Umfrage zu Online-Diensten als Informationsquelle

Gesundheitsinformationen im Internet

Gute Gesundheitsinformationen sind die Grundlage für informierte Entscheidungen und die Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit. Die Zunahme digitaler Kanäle bringt jedoch in Krankheits- und Gesundheitsfragen erhebliche Herausforderungen mit sich.

Daten zur digitalen Gesundheitskompetenz, die 2024 im Rahmen des Panel Gesundheitsförderung erhoben wurden, zeigen, dass rund zwei Drittel der ab 16-jährigen Bevölkerung in Österreich Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen haben. 

Dieser Befund ist insofern relevant, da sich mit zunehmenden Gesundheitsinformationen im Internet auch vermehrt falsche und irreführende Informationen verbreiten, die dann zur Basis für Entscheidungen werden.

Repräsentative Bevölkerungsbefragung

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) eine bundesweite Online-Befragung zu Online-Diensten als Informationsquellen in Gesundheitsfragen durchgeführt. Umgesetzt wurde diese vom Österreichischen Gallup-Institut.

Im Zeitraum vom 10. September bis 9. Oktober 2025 wurden dabei 2.000 Internetnutzer:innen ab 18 Jahren in Form eines CAWI-Interviews (Computer Assisted Web Interviewing) befragt. Gewichtet wurde hierbei nach Alter (4 Gruppen), Geschlecht, Bildung (Matura ja/nein), Bundesland, Ortsgröße und Erwerbsstatus (erwerbstätig vs. nicht erwerbstätig).

Zentrale Ergebnisse: 

89 % der Befragten haben bereits gezielt online nach Gesundheitsinformationen gesucht:

  • Die am häufigsten genutzten Kanäle sind Suchmaschinen (97 %), gefolgt von Gesundheitsportalen (85 %), KI-Chatbots (59 %), sozialen Medien (56 %) und Messenger-Diensten (54 %)
  • Besonders oft werden Themen wie Medikamente und Arzneimittel (66 Prozent), Krankheitssymptome (60 Prozent) und Selbstbehandlungsmethoden (60 Prozent) recherchiert.
  • 31–57 % fühlen sich häufig oder gelegentlich falsch informiert; soziale Medien schneiden am schlechtesten ab (57 %).
  • Gesundheitsportale genießen das höchste Vertrauen (94 %), gefolgt von Suchmaschinen (77 %), soziale Medien bilden das Schlusslicht (38 %).
  • 97 % halten eine Qualitätssicherung von Online-Gesundheitsinformationen für wichtig.
2025 11 25 09 34 05 GGI Gallup Grafiken pptx PowerPoint
Gefühl falsch informiert zu werden 26112025
Vertrauenswürdigkeit von Online Diensten 26112025

Gesundheitsinformationen zertifizieren – die Initiative InfoCure

Die Bertelsmann Stiftung hat gemeinsam mit der Gesundheit Österreich GmbH sowie der Schweizer Careum Stiftung die gemeinnützige Initiative "InfoCure" ins Leben gerufen. Zu diesem Zweck wird ein internationales Zertifizierungssystem entwickelt, das Anbieter von Gesundheitsinformationen anhand struktureller und prozessualer Indikatoren überprüft. Dieses Zertifikat soll digitalen Plattformen, Suchmaschinen und KI-Anwendungen helfen, vertrauenswürdige Quellen zu erkennen.

Ähnliche Artikel

Qualität und Vertrauen in Gesundheitsinformationen stärken

Rund 80 Teilnehmer:innen aus den D-A-CH Staaten kamen Anfang April 2025 in Wien zusammen und diskutierten Herausforderungen und Lösungsansätze, um in einer digitalisierten Welt die Qualität und das Vertrauen in Gesundheitsinformationen zu stärken. Die Ergebnisse der spannenden Diskussionen sind in einem Ergebnispapier zusammengefasst und Handlungsempfehlungen abgeleitet.