Stärkung der Gesundheitskompetenz in der tertiären Pflegeausbildung

Langtitel: Stärkung der Gesundheitskompetenz von Pflegekräften im österreichischen Gesundheitssystem durch Befähigung zum gesundheitskompetenten Handeln im Rahmen der tertiären Ausbildung
Einrichtung: Medizinische Universität Graz - Institut für Pflegewissenschaft
zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Univ.-Prof.in Dr.in rer. cur. Diplompflegepädagogin Christa Lohrmann
Website der Einrichtung: www.medunigraz.at/pflegewissenschaft
Maßnahmenkoordinator/in: Dr.in scient. med. Franziska Großschädl, MSc, BSc
Website der Maßnahme: -
(geplante) Laufzeit: 1. Oktober 2015 bis 1. Oktober 2018
Status: abgeschlossen

Zielsetzung der Maßnahme:


Langfristiges Ziel der geplanten Maßnahme ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz in und durch die Pflege in Österreich. Absolventinnen und Absolventen der Pflegewissenschaft werden im Rahmen ihrer Ausbildung dazu befähigt die Erhaltung und Förderung der Gesundheit zu unterstützen. Sie sollen zunehmend auch Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen in deren Gesundheitskompetenz stärken, sodass diese Empfehlungen und Handlungsanweisungen in ihren Alltag optimal integrieren können. Dabei ist das gezielte Erkennen benachteiligter Gruppen von großer Bedeutung, um das Verantwortungsbewusstsein dieser Menschen entsprechend stärken zu können, den Zugang zu verständlicher und qualitätsgesicherter Informationen für benachteiligte Personen zu erleichtern sowie das Bewusstsein für Gesundheitsvorsorge zu fördern.

 

Folgende operationalisierten Ziele sind geplant:

  • Die gezielte Integration themenrelevanter Inhalte zu Gesundheitskompetenz in bereits bestehende Lehrveranstaltungen
  • Die Konzeption und Implementierung eines Wahlfachs zum Thema „Stärkung der Gesundheitskompetenz – die Rolle der Pflege“
  • Themen für wissenschaftliche Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeiten) mit dem Fokus Gesundheitskompetenz in der Themenbörse für Abschlussarbeiten an der Medizinischen Universität Graz anbieten.

 

Indikatoren:

  • Abhaltung von Lehrveranstaltungen, die sich dem Thema Gesundheitskompetenz widmen, im Rahmen des Studiums der Pflegewissenschaft
  • Teilnahme der Studentinnen und Studenten an den oben beschriebenen Lehrveranstaltungen
  • Themen zu „Gesundheitskompetenz“ zur Bearbeitung als wissenschaftliche Abschlussarbeiten anbieten und diese betreuen
  • Anzahl der abgeschlossenen wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Schwerpunkt „Gesundheitskompetenz
  • Einladung von Expertinnen und Experten in diesem Bereich bei der Abhaltung der Lehrveranstaltungen sowie bei den Betreuungen der Abschlussarbeiten.

 

Ausgangslage:


Aufgrund der demografischen Entwicklungen und Ressourceneinsparungen werden die Anforderungen an Pflegekräfte in Zukunft noch weiter steigen, was mit hohen physischen, psychischen und sozialen Belastungen für diese Personen einhergehen kann. Um selbst gesund bleiben zu können und gesundheitsrelevantes Wissen an Personen im Gesundheitssystem optimal vermitteln zu können, ist eine hohe Gesundheitskompetenz der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen erforderlich. Dies ermöglicht es, den Pflegekräften im Alltag gute gesundheitsrelevante Entscheidungen treffen zu können und die Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige entsprechend zu unterstützen. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Gesundheitskompetenz ein bedeutendes Konzept für die Pflege darstellt. Damit professionell Pflegende wirksam handeln können, müssen sie die Gesundheitskompetenz ihrer Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen richtig einschätzen können. Erst dann können sie bedürfnisorientiert intervenieren und das Wissen sowie die Handlungsfertigkeiten dieser Menschen gezielt fördern.

 

Methodik:


Das Institut für Pflegewissenschaft an der  Medizinischen Universität Graz bietet neben dem Bachelor- und Masterstudium der Pflegewissenschaft auch ein Doktoratsstudium an, welches in Kooperation mit der Universität Maastricht und der Fachhochschule Bern umgesetzt wird. Im Rahmen der universitären Lehre kann den Studentinnen und Studenten die Bedeutung der Gesundheitskompetenz für das österreichische Gesundheitssystem gut vermittelt werden. In bestehende Lehrveranstaltungen wie zum Beispiel „Gesundheitsförderung und Prävention“ soll künftig das Konzept der Gesundheitskompetenz verstärkt integriert werden. Des Weiteren sollen die Studentinnen und Studenten durch das Angebot eines Wahlfaches zur Gesundheitskompetenz, die Möglichkeit erhalten, sich vertieft mit dem Thema zu beschäftigen. Eine weitere Fokussierung kann erfolgen, indem Studentinnen und Studenten der Pflegewissenschaft ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten zum Thema Gesundheitskompetenz am Institut für Pflegewissenschaft verfassen können. Das Institut wird entsprechende Themen in Zukunft über die Themenbörse für wissenschaftliche Abschlussarbeiten der Medizinischen Universität Graz ausschreiben und die Studierenden bei der Bearbeitung der Themen betreuen.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 1:


Die Pflege ist ein sehr wichtiger Bestandteil des österreichischen Gesundheitswesens. Indem Personen aus dem Pflegesektor im Hinblick auf die  Gesundheitskompetenz künftig entsprechend gut ausgebildet werden, kann in weiterer Folge das Gesundheitssystem in Österreich durch die Einbeziehung dieser Expertinnen und Experten gesundheitskompetenter gemacht werden.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Durch die oben beschriebene Maßnahme soll zum einen die Gesundheitskompetenz von Studentinnen und Studenten der Pflegewissenschaft gestärkt werden und zum anderen sollen die ausgebildeten Pflegewissenschaftlerinnen und Pflegewissenschaftler in der Lage sein benachteiligte Gruppen im österreichischen Gesundheitswesen zu erkennen (dazu zählen vor allem betroffene Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen) und diese in ihrer persönlichen Gesundheitskompetenz gezielt fördern.

12.10.2018

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