Sammelband „Frauengesundheit und Corona“ erschienen

Das Wiener Programm für Frauengesundheit hat ein umfassendes Kompendium veröffentlicht, welches die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesundheit von Frauen diskutiert.

In 47 Beiträgen kommen Expert/-innen aus Wissenschaft und Praxis zu Wort, die ein vielschichtiges Bild der Krise in der Zeit Mitte März bis Mitte August 2020 zeichnen. Ausgehend von einem umfassenden Gesundheitsbegriff und einem feministischen Public-Health-Ansatz sind im vorliegenden Sammelband ebenso wissenschaftliche Betrachtungen wie Praxisberichte aus Wiener Organisationen und individuelle Erfahrungen von Frauen abgebildet, die eine umfassende Betrachtung der Zeit des ersten Lockdowns über die Lockerungsphase und erneute Maßnahmensetzung erlauben.

Bericht aus der Praxis

Unter dem Titel „Frauengesundheitszentren als Systemerhalterinnen in der Corona-Krise“ findet sich ein Praxisbericht von Maria Bernhart und Hilde Wolf, der Herausforderungen im Zusammenhang mit Gesundheitskompetenz diskutiert:

„Zudem waren Frauen mit einer Vielzahl von mehr oder weniger evidenzbasierten Gesundheitsinformationen zur Pandemie durch (soziale) Medien konfrontiert, deren Einschätzung ein hohes Maß an kritischer „Health Literacy“ erfordert.“

Das vielfältige und vor allem niederschwellige Angebot der Frauengesundheitszentren orientiert sich an den Bedürfnissen der Frauen und wird laufend angepasst. So auch in Bezug auf aktuelle Gesundheitsinformationen: „Die Frauengesundheitszentren setzten an diesem Punkt mit dem raschen Identifizieren, Verarbeiten und zur Verfügungstellen von besonders niederschwelligen, mehrsprachigen, fundierten Informationen zu Covid-19 an – beispielsweise in Form von Infoblättern in leichter Sprache oder etwa Videos auf YouTube sowie im Rahmen von Online-Seminaren zum Thema Gesundheitskompetenz.“

Herausforderungen an Gesundheitskompetenz deutlich zugenommen

Die Wiener Frauengesundheitszentren, die mit der Maßnahme „Durchblicker*in – Gesundheitskompetenzworkshops in der Erwachsenbildung“ Mitglied der ÖPGK sind, leisten auch außerhalb der Corona-Pandemie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Frauen. Allerdings zeigte sich in der Krise, so die Autorinnen, dass „die Herausforderungen an die eigene Gesundheitskompetenz haben in dieser Zeit deutlich zugenommen. Frauen, die aufgrund von Sprachbarrieren oder anderen Hürden nicht in der Lage waren oder sich nicht zutrauten, Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten via Telefon oder Mail aufzunehmen, waren vom Kontakt zum Gesundheitssystem abgeschnitten – hier war es einmal mehr die Aufgabe der Frauengesundheitszentren, „Brückenbauerinnen“ zu sein.“

Den Sammelband des Wiener Programms für Frauengesundheit zum Thema „Frauengesundheit und Corona“ finden Sie hier

 

Weitere Informationen


 

Autor/in: Jennifer Sommer

Datum der Veröffentlichung: 26.01.2021

26.01.2021

Diesen Beitrag fand ich ...

0 0
Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen? Bitte informieren Sie uns unter oepgk@goeg.at.
« zurück

Kategorien:

Aktuelles   Pressestimmen