Die Stärkung der Medication Adherence von Patient/-innen mit chronischen Erkrankungen in Hinblick auf deren Health Literacy

Autorin: Lampersberger, L.
Erscheinungsjahr: 2019

In Österreich weisen 64,2% der chronischen Kranken eine limitierte Health Literacy auf, das heißt, sie haben nicht ausreichend Kompetenzen zur Lösung der eigenen Gesundheitsprobleme, wie die richtige Einnahme ihrer verordneten Medikamente (Pelikan et al., 2013). Um Medication Adherence, also eine für alle Beteiligten akzeptable Medikation auf Grundlage der aktiven, freiwilligen und partnerschaftlichen Einbeziehung der Patientinnen und Patienten, die zu einem therapeutischen Resultat führt (Meichenbaum & Turk, 1987), aufzuweisen müssen Patientinnen und Patienten mit Gesundheitsinformationen richtig umgehen können (Halsbeck, 2017; Schaeffer, 2017). Sie benötigen dafür Health Literacy und bei der Erlangung dieser sind Pflegepersonen wesentlich durch Information und Edukation beteiligt (Ewers et al., 2017; Schaeffer, 2017).

Um diese Problemstellung zu thematisieren, wurde unter der Betreuung von Sen.Lecturer Dr.in rer.cur. Franziska Großschädl, BSc, MSc und Univ.-Prof.in Dr.in rer.cur., Diplompflegepädagogin Christa Lohrmann vom Institut für Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz ein Systematic Review durchgeführt. Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, wodurch die Medication Adherence von Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen in Hinblick auf deren Health Literacy gestärkt werden kann.

Anhand einer systematischen Literaturrecherche und kritischen Beurteilung der erhobenen Literatur konnten sechzehn Studien in das Systematic Review aufgenommen werden. Die Ergebnisse dieser Studien haben gezeigt, dass vor allem Schulungen in Kombination mit technischen Hilfsmitteln oder verschiedenen Techniken zur Wissensvermittlung (zum Beispiel die Teach-Back Methode), die Medication Adherence signifikant verbesserten. Bei Personen mit Demenz konnte eine signifikante Verbesserung durch die Vereinfachung und Anpassung der medikamentösen Therapie erreich werden. Bei Interventionen durch Pflegepersonen war eine signifikante Verbesserung der Medication Adherence ersichtlich.

Die Ergebnisse zeigen, dass Schulungen eine zentrale Rolle in der Verbesserung der Medication Adherence von chronisch Kranken spielen, wobei diese durch digitale Medien oder der Teach-Back Methode unterstützt werden können. Health Literacy nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein, denn dadurch werden Personen dazu befähigt, sich in verschiedenen Gesundheitsbereichen zurecht zu finden, wodurch Menschen in der Lage sind, die Kontrolle über ihre eigene Gesundheit zu übernehmen. Schulungen werden in der Praxis empfohlen, wobei die partnerschaftliche Beziehung zwischen Gesundheitspersonal und Patientinnen und Patienten den Fokus in der Therapieplanung und Schulung bilden soll.

Referenzliste
  • EWERS, M., SCHAEFFER, D. & MELEIS, A. I. 2017. „Teach more, do less“ – Förderung von Health Literacy als Aufgabe der Pflege. In: SCHAEFFER, D. & PELIKAN, J. M. (eds.) Health Literacy: Forschungsstand und Perspektiven. 1 ed. Bern: Hogrefe.
  • HALSBECK, J. 2017. Medication Literacy – Gesundheitskompetenz, chronische Krankheit und Selbstmanagement bei Medikamenten. In: SCHAEFFER, D. & PELIKAN, J. M. (eds.) Health Literacy: Forschungsstand und Perspektiven. 1 ed. Bern: Hogrefe.
  • MEICHENBAUM, D. & TURK, D. C. 1987. Facilitating Treatment Adherence, New York, Springer.
  • PELIKAN, J. M., RÖTHLIN, F. & GNAHL, K. 2013. Die Gesundheitskompetenz der österreichischen Bevölkerung – nach Bundesländern und im internationalen Vergleich. Abschlussbericht der Österreichischen Gesundheitskompetenz (Health Literacy) Bundesländer-Studie. LBIHPR Forschungsbericht.
  • SCHAEFFER, D. 2017. Chronsche Krankheit und Health Literacy. In: SCHAEFFER, D. & PELIKAN, J. M. (eds.) Health Literacy: Forschungsstand und Perspektiven. 1 ed. Bern: Hogrefe.
27.06.2019

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