Studie: Gesundheitskompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund

Migrationsstatus wird international als Risikofaktor für mangelnde Gesundheitskompetenz und dementsprechend negative Auswirkungen thematisiert. Eine Anfang 2016 veröffentlichte Studie behandelt das Thema Gesundheitskompetenz und Migration in Österreich in einer qualitativen und quantitativen Studie.

 

Bisher gab es international nur wenige und in Österreich keine Daten zur Gesundheitskompetenz von Migrantinnen und Migranten. Um diese Wissenslücken zu schließen wurde vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in Kooperation mit dem Fonds Gesundes Österreich und der Merck Sharp & Dohme GesmbH Österreich die Durchführung der Studie „Gesundheitskompetenz bei Personen mit Migrationshintergrund aus der Türkei und Ex-Jugoslawien in Österreich“ beauftragt. Die Studie beforscht das Thema durch die Durchführung von Literaturanalysen, Fokusgruppen, Expertenbefragungen und einer quantitativen Fragebogenerhebung.

 

Die zentrale Erkenntnisse sind kurz zusammengefasst:

  • Migrationsstatus bedeutet nicht, dass geringe Gesundheitskompetenz vorliegt: Entgegen allen Erwartungen ist die Gesundheitskompetenz wichtiger Migrantengruppen nicht schlechter als jene österreichischer Bürgerinnen/Bürger. Sozio-ökonomisch besser gestellte und besser integrierte Migrantinnen/Migranten haben im Vergleich zu entsprechenden österreichischen Gruppen sogar eine bessere Gesundheitskompetenz.
  • Gelungene Integration ist von zentraler Bedeutung: Eine wichtige Rolle in Hinblick auf die Gesundheitskompetenz spielen die Sprachkompetenz sowie die erlebte Integration. Personen mit guten Deutschkenntnissen und erworbener österreichischer Staatsbürgerschaft zeigten deutlich besser Ergebnisse in Hinblick auf die Gesundheitskompetenz.
  • Sozioökonomische Faktoren sind die entscheidenden Faktoren für die Gesundheitskompetenz: Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz können nur politikfeldübergreifend wirksam werden.
    Die Studie zeigt nachdrücklich auf, dass eine Verbesserung  der Gesundheitskompetenz hauptsächlich vom allgemeinen sozioökonomischen Status abhängt und migrantenspezifische Determinanten eine geringere Rolle spielen.

Den Endbericht der Studie „Gesundheitskompetenz bei Personen mit Migrationshintergrund aus der Türkei und Ex- Jugoslawien in Österreich“ und den Anhang zur Studie können Sie auf der Webseite des FGÖ herunterladen.

Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Studien, Modellen guter Praxis, Tools und Links zum Thema Gesundheitskompetenz finden Sie im Wissenscenter.

28.06.2016

Diesen Beitrag fand ich ...

0 0
Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen? Bitte informieren Sie uns unter oepgk@goeg.at.

Kategorien:

Aktuelles