Die Bedeutung der Health Literacy für Health Promoting Hospitals and Health Services (HPH)

Während der 25. Internationalen HPH Konferenz Mitte April in Wien fand das Thema Gesundheitskompetenz in Zusammenhang mit Selfmanagement, Patientenkommunikation und Health Literate Organizations große Beachtung. Die ÖPGK war durch mehrere Mitglieder vertreten.

 

Es ist das Gesundheitsziel 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“, das Christina Dietscher, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und Vorsitzende der ÖPGK,  gleich zu Beginn der Konferenz als Beispiel dafür hervor hob, wie der Schulterschluss unterschiedlicher Stakeholder zu einem gemeinsamen Ziel gelingen kann. Österreich kann im internationalen Vergleich in Sachen Health Literacy einiges vorweisen: So war eine Session der „Gesprächsqualität im Gesundheitssystem“ gewidmet. Marlene Sator zeigte hier der internationalen Experten-Community wie groß der Bedarf an einer verbesserten Gesprächsqualität mit Patientinnen/Patienten ist und wie dieses Thema schrittweise von der wissenschaftlichen Evidenz über die politischen Gremien bis zur Umsetzung gelangt.

 

Besonders vulnerable Gruppen


Andreas Keclik von der Wiener Gesundheitsförderung und Mitglied des Kern-Teams der ÖPGK ging in einem Workshop auf die Zielgruppe besonders vulnerabler Personen ein. Er moderierte das Thema „Gesundheitskompetenz und Gesundheitskommunikation für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Mehrfachbehinderungen im Krankenhaus“. Anhand von drei Beispielen zeigte Keclik, dass Empowerment und einfache Sprache wesentliche Faktoren zur Stärkung der Gesundheitskompetenz sind. Im Krankenhaus Hietzing unterstützen speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Menschen mit geistiger Behinderung dabei, ihr Wissen über ihre Erkrankung und ihre Compliance zu erhöhen. Die „Gesundheitskommunikationsmappe“ des Fachverbands Wiener Sozialeinrichtung hilft betreuten Personen, die eigenen Anliegen und Bedürfnisse zu kommunizieren. Die Wiener Gesundheitsförderung wiederum fördert Menschen mit Lernschwierigkeiten. Durch in leichter Sprache gehaltene Kurse soll ein Mangel an Körperwissen abgebauten und gesundes Handeln unterstützt werden.

 

Gesundheitskompetente Krankenbehandlungsorganisationen


Im Workshop der Working Group on HPH and Health Literate Health Care Organizations kam es zu einem regen Erfahrungsaustausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern vor allem aus Asien und Europa. Dabei wurden Sichtweisen und Erfahrungen zu den Themen „Health Literacy and Health Literate Organizations“, „Shared Decision Making“, „Health Promoting Materials, Guides and Videos“ diskutiert. Im Anschluss daran präsentierten Jürgen M. Pelikan und Christina C. Wieczorek – beide vom WHO Collaborating Centre for Health Promotion in Hospitals and Health Care an der Gesundheit Österreich GmbH – das Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen und das dazugehörige Selbstbewertungsinstrument, das in Österreich entwickelt und pilotiert wurde und zu dem es seit kurzem auch eine englischsprachige Fassung gibt. Diese wird in der Working Group in den kommenden Wochen und Monaten adaptiert und in weitere Sprachen übersetzt. Langfristig soll es möglich werden, ein Benchmarking-Projekt zwischen verschiedenen Einrichtungen über den Globus verteilt zu initiieren.

Illona Kickbush wies in der Abschlussrunde einmal mehr auf die Bedeutung der umfassenden Sichtweise der Gesundheitsförderung – gerade in Bezug auf Patientinnen/Patienten und ihr Umfeld – hin. „Werteorientiertes Handeln, ein System, das Beziehungen zulässt, als System zu begreifen, das auch effektiver ist“, sei der erste wichtige Schritt, um von einem „Silodenken“ in ein holistisches System zu kommen. Ein System ganz im Sinne des „Health in All Policies“-Ansatzes, den es auch braucht, um die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken.

 

Zu den Abstracts

Kontakt Working Group on HPH and Health Literate Health Care OrganizationsDr.in Christina Wieczorek

09.05.2017

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