Stärkung des Selbstmanagements bei chronisch kranken Patientinnen und Patienten in Hinblick auf die Health Literacy: Eine systematische Literaturübersicht

Autorinnen/Autoren: Hinger, S.
Erscheinungsjahr: 2018

Sofia Hinger, BScN, MScN  zeigt in ihrer Abschlussarbeit im Rahmen des Masterstudiums Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz, pflegerelevante Maßnahmen zur Stärkung des Selbstmanagements bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen in Hinblick auf deren Health Literacy auf. Als geeignetes Studiendesign erwies sich eine systematische Übersichtsarbeit, welche durch Sen.Lecturer Dr.in rer.cur. Franziska Großschädl, BSc, MSc und Univ.-Prof.in Dr.in rer.cur., Diplompflegepädagogin Christa Lohrmann vom Institut für Pflegewissenschaft betreut wurde.

Durch die HLS-EU Studie zeigte sich bei einem Großteil der Österreicherinnen und Österreicher eine inadäquate oder problematische Health Literacy (HLS-EU, 2012). Das Risiko für eine chronische Erkrankung, kann dadurch erhöht, aber auch das unzureichende Selbstmanagement der eigenen Krankheit kann dadurch verursacht sein (De Walt, 2004). Der Pflege wird in dieser Problematik eine wichtige Rolle zugeschrieben, da diese die größte Berufsgruppe im Gesundheitssystem ist und häufig enger Patientinnen- und Patientenkontakt stattfindet (Haas et al.,2012).

Ausgehend dieser Problematik wurden in der Abschlussarbeit im Rahmen des Masterstudiums Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz, nach pflegerelevanten Maßnahmen zur Stärkung des Selbstmanagements bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen in Hinblick auf deren Health Literacy aufgezeigt. Als geeignetes Studiendesign erwies sich eine systematische Übersichtsarbeit, welche durch Sen.Lecturer Dr.in rer.cur. Franziska Großschädl, BSc, MSc und Univ.-Prof.in Dr.in rer.cur., Diplompflegepädagogin Christa Lohrmann vom Institut für Pflegewissenschaft betreut wurde.

Durch eine systematische Literatursuche und kritische Beurteilung der erhobenen Literatur konnten 11 Studien identifiziert werden. Die Studiensettings bezogen sich sowohl auf den Akutbereich als auch auf den extramuralen Bereich. Als wichtige Intervention konnte die Teach-Back-Kommunikationsmethode identifiziert werden. Weiter konnten Gesundheitscoachs als wichtige Brücke zwischen Patientin und Patient und Selbstmanagement herausgefunden werden. Ein Fokus der Studienergebnisse liegt im Entlassungsmanagement. Hierfür lag der Schwerpunkt bei Herzkreislauf Erkrankungen und Diabetes Mellitus Typ2. Die Interventionen beinhalteten vor allem Hausbesuche, Mailkontakt, Videokonferenzen und Telefonate. Häufig wurden als Unterstützung schriftliche Skripten, Broschüren und Folder aber auch DVDs verwendet.

Es kann aus den Ergebnissen folglich erschlossen werden, dass das Aneignen von Wissen in engem Zusammenhang sowohl mit Health Literacy als auch mit dem Selbstmanagement von chronischen Erkrankungen steht.

Die bewusste Gesprächsführung und der Einsatz von Hilfsmitteln ist sowohl für chronisch Erkrankte als auch für deren Angehörige vor allem im

Entlassungsmanagement und im extramuralen Bereich von großer Bedeutung. Die Verbreitung von Disease-Management-Programmen in Österreich, der Einsatz von Gemeindeschwestern und auch die Implementierung von Advanced Nursing Practitioniers können als Empfehlungen für die Pflegepraxis abgeleitet werden.

 

Referenzliste


  • HLS-EU Consortium, 2012, “Comparative Report of Health Literacy in eight EU member states: The European Health Literacy Survey HLS-EU.”
  • De Walt, D., Berkman, S. Sheridan, K., Lohr, M. & Pignone, P. 2004, „Literacy and health outcomes: a systematic review of the literature.“ J Gen Intern Med 19(12): 1228-1239
  • Haas, L., Maryniuk, M., Beck, J., Cox, CE., Duker, P., Edwards, L., Fisher, EB., Hanson, L., Kent, D., Kolb, L., McLaughlin, S., Orzeck, E., Piette, JD., Rhinehart, AS., Rothman, R., Sklaroff, S., Tomky, D. & Youssef, G. 2012, “National Standards for Diabetes Self-Management Education and Support“, Diabetes care, 36(1): 100-108.
17.12.2018

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