XUND und DU – Steirische Jugendgesundheitskonferenzen

Einrichtung: LOGO jugendmanagement gmbh
zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Johannes Heher, BEd
Website der Einrichtung: www.logo.at
Maßnahmenleiter/in: Johannes Heher, BEd
E-Mail-Adresse: johannes.heher@logo.at
Website der Maßnahme: www.logo.at/xundunddu
(geplante) Laufzeit: 1. Oktober 2017 bis 31. Dezember 2021
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


 

Strategische Ziele:

  • Stärkung der Gesundheitskompetenz von (sozial benachteiligten) Jugendlichen in der Steiermark.
  • Förderung der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit von jungen Steirerinnen/Steirer.
  • Unterstützung bzw. Schaffung von gesundheitsförderlichen Settings in der Jugendarbeit und dadurch Integration von Health Literacy Maßnahmen in den jugendlichen Alltag
  • Nachhaltige Implementierung des Themas Gesundheitskompetenz in bereits bestehende Strukturen (z.B.: Netzwerke) in allen sieben Großregionen der Steiermark.
  • Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit für das Thema Gesundheitskompetenz.

 

Operative Ziele:

  • Bis zum 31.12.2021 werden in der Steiermark 20 Jugendgesundheitskonferenzen mit mind. je 20 Gesundheitsangeboten umgesetzt.
  • 75% aller Projektpartnerinnen/-partner ermöglichen den Zugang zu sozial benachteiligten Jugendlichen
  • Bis zum 02.03.2018 werden 20 Projektpartnerschaften fixiert.
  • Bis zum 31.12.2021 werden 320 Aktivitäten im Rahmen der Projektpartnerschaften umgesetzt
  • In den Jahren 2018-2021 werden pro Jahr 100 Projektinitiativen unterstützt.
  • Bis zum 26.11.2021 werden sieben regionale Netzwerke mit Teilnehmenden aus allen steirischen Bezirken aufgebaut und begleitet.
  • In den Jahren 2018-2021 wird pro Jahr mindestens eine interaktive Fortbildung zu einem Gesundheitsthema für Multiplikatorinnen/Multiplikatoren umgesetzt.
  • Pro Jahr werden 20 Gesundheitskompetenz-Workshops in Schulen umgesetzt.
  • Bis 29.06.2018 werden Unterrichtsmaterialen für Schulen zum Thema Gesundheitskompetenz entwickelt.
  • Ein Projektbeirat zur fachlichen Unterstützung des Gesamtprojektes wird bis 22.12.2017 eingerichtet.
  • Bis 31.12.2021 werden mind. 12 Jugendeinrichtungen zu „gesundheitskompetenten Jugendeinrichtungen“.
  • Ein Steiermark-weites Jugendredaktionsteam mit mindestens sieben Jugendlichen wird bis 31.12.2017 aufgebaut und bis 31.12.2021 begleitet.
  • In klassischen und neuen Medien wird die Öffentlichkeit von 2018 bis 2021 laufend über das Projekt XUND und DU informiert.

 

Ausgangslage:


Wie aus der European Health Literacy Survey (HLS-EU Studie) von 2012 hervorgeht, weist Österreich im Vergleich zu sieben weiteren EU-Staaten (Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Irland, Niederlande, Polen und Spanien) eine unterdurchschnittliche Gesundheitskompetenz auf und rangiert damit an vorletzter Stelle. Demzufolge hat die Mehrzahl der Österreicherinnen/Österreicher (56,4%) eine inadäquate oder problematische Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz der Österreicherinnen/Österreicher liegt dabei in allen drei Teilbereichen (Krankheitsbewältigung, Prävention und Gesundheitsförderung) unter dem Durchschnitt aller befragten Länder.

Innerhalb von Österreich weist die Steiermark dabei die niedrigste Gesundheitskompetenz auf: Beim Teilindex Prävention liegt der Anteil der Steirerinnen/Steirer, die über eine ausreichende oder exzellente Gesundheitskompetenz für diesen Bereich verfügen, bei 47,4% (Österreich: 55%), beim Teilindex Krankheitsbewältigung bei 43,9% (Österreich: 54,9%) und beim Teilindex Prävention bei 33,3% (Österreich: 41,8%). Auch bei den Jugendlichen wurde festgestellt, dass 60% der steirischen Jugendlichen bis 15 Jahre eine inadäquate oder problematische Gesundheitskompetenz aufweisen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation insgesamt noch nicht wesentlich gebessert hat und das Thema Gesundheitskompetenz noch weiter forciert werden muss.

Im Rahmen der Vorsorgemittelperiode 2015/2016 wurden in der Steiermark in den sieben Großregionen (Steirischer Zentralraum, Südweststeiermark, Südoststeiermark, Oststeiermark, Obersteiermark Ost, Obersteiermark West und Liezen) bereits Maßnahmen umgesetzt und jeweils in einer Jugendgesundheitskonferenz präsentiert. Die begleitende Evaluation hat gezeigt, dass die gesetzten Maßnahmen erfolgreich waren und die Gesundheitskompetenz bei den teilnehmenden Jugendlichen gesteigert werden konnte. Um diesen Aufwärtstrend weiter zu forcieren, sollen auch in der Vorsorgemittelperiode 2017-2021 “Jugendgesundheitskonferenzen” in der Steiermark umgesetzt werden. Eine Implementierung des Themas in der schulischen, aber vor allem in der außerschulischen Jugendarbeit wird angestrebt.

Zusätzlich wird seitens des Gesundheitsfonds Steiermark 2017ff. ein Schwerpunkt “Gesundheitskompetenz” umgesetzt werden, in dessen Rahmen auch Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz bei chronisch Kranken und anderen Patientinnen/Patienten sowie der Stärkung der Gesundheitskompetenz allgemein bei Erwachsenen umgesetzt werden. Auch die neuen Primärversorgungszentren sollen im Sinne eines “gesundheitskompetenten Gesundheitszentrums” geschult und unterstützt werden. Somit rundet das Modellprojekt “Jugendgesundheitskonferenz” das Spektrum ab und ergänzt die Maßnahmen für die Zielgruppe der Jugendlichen.

 

Methodik:


Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation: Durch Presseveranstaltungen und -aussendungen, die Erstellung einer Website, die Bespielung relevanter Social-Media-Kanäle, usw. soll eine möglichst breite Öffentlichkeit erreicht werden. Andererseits dienen unterschiedliche Maßnahmen zur Kommunikation mit den verschiedenen Zielgruppen (z.B. Aufbereitung und Nutzung diverser Kommunikationskanäle, Aufbau eines Jugendredaktionsteams, usw.).

VernetzungIm Zuge von „XUND und DU“ werden Netzwerke zum Thema „Gesundheitskompetenz & Jugendarbeit“ installiert. Im Sinne von „Health in All Policies“ werden hierzu Multiplikator/-innen aus der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit und Expert/-innen von regionalen Fachstellen aus dem Gesundheits- und Gesundheitsförderungsbereich eingeladen.

Projektunterstützungen: Mithilfe von Projektunterstützungen werden Einrichtungen aus der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit dazu animiert, sich mit dem Begriff „Gesundheitskompetenz“ auseinanderzusetzen und partizipativ Projekte und Aktivitäten zur Steigerung der Gesundheitskompetenz zu entwickeln. Neben einmaligen, so genannten „regionalen Initiativen“, bei denen Projekte zur Förderung der Gesundheitskompetenz von Jugendeinrichtungen nach bekanntem Muster mit bis zu 300 Euro unterstützt werden, werden erstmals zwanzig langfristige „Projektpartnerschaften“ mit Jugendeinrichtungen geschlossen, die unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen müssen.

Jugendgesundheitskonferenzen: Die Jugendgesundheitskonferenzen sind als vierstündige „Gesundheitsmesse“ für Jugendliche konzipiert. Im Mittelpunkt stehen jene Aktivitäten, die mithilfe der „XUND und DU“-Projektunterstützungen in der Region umgesetzt wurden. Zusätzlich zeigen hier regionale und überregionale Organisationen ihr Angebot für Jugendliche zu zentralen Themen des ganzheitlichen Gesundheitsbegriffs.

Nachhaltigkeit: Im aktuellen Projektdurchlauf werden mehrere innovative Maßnahmen zur Nachhaltigkeit des Projekts getroffen: # Einrichtungen, die im Zuge der „XUND und DU“-Projektpartnerschaften den Schwerpunkt auf „Gesundheitskompetenz“ legen, erhalten die Möglichkeit, einen begleiteten Prozess zur „gesundheitskompetenten Jugendeinrichtung“ zu durchlaufen. # Zur Vorbereitung auf den Besuch der Jugendgesundheitskonferenzen und zur Einführung ins Thema „Gesundheitskompetenz“ werden teilnehmenden Schulen und Jugendgruppen kostenlose Workshops zum Thema „Gesundheitskompetenz“ angeboten. # Allen steirischen Schulen der Sekundarstufen I und II wird eine Methodensammlung zur Anwendung im Unterricht angeboten. # Multiplikator/-innen der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit werden zu themenspezifischen Fort- und Weiterbildungen eingeladen.

EvaluationNeben diversen Bausteinen der internen Evaluation, Qualitätssicherung und Dokumentation fokussiert die externe Evaluation besonders die unterschiedlichen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit des Projekts.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 1:


Gerade die außerschulische Jugendarbeit, welche durch Arbeitsprinzipien wie Niederschwelligkeit, Freiwilligkeit, usw. geprägt ist, zählt mit ihren vielfältigen Angeboten für junge Menschen zu jenen Settings, in denen präventive Maßnahmen besonders gut angenommen werden. Das vorliegende Projekt animiert durch zahlreiche Maßnahmen die Multiplikator/-innen vor Ort, sich gemeinsam mit den Jugendlichen mit dem Thema der Gesundheitskompetenz zu beschäftigen gemeinsam neue, kreative Angebote zur Gesundheitsförderung zu finden.

Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort werden die Einrichtungen anhand der Dimensionen organisationaler Gesundheitskompetenz nach dem Wiener Modell für gesundheitskompetente Krankenversorgungseinrichtungen evaluiert, gemeinsam mit dem Team werden Maßnahmen getroffen und somit die organisationale Gesundheitskompetenz gefördert. Zahlreiche weitere Projektbausteine, wie beispielsweise ein regelmäßiges Fort- und Weiterbildungsangebot für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit, die Implementierung regionaler Netzwerke zum Thema „Gesundheitskompetenz“, die aus regionalen Einrichtungen aus schulischer und außerschulischer Jugendarbeit, sowie aus regionaler Fachstellen aus dem Gesundheits- und Gesundheitsförderungsbereichs gebildet werden, die Erstellung einer Methodensammlung zum Thema „Gesundheitskompetenz“ zur selbstständigen Umsetzung im Unterricht, die Durchführung von 20 Jugendgesundheitskonferenzen als regionaler Informationsraum für junge Menschen zum Thema Gesundheitsförderung oder die Durchführung von Workshops zum Thema „Gesundheitskompetenz“ in steirischen Schulen tragen ihren Beitrag dazu bei, das Wirkungsziel 1 zu erreichen.

Mithilfe von Mikro-Projektunterstützungen werden sie in weiterer Folge befähigt, diese Maßnahmen umzusetzen. Mit dieser „Anstoßfinanzierung“ können gesundheitsfördernde Angebote und Aktivitäten ausprobiert werden und kleine Anschaffungen (z.B. Sportgeräte, Kochutensilien, usw.) getätigt werden, die auch nach Projektende in den Einrichtungen regelmäßig zum Einsatz kommen bzw. wiederholt angeboten werden können. Jugendeinrichtungen werden außerdem innerhalb eines weiteren Projektbausteins auf ihrem Prozess zu einer „gesundheitskompetenten Jugendeinrichtung“ begleitet.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Zur Erreichung des Wirkungsziels 2 wird insbesondere durch folgende Maßnahmen beigetragen:

  • Multiplikatorinnen/Multiplikatoren in Jugendeinrichtungen der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit werden mithilfe von Mikroprojektunterstützungen befähigt, gesundheitsfördernde Projekte und Aktivitäten gemeinsam mit den Jugendlichen vor Ort umzusetzen, die zuvor in einem partizipativen Prozess erarbeitet wurden.
  • Durch das Arbeitsprinzip der Freiwilligkeit, dem niederschwelligen Zugang und durch die etablierte „Kultur der zweiten und dritten Chance“ werden gerade in Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit sozial benachteiligte Jugendliche besonders gut erreicht. Durch die Fokussierung dieses Arbeitsfeldes im Zuge von so genannten „Projektpartnerschaften“ (Jugendeinrichtungen setzen mindestens viermal jährlich spezielle Aktivitäten zur Förderung der Gesundheitskompetenz und erhalten hierfür jährlich eine Förderung) trägt das vorliegende Projekt zur Steigerung der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit bei.
  • Im Zuge der „regionalen Initiativen“ (Mikroprojektunterstützungen) wird das Prozedere so bürokratisch wie nötig und so unbürokratisch wie möglich ausgestaltet, um es möglichst vielen unterschiedlichen Bereichen aus der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit zu ermöglichen, am Projekt teilzunehmen.
  •  Bei regelmäßigen Netzwerktreffen in allen steirischen Regionen wird ein Austausch zwischen Einrichtungen aus der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit und Fachstellen aus dem Gesundheits- und Gesundheitsförderungsbereich ermöglicht.
  • Eine weitere Maßnahme, die besonders zur Erreichung des Wirkungsziels beiträgt, ist die Installation eines Jugendredaktionsteams. Jugendliche fungieren als Reporterinnen und Reporter und kommunizieren über ihre Kanäle und in einer altersadäquaten Sprache mit anderen Jugendlichen über unterschiedliche Gesundheitsthemen. Hierfür erhalten sie Unterstützung in Puncto technischem Knowhow und fachlichem Input, die Themen werden von den Jugendlichen selbst gewählt.
  • Die regionalen Jugendgesundheitskonferenzen fungieren für junge Menschen als regionaler Marktplatz der Gesundheitsförderung. Hier wird den Jugendlichen die Vielfalt an gesundheitsfördernden Aktivitäten in der Region präsentiert. Die jungen Menschen können hier unterschiedliche gesundheitsfördernde Angebote am eigenen Körper erleben und selbst Erfahrungen machen.

 

Zum Bericht der Kick-off Veranstaltung im Rahmen des Projektstarts

12.10.2018

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