Gemeinsam gut entscheiden – Die Top 5 der Gynäkologie

Herausgeber: Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation
Jahr: 2021

In enger Zusammenarbeit mit den Österreichischen Fachgesellschaften und nach aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen identifiziert Gemeinsam gut entscheiden jene medizinischen Maßnahmen, die häufig eingesetzt werden, nichts nützen und den Patient/-innen im schlimmsten Fall sogar schaden. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wurden die fünf wichtigsten Behandlungen und Untersuchungen in der Frauenheilkunde, die wenig Nutzen, aber viele Nachteile haben, ausgewählt und in der vorliegenden Broschüre zusammengefasst.

Top Empfehlungen Gynäkologie

  • Keine Suche nach Eierstockkrebs bei Frauen ohne erhöhtes Risiko: Früherkennungsuntersuchungen können die Wahrscheinlichkeit, an Eierstockkrebs zu versterben, nicht verringern – sofern das persönliche Risiko nicht erhöht ist. Viele Frauen erhalten durch Früherkennungsuntersuchungen auffällige Ergebnisse, obwohl sie keinen Krebs haben. Einige davon werden deshalb unnötig operiert. Der mögliche Schaden ist also größer als der Nutzen.
  • Keine frühzeitige Behandlung von B-Streptokokken bei Schwangeren: B-Streptokokken sind natürliche Schleimhautbewohner, die normalerweise keine Beschwerden verursachen. Bei schwangeren Frauen können sie jedoch gefährlich sein und in wenigen Fällen während der Geburt das Neugeborene infizieren und krankmachen. Antibiotika können das Kind schützen, jedoch nur dann, wenn sie während der Geburt eingesetzt werden.
  • Kein Doppler-Ultraschall der Nabelschnur bei unkomplizierten Schwangerschaften: Ein Doppler-Ultraschall der Nabelschnurarterien ist bei unkomplizierter Schwangerschaft nicht nötig. Bei Frauen mit Hochrisiko-Schwangerschaft hingegen ist der Doppler-Ultraschall eine nützliche Untersuchung und kann die Sterberate bei Neugeborenen senken sowie ungeplante Kaiserschnitte verhindern.
  • Kein MRT bei Frauen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs: Vor der Entfernung von Brustkrebs durch eine Operation ist ein MRT der Brust in der Regel nicht notwendig. Untersuchungen mittels Ultraschall oder Mammographie reichen meist aus. Insgesamt gibt es keine Belege dafür, dass eine zusätzliche Brust-MRT die Anzahl der notwendigen Operationen verringert oder ein Wiederauftreten oder Fortschreiten des Tumors verhindern kann.
  • Eine geplante Geburt: nicht zu früh! Vor der 39. Schwangerschaftswoche soll eine Geburt nicht künstlich eingeleitet werden, außer wenn die Gesundheit von Mutter oder Kind in Gefahr ist. Denn Neugeborene, die vor der 39. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, haben ein höheres Risiko für Komplikationen während und nach der Geburt und müssen öfter auf einer Intensivstation behandelt werden.

Die Broschüre „Die Top 5 der Gynäkologie“ finden Sie hier.

 

Weitere Informationen


 

Erstellt am: 14.4.2021

14.04.2021

Diesen Beitrag fand ich ...

Du hast bereits abgestimmt!
Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen? Bitte informieren Sie uns unter oepgk@goeg.at.
« zurück