Das Projekt Gesundheit inklusiv

Im Rahmen des Projekts “Gesundheit inklusiv” wurde ein Prozess zur Durchführung
von inklusiver Betrieblicher Gesundheitsförderung mit Menschen mit Beeinträchtigung entwickelt und durchgeführt.

Ablauf und Hintergrund

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein etabliertes Konzept, um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.
Menschen mit (kognitiven) Beeinträchtigungen waren bis jetzt jedoch weitgehend von BGF-Prozessen ausgeschlossen, da für diese Personengruppe hohe Zugangsbarrieren bestehen.
Zum einen ist dies einer oft unzureichenden Gesundheitskompetenz der Zielgruppe geschuldet, zum anderen auch unpassenden Rahmenbedingungen und Instrumenten wie zu komplexen Fragebögen oder fehlenden Themenbereichen, die für Menschen mit Beeinträchtigung wichtig sind (z.B. Barrierefreiheit, Inklusion, Kommunikation auf Augenhöhe, etc.).

Aus diesem Grund wurde im Februar 2018 das Projekt Gesundheit inklusiv ins Leben gerufen. Um einen partizipativen BGF-Prozess für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zu ermöglichen, war es zunächst notwendig, den bisherigen BGF-Prozessablauf um die Phase „Sensibilisierung“ zu erweitern. Dies war notwendig, um die Gesundheitskompetenz der MitarbeiterInnen mit Beeinträchtigung zu fördern und sie für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren. In einem Zeitraum von zwei Wochen wurden in verschiedenen Workshops zielgruppengerecht die Themen Gesundheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erarbeitet. Die „Sensibilisierungsphase“ hat sich als Erfolgsfaktor für den weiteren Verlauf des Projekts erwiesen.

Neben der Erweiterung des BGF-Prozessablaufes wurden auch sämtliche Methoden, Instrumente und Rahmenbedingungen an die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen angepasst.

Die Erprobung des an die Zielgruppe angepassten und erweiterten Prozessablaufes sowie der entwickelten Instrumente und Methoden erfolgte im Rahmen partizipativer BGF-Prozesse in vier Pilotbetrieben, davon ein inklusiver Betrieb am 1. Arbeitsmarkt und drei Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung.

Besonderer Schwerpunkt im Projekt lag neben der partizipativen Arbeitsweise auf der Förderung der Gesundheitskompetenz sowie den besonderen Anforderungen und Kommunikationsbedürfnissen von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Leitfaden in leichter Sprache

Alle Ergebnisse wurden in einem Leitfaden in leichter Sprache niedergeschrieben und stehen nun ebenso wie alle entwickelten/angepassten Instrumente, Methoden und Dokumente frei zur Verfügung.

Hier finden Sie die Unterlagen

Der Leitfaden soll ermöglichen, dass in allen inklusiven Betrieben und Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung ein inklusiver Prozess zur Betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt werden kann.

Das Projekt Gesundheit inklusiv wurde im August 2020 erfolgreich abgeschlossen.

Für die Beratung in einem inklusiven Betrieb oder in einer Werkstätte für Menschen mit Beeinträchtigung müssen die Berater/Beraterinnen speziell ausgebildet sein. Die spezielle Zusatz-Qualifikation bietet PROGES an. Nähere Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.proges.at/gesunde-arbeitswelt/bgfinklusiv/

Projektpartner und Fördergeber

Das Projekt „Gesundheit inklusiv“ wurde unter der Leitung des KI-I – Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen, in Kooperation mit PROGES – Wir schaffen Gesundheit, dem Diakoniewerk Gallneukirchen und Mag. Markus Peböck durchgeführt. Fördergeber waren die Österreichische Gesundheitskasse, der Fonds Gesundes Österreich, das Land OÖ – Sozialressort sowie die Arbeiterkammer OÖ.

 

Weitere Informationen


 

Autorin: Mag.ª Karina Lattner, Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen (KI-I)
Co-Autorin: Olivia Schütz, MA, Leitung Medien und Kommunikation, PROGES
Datum der Veröffentlichung: 14.01.2021
Datum der Aktualisierung: 15.02.2021

14.01.2021

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