Einfach gesund entscheiden

Die 4. Konferenz der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) zeigt Wege hin zu einer Gesundheitskompetenten Organisation.

„Menschen, die selbstbestimmt und kompetent über ihre Gesundheit entscheiden wollen, sind mit einer Vielzahl an Fragen konfrontiert.“, erklärt Christina Dietscher vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Vorsitzende der ÖPGK anlässlich der 4. Konferenz der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) in Kooperation mit dem Gesundheitsfonds Steiermark und dem Fonds Gesundes Österreich am 24. Oktober 2018 in Graz. „Die 4. ÖPGK-Konferenz ist ein weiterer wichtiger Impuls für mehr Gesundheitskompetenz in Österreich, denn sie zeigt wirksame und praxistaugliche Möglichkeiten, wie Organisationen und Settings die Stärkung der Gesundheitskompetenz unterstützen können.“

Themenschwerpunkt Gesundheitskompetenz Steiermark

Als Gastgeber begrüßte der steirische Landesrat Christopher Drexler die anwesenden Gäste und betonte, „dass die Steigerung der Gesundheitskompetenz wesentlich zu gesundheitlicher Chancengleichheit beiträgt. Denn fehlt die Information über Gesundheit und Krankheit, kann das weitreichende Auswirkungen haben. Menschen mit höherem Wissen und Fähigkeiten rund um ihre Gesundheit, benötigen seltener einen Arzt oder ein Krankenhaus. Der Steirische Gesundheitsplan 2035 verfolgt daher auch das Ziel, das Wissen der Steirerinnen und Steirer über ihre Gesundheit weiter zu steigern und durch stärkere Gesundheitskompetenz des Einzelnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Denn die Steirerinnen und Steirer sollen gesünder sein und länger leben als der Rest der Welt.“

Stärkung von Gesundheitskompetenz in Organisationen und Settings strategisch verankert

Die Förderung der organisationaler Gesundheitskompetenz wird im österreichischen Bundeszielsteuerungsvertrag 2017 aufgegriffen. Dem entsprechend ist sowohl die individuelle als auch die organisationale Gesundheitskompetenz durch entsprechende Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene zu fördern. „Die ÖPGK initiierte daher 2018 einen weiteren Schwerpunkt „organisationale Rahmenbedingungen zur Stärkung von Gesundheitskompetenz“. Diese können die Umsetzung der für Gesundheitskompetenz wichtigen Säulen gute Gesprächsqualität und gute Gesundheitsinformationen wesentlich unterstützen.“, erklärt Dietscher.

„Eine wichtige Grundlage für Entscheidungen sind Informationen, die Organisationen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen verfassen und verbreiten. Dazu gehören Betriebe, Gesundheitseinrichtungen, Städte und Gemeinden, genauso wie Bildungs- und Freizeiteinrichtungen oder Medien. Sie alle leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, wie leicht oder schwer Menschen gesundheitsbezogene Informationen finden, verstehen, bewerten und anwenden können. Immer mehr internationale wie nationale Strategien setzen daher auf entsprechende Initiativen.“, betont Peter Nowak, Abteilungsleiter der Abteilung Gesundheit und Gesellschaft, Gesundheit Österreich Gmbh.

„Starter Kit“ im Zuge der Konferenz präsentiert

In den letzten Jahren wurde international und auch in Österreich an der Entwicklung „gesundheitskompetenter Organisationen und Settings“ gearbeitet. „Um den Start in Richtung gesundheitskompetente Gesundheitseinrichtung durch Grundmodelle und praktische Hilfestellung zur Einschätzung und Umsetzung von organisationaler Gesundheitskompetenz zu erleichtern, wurde ein sogenanntes „Starter Kit“, bestehend aus einem Praxisleitfaden zur Entwicklung einer gesundheitskompetenten Gesundheitseinrichtung sowie aus einem Kurzform-Selbsteinschätzungsinstrument, erarbeitet und sollen nun bundesweit erprobt werden.“, so Nowak weiter.

Modell guter Praxis in Deutschland – Stiftung Lesen

„Studien zeigen einen engen Zusammenhang zwischen Lese- und Schreibfähigkeiten und Gesundheitskompetenz. Die deutsche Stiftung Lesen erreicht über ein Netzwerk von Akteuren Kinder und Jugendliche und ihre Familien auch dort, wo man lesefördernde Angebote zuerst nicht vermutet – bei Kinderärzten, in konsum- und freizeitbezogenen Umgebungen, über digitale Kanäle. Mangelnde Lesekompetenz hat weitreichende Folgen für jeden Einzelnen und ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor für das Gesundheitssystem. Gesundheitskompetenz und Leseförderung gehen daher Hand in Hand.“, so Simone C. Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung, Stiftung Lesen, Deutschland.

Über die ÖPGK

„Für den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) als Kompetenzzentrum, Förderstelle und Drehscheibe der Gesundheitsförderung in Österreich ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung ein wichtiges Thema. Die Koordinationsstelle der Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) ist im FGÖ angesiedelt und richtet sich als Informationsplattform und Wissensdrehscheibe an Expertinnen und Experten, die Maßnahmen zur Steigerung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung planen oder durchführen.“, erklärt Dr. Klaus Ropin, Leiter des FGÖ, abschließend.

v.l.n.r.: Peter Nowak, Christina Dietscher, Simone C. Ehmig, Christopher Drexler © Gesundheitsfonds Steiermark/Hutter

Foto: v.l.n.r.: Nowak, Dietscher, Ehmig, Drexler  ©Gesundheitsfonds Steiermark/Hutter

 

Zu den Präsentationen und zum Sammelband der Konferenzbeiträge der 4. ÖPGK-Konferenz 2018.