Wir begleiten Gesundheit (wibeg)

Einrichtung: beratungsgruppe.at - Verein für Informationsvermittlung, Bildung und Beratung
zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Liesl Frankl
Website der Einrichtung: www.beratungsgruppe.at
Maßnahmenkoordinator/in: Liesl Frankl
(geplante) Laufzeit: 24. Juni 2013 bis 31. Dezember 2018
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


„Wir begleiten Gesundheit“ ist ein FGÖ-Transferprojekt zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Migrantinnen – Müttern und Großmüttern mit sehr niedrigem SES. Der Verein beratungsgruppe.at (kurz: bg) wurde vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) mit der Transfer-Umsetzung beauftragt. Zielgruppe sind Frauen, die als „schwer erreichbar“ gelten, vorwiegend aus dem muslimischen Kulturkreis kommen und angesichts ihrer spezifischen Lebenssituation (äußerst wenig Bildung, mangelnde Sprachkompetenz und Deutschkenntnisse, kaum eigenes Einkommen, Abhängigkeit von Mann und Familie, traditionell geprägtes Frauenbild, überdurchschnittlich viele Kinder, niedriges Alter bei der Erstgeburt etc.) sozial und gesundheitlich besonders benachteiligt sind.

wibeg fasst drei Modellprojekte zusammen, die von bg entwickelt und in den Jahren 2010-2013 mit 600 langfristig betreuten Teilnehmerinnen aus dieser Zielgruppe in Wien und NÖ-Gemeinden im Umland erfolgreich durchgeführt wurden:

Die drei Modellprojekte fokussieren auf eine Zielgruppe, die durch übliche Kommunikationsstrategien nicht erreicht wird. Ziele sind Informationen zu diversen Gesundheitsthemen zu vermitteln und Unterstützung bei der Navigation durch das Gesundheitssystem zu bieten, um die Frauen hinsichtlich Entscheidungen für ihre eigene Gesundheit und die der Familie zu empowern.
Ausschlaggebend für die Auswahl dieser drei Projekte zum Bundesländertransfer seitens des FGÖ war vor allem die gute Zielerreichung aufgrund der allen drei gemeinsamen, zielgruppenadäquaten Projektmethodik. Gearbeitet wird aufsuchend mit geschulten, zielgruppennahen Multiplikatorinnen – den Tutorinnen, die die Frauen in deren Wohnumfeld ansprechen, zur Teilnahme einladen (Akquise) und dann in Kleingruppen mit ca. fünf Teilnehmerinnen im 14-Tage-Rhythmus langfristig betreuen. Zusätzlich gibt es von den Tutorinnen begleitete Exkursionen und Workshops mit Referentinnen.
Die einzelnen wibeg-Bausteine – die drei Modellprojekte und ihre inhaltlichen Schwerpunkte – können von den Umsetzern auf den Bedarf und nach Maßgabe im jeweiligen Bundesland bzw. in den Gemeinden abgestimmt werden. bg leistet den Umsetzern in sämtlichen Projektphasen Support.

Aufgrund unterschiedlicher Ausgangslagen in den einzelnen Bundesländern findet der Transfer in Form eines Stufenplans statt. Mit 01.07.2015 startete wibeg in Niederösterreich. Durchgeführt wird dort das Projekt vom Zentrum für Frauengesundheit/Wr. Neustadt der Caritas mit ca. 130 Teilnehmerinnen, kofinanziert vom Land Niederösterreich und der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse. Das Projekt hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

 

Ausgangslage:


Der FGÖ hat im Jahr 2013 einen Arbeitsschwerpunkt „Transfer von Projekterfahrungen und Projektergebnissen“ im Sinne von Nachhaltigkeit und Vernetzung gestartet  und dafür spezifische Mittel gewidmet. Zielsetzung der FGÖ-Transferinitiative ist es, bewährte und vom FGÖ geförderte Pilotprojekte in andere Regionen zu transferieren, um erfolgreiche Projekte weiter zu verbreiten und Erfahrungen zu Transferprozessen zu gewinnen.

Vorrangiges Ziel der drei vom FGÖ zu wibeg zusammengefassten Projekte gekona, agese und FITZU ist die Stärkung von Health Literacy, also der Gesundheitskompetenz. Studien und die Praxis zeigen, dass die Projektzielgruppe kaum über Gesundheitskompetenz verfügt, und dass daher hier besonders großer Bedarf an Förderung vorliegt. Die Auswahl der drei (zu wibeg vereinten) Projekte erfolgte vor allem auch aufgrund ihrer Methodik und Maßnahmen, die wesentlich und nachhaltig zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der schwererreichbaren Zielgruppe beigetragen haben.

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung von Gesundheitskompetenz stellt in diesem Feld eine Herausforderung dar, die mit gekona, agese und FITZU bewältigt werden konnte, und zwar durch die sehr gezielten und für die Zielgruppe passenden Vorgehensweisen: Aufsuchende Arbeit in den Lebenswelten mit zielgruppennahen Multiplikatorinnen – in eher privaten Umgebungen, Vereinen oder Glaubensgemeinschaften. Um nachhaltige Wirkungen, also die nachhaltige Steigerung von Health Literacy zu erzielen, braucht es eine längerfristige, kontinuierliche Betreuung und Begleitung, wie sie bei den drei Projekten gegeben ist. Gesundheitlich besonders benachteiligt sind Frauen mit großer Kinderzahl, geringen Sprachkenntnissen, die nicht erwerbstätig und sozial wenig integriert sind. Genau diese Frauen haben jedoch in ihrer familiären Rolle bedeutenden Einfluss auf die gesundheitliche Entwicklung vieler Familienmitglieder und die Weitergabe von Gesundheitskompetenz. Die drei wibeg-Bausteine gekona, agese und FITZU erreichten Zielgruppe und Zielesetzungen, sie sind durchgängig dokumentiert und die Abläufe standardisiert, umfangreiches Projektmaterial liegt vor.

 

Methodik:


Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen aus dem Transferprozess, der Kooperation mit dem FGÖ und in Abstimmung mit dem Projektverantwortlichen Mag. Dr. Rainer Christ werden weitere notwendige Leistungen seitens bg gesetzt. Im Zuge der bisherigen Aktivitäten ist es gelungen, erfahrene Umsetzer in den Bundesländern Niederösterreich (Caritas- Zentrum für Frauengesundheit) und Tirol (Verein multikulturell) für das Transferprojekt wibeg zu gewinnen. Die weiteren Arbeiten von bg sind:

  1. Support für Umsetzer, in Form von Einreichberatung, Projektteam- und Tutorenschulung, prozessbegleitende Rückkoppelungsgespräche, Material- und Texterstellungen etc.
  2. Steuerung des Transferprojekts in Kooperation/Abstimmung mit dem FGÖ sowie Unterstützung beim Fundraising bei den Stakeholdern
  3. Mitwirkung an der Transferevaluierung durch das GÖG-Team
  4. Bundesweite Vernetzungstätigkeiten, Präsentationen bei Veranstaltungen
  5. Vorbereitung weiterer, bundesweiter Transferschritte (identifizieren möglicher Umsetzer in anderen Bundesländern, durchführen von Workshops etc.)

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Wir begleiten Gesundheit – das Transferprojekt des FGÖ – dient der Steigerung der Gesundheitskompetenz, der Gesundheitsförderung und Gesundheitsvorsorge bei Migrantinnen mit niedrigem sozioökonomischem Status. Vom FGÖ wurde beabsichtigt, den Themen Nachhaltigkeit und Vernetzung im Sinne des Transfers von Projekterfahrungen und Projektergebnissen zunehmend Relevanz einzuräumen und in Projekten geschaffenes Wissen dauerhaft und dynamisch zugänglich zu machen. Da die Projektzielgruppe – Frauen mit niedrigem sozioökonomischem Status und Migrationshintergrund eine besonders benachteiligte und schwer erreichbare Zielgruppe darstellen, weil in keinem Organisationssetting auffindbar, hat der FGÖ beschlossen, die Ergebnisse und Erfahrungen der von beratungsgruppe.at erfolgreich durchgeführten Projekte gekona, agese und FITZU zur Stärkung der Gesundheitskompetenz und des Empowerments dieser Zielgruppe zu verbreiten und das wirkungsvolle Konzept in die Bundesländer zu übertragen, um damit gesundheitliche Chancengerechtigkeit als zentralen Aspekt in Maßnahmenplanung und -umsetzung systematisch zu integrieren.24. Juni 2013 bis 31. Dezember 2018

12.10.2018

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