jennifer Sommer
18.02.2020

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