Stärkung der Gesundheitskompetenz bei Kinderimpfungen in Vorarlberg

Einrichtung: aks gesundheit GmbH, Gesundheitsbildung
Stärkung der Gesundheitskompetenz bei Kinderimpfungen in Vorarlberg Einrichtung: aks gesundheit GmbH, Gesundheitsbildung zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Mag. Georg Posch
Website der Einrichtung: www.aks.or.at/
Maßnahmenleiter/in: Andrea Niemann, MPH
E-Mail-Adresse: andrea.niemann@aks.or.at
Website der Maßnahme: -
(geplante) Laufzeit: 1. September 2018 bis 31. August 2021
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


Strategische Ziele:

  1. Die persönliche Gesundheitskompetenz (GK) in Bezug auf Kleinkinderimpfungen (entsprechend öffentlichem Impfkonzept) ist innerhalb der Bevölkerung von Vorarlberg unter Berücksichtigung vulnerabler Gruppen gestärkt. (langfristiges Metaziel)
  2. Die Bereitstellung unabhängiger, leicht verständlicher Impfentscheidungshilfen zu den Kleinkinderimpfungen. Diese sind auf die Informationsbedürfnisse und -präferenzen von Eltern abgestimmt, ohne dabei in Richtung Pro oder Contra Impfung zu drängen.

 

Operative Ziele:

  1. Der Rolle von Gesundheitskompetenz (GK) bei Impfentscheidungen ist näher erforscht und Typologien bzgl. der Impfentscheidung sind erarbeitet.
  2. Zielgruppenspezifische Impfentscheidungshilfen sind auf Basis der unterschiedlichen Informationsbedürfnisse entwickelt, getestet, verbreitet und evaluiert. 3. Die Vorarlbergerinnen haben im Projekt umfassend partizipiert.

 

Ausgangslage:


Impfungen zählen zu den größten Errungenschaften der Medizin, werden aber gleichzeitig sehr heftig diskutiert. Rückläufige und im internationalen Vergleich niedrige Durchimpfungsraten Österreichs lassen eine Verunsicherung und erhöhte Skepsis vermuten. In der europäischen Gesundheitskompetenz-Studie gaben gut ein Drittel (35%) der Befragten und 27% der Vorarlbergerinnen/Vorarlberger Schwierigkeiten an „zu beurteilen, welche Impfungen sie eventuell brauchen“. Rund 12% der Vorarlbergerinnen/Vorarlbergern beurteilten es auch „sehr“ oder „ziemlich schwierig“ zu verstehen, warum man Impfungen benötigt (HLS-EU, 2012; Pelikan et al., 2013). Ziel des Projektes ist es deshalb Eltern eine selbstbestimmte Impfentscheidung für ihre Kleinkinder zu ermöglichen. Das Projekt entwickelt dafür unabhängige Impfinformationen, sorgt für eine flächendeckende Verbreitung und setzt auf wissenschaftliche Begleitung und fortlaufende Evaluation.

 

Methodik:


  1. Erfassen der Informationsbedürfnisse: Leitfadengestützte Interviews mit Eltern, Onlinebeteiligung der Bevölkerung. Testung der bestehenden MMR-Faktenbox auf Verständlichkeit und Zielgruppenpassgenauigkeit, Entwicklung von Anforderungskriterien an die Impfinformationen.
  2. Aufbereitung der Evidenz, Erstellung von Impfinformationen: Literaturrecherchen, Evidenzsynthese, Erstellung von 3 weiteren Faktenboxen (entsprechend öffentlichem Impfkonzept). Somit bestehen Faktenboxen für alle Kleinkinderimpfungen, Entwicklung weiterer Formate z.B. Videos, etc.
  3. Testung der Impfinformationen: Usability Tests in Fokusgruppen, Anpassungen, Testung d. Faktenboxen (Wissenszuwachs und Auswirkung auf Impfeinstellung/Entscheidung)
  4. Streuung der Impfinformationen: siehe Zielgruppenerreichung
  5. Evaluierung: Quantitative und qualitative Methoden
  6. Nachhaltige Verankerung: Handlungsempfehlungen für ALLE Kinderimpfungen (bis 15J)
  7. ÖA und Wissenstransfer: Medienberichte, Fachvorträge.

 

Beitrag zu Wirkungsziel 1:


Das aus dem Projekt gewonnene Wissen um die Informationsbedürfnisse und um das Verhalten von Eltern in Bezug auf die Impfentscheidung bei Kleinkinderimpfungen trägt zur Sensibilisierung der Professionalisten bei. Die Forschungsergebnisse werden direkt über das Vorarlberger Impfgremium und das bebi Netzwerk kommuniziert. Den Kinderärzten, Stationsschwestern und Hebammen stehen für Gespräche mit Eltern die Impfentscheidungshilfen des Projekts auf den Geburtenstationen zur Verfügung. Diese sind in den Willkommensmappen, die alle Eltern in Vorarlberg flächendeckend auf den Geburtenstationen erhalten, enthalten. Schulungen für Professionalisten sind in einem weiterführenden Folgeprojekt angedacht.

 

Beitrag zu Wirkungsziel 2:


Um die persönliche Gesundheitskompetenz der Eltern bei Kinderimpfungen zu stärken, und diese zu einer selbstbestimmten Impfentscheidung zu motivieren, ist es notwendig die Bedürfnisse und Ängste in Bezug auf Impfungen von Eltern zu kennen. Darauf aufbauend werden Impfinformationen partizipativ entwickelt und in weiterer Folge flächendeckend in Vorarlberg über die Geburtenstationen allen Eltern von Kleinkindern zur Verfügung gestellt. Somit haben diese die Chance zur niederschwelligen, unabhängigen Impfentscheidung. Die dafür bereitgestellten Impfinformationen entsprechen den Qualitätskriterien der Guten Gesundheitsinformation Österreich. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts sollen dazu dienen darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für alle Kinderimpfungen (bis 15 Jahre) für Vorarlberg zu entwickeln.

09.10.2018

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