Primärversorgungskongress mit Fokus Gesundheitskompetenz

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Mehrere Programmpunkte – insbesondere am ersten Konferenztag – machten Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz explizit zum Thema. Gleich beim ersten Fortbildungsblock galt es zu wählen zwischen einem Workshop zur Steigerung der Gesundheitskompetenz in der Praxis und einem Vortragsblock mit Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung.

Im Workshop „Steigerung der Gesundheitskompetenz in der Praxis“ haben VertreterInnen der GÖG, des Steirischen Gesundheitsfonds und der Medizinischen Universität Graz gemeinsam Grundlagen zu Gesundheitskompetenz und Instrumente zur Umsetzung von konkreten Gesundheitskompetenzmaßnahmen vorgestellt – mit ca. 50-60 sehr aktiven TeilnehmerInnen ein spannender Workshop.

Die Vorträge widmeten sich u.a. den Frühen Hilfen und Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz in der Primärversorgung

Der Vortrag zu Frühe Hilfen befasste sich mit einem konzeptuellen Vergleich der Frühen Hilfen und dem Primärversorgungskonzept. Er brachte zahlreiche Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte zum Vorschein. Beim Verständnis eines niederschwelligen Zugangs zeigen sich doch die Unterschiede zwischen Versorgung (zeitliche und öffentliche Erreichbarkeit) und Gesundheitsförderung (aufsuchender Zugang). Nach der Projektvorstellung von „Gesundheitsförderung in der Primärversorgung“ brachte die Diskussion wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung der geplanten Starterbox mit Tools zur Unterstützung der Umsetzung von Maßnahmen der Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz in der Primärversorgung:

  • Die bereitgestellten Tools müssen fix und fertig sein („bissgerecht“), da im laufenden PVE-Alltag kaum Ressourcen für eine vertiefte Auseinandersetzung oder Adaptierung zur Verfügung stehen.
  • PVEs sollen aus einem Angebot von Maßnahmen, die für sie und die zu Versorgung passenden Angebote auswählen können.
  • Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Maßnahmen sind mitzuberücksichtigen (Zeit, Honorar, Ausbildung)

Im nächsten Programmpunkt wurde in einer Parallel-Session die EVI-Box mit guten Gesundheitsinformationen präsentiert sowie Kriterien zur Beurteilung guter Gesundheitsinformationen.

Anschließend ging es mit dem Thema Gesundheitskompetenz mit Fokus auf Gesprächsqualität weiter. Im Schnupper-Workshop Effektive Gespräche mit PatientInnen in der Primärversorgung konnten die Teilnehmer/innen einen Ansatz zum Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen kennen lernen und in einem Rollenspiel erproben. Darüber hinaus gaben der Schnupper-Workshop sowie ein Kurzfilm am Infostand Einblick in die Arbeit des Trainernetzwerks der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) zu evidenzbasierten Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe.

Am zweiten Konferenztag lag der Schwerpunkt auf der Frage, was bedeutet Qualität in der Primärversorgung. Beleuchtet wurden sowohl Konzepte als auch gesetzliche Grundlagen. In einem interaktiven Quizz wurde verdeutlicht, dass vielerorts die Daten für die Einschätzung der Qualität noch fehlen. Am Nachmittag wurden dann die ersten Primärversorgungsnetzwerke vorgestellt und in einem Open Space Format ein Austausch nach Berufsgruppen in der Primärversorgung angeboten.

Am dritten Tag war die Vorstellung der neuen Primärversorgungszentren, die seit dem letzten Kongress eröffnet haben spannend. Es zeigte sich, dass für das erweiterte Team meist nur wenige Stunden (5-20 Stunden) pro Woche zur Verfügung stehen und die informellen Diskussionen im Nachhinein zeigten, dass diese Berufsgruppen eher die „akute Versorgung“ übernehmen mit einigen wenigen Terminen. Ist eine längere Behandlung erforderlich, werden sie an andere Anbieter verwiesen. Dies gilt es auch bei der Planung von Angeboten der Krankheitsprävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz in der Primärversorgung zu berücksichtigen.

Einen Veranstaltungsrückblick inkl. Fotos finden Sie in Kürze auf der Webseite des Veranstalters

Autor/-innen: Mag.a Dr.in Daniela Rojatz und Mag. Dr. Peter Nowak

 

29.04.2019

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