Steiermark: Mehr Gesundheitskompetenz – MEHR Beteiligung!

Ende Mai lud der Gesundheitsfonds Steiermark zur Infoveranstaltung „MEHR Beteiligung! Gesundheit verstehen – beurteilen – anwenden.“ Mehr als 160 Interessierte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen informierten sich über die Pläne für ein moderne Gesundheitsversorgung und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Steirerinnen und Steirer.

Anlass der Veranstaltung war der Steirische Gesundheitsplan 2035. Darin heißt es nämlich: MEHR Beteiligung! Mit dieser Prämisse möchte der Steirische Gesundheitsplan zu einem modernen und zukunftsfähigen Gesundheitssystem beitragen, indem die Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger einfacher und besser verständlich werden soll.

Gesundheitskompetenz im Steirischen Gesundheitsplan 2035

Ziel ist, den Menschen in der Steiermark den Zugang zu Informationen zu erleichtern, um selbst für mehr Gesundheit im Alltag sorgen können und länger gesund zu bleiben. Die Ergebnisse des Europäischen Health Literacy Survey bekräftigen dieses Ziel. Die Studie zeigte, dass die Steirerinnen und Steirer im Vergleich mit anderen Bundesländern die niedrigste Gesundheitskompetenz in Österreich aufweisen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Steirerinnen und Steirer

Um die Gesundheitskompetenz der Steirerinnen und Steirer zu verbessern, starten der Gesundheitsfonds Steiermark und die Steiermärkische Gebietskrankenkasse im kommenden Jahr zahlreiche Initiativen. Für die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler wird es neben Kursen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz auch eine Fortführung der Jugendgesundheitskonferenzen geben. Für chronisch Kranke sollen landesweit Selbstmanagementkurse angeboten werden. Zudem wird derzeit mit der Med Uni Graz und der FH Joanneum ein Konzept ausgearbeitet, wie im Rahmen einer „PatientInnenuniversität“ Themen der Gesundheitsförderung und der Gesundheitskompetenz integriert werden können.

Auch für die Zielgruppe der älteren Personen wird es Kurse in Gesundheitskompetenz geben. Für die neu entstehenden Gesundheitszentren in der „Neuen Primärversorgung“ wird seitens des Gesundheitsfonds zudem ein Konzept ausgearbeitet, um auf die schlechte Gesundheitskompetenz der Bevölkerung reagieren zu können. Neben Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mündlicher und schriftlicher Kommunikation stehen hier auch Kooperationen zu unterstützenden Programmen auf der Tagesordnung.

Förderungscall Gesundheitskompetenz: Projekte gefragt!

Einen zentralen Punkt der Veranstaltung nahm die Präsentation des Förderungscalls Gesundheitskompetenz ein. Dabei können gemeinnützige Organisationen, Institutionen, Unternehmen aber auch Gemeinden, NGO’s, Vereine, Universitäten und Fachhochschulen innovative Pilotprojekte einreichen, die zu einer Steigerung der persönlichen Gesundheitskompetenz und/oder zu einem gesundheitskompetenten System beitragen. Es werden Projekte mit einer Umsetzungsdauer zwischen 12 und 36 Monaten gefördert – wobei der frühestmögliche Umsetzungsstart mit 1. Jänner 2018 festgelegt wurde.

Die Projekte müssen den sechs Förderschwerpunkten entsprechen, welche Ende Juni in den Förderungsrichtlinien auf der Homepage nachzulesen sein werden. Neben Schulungsmodellen für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter oder Multiplikatorinnen/Multiplikatoren im Gesundheitssystem) werden auch Modelle zur Integration des Themas Gesundheitskompetenz in den Bildungs- und Medienbereich darin enthalten sein. Projekte können bis zum 13. Oktober 2017 mit den auf der Webseite des Gesundheitsfonds Steiermark zum Download verfügbaren Dokumenten eingereicht werden.

 

v.l.n.r. Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, Kristina Klöckl vom Gesundheitsfonds Steiermark, GKK-Obfrau Verena Nussbaum, Sandra Marczik-Zettinig vom Gesundheitsfonds Steiermark und Bildungslandesrätin Ursula Lackner © Gesundheitsfonds Steiermark

 

Download: Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Steirerinnen und Steirer

Autorin: Kristina Klöckl, Gesundheitsfonds Steiermark

 

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