Patientengespräch auf professionelle Schiene gebracht

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Bund und Sozialversicherung setzen einen wichtigen Schritt in Richtung Umsetzung der bundesweiten Strategie zur Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenbehandlung.

Zuhören, verstehen, informieren, diagnostizieren: Das Gespräch mit dem Patienten gehört zu den wohl wichtigsten und herausforderndsten Aufgaben von Gesundheitsberufen. Verläuft es gut, trägt es wesentlich zum erfolgreichen Genesungsprozess bei. „Ein gelungenes Gespräch ist Grundlage dafür, dass sich ein Patient zufrieden und ernstgenommen fühlt, seine Therapieoptionen versteht und so seine Behandlung mittragen kann. Gut geführte Gespräche ermöglichen zielgenaue Diagnosen und in Folge eine schnelle Gesundheitsverbesserung“, betont Dr. Josef Probst, Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Hier setzt die bundesweite Strategie „Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenversorgung“ an. Sie ist eine Maßnahme zur Umsetzung des Gesundheitsziels drei „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ und wurde im Rahmen der Zielsteuerung Gesundheit von Bund, Ländern und Sozialversicherung gemeinsam erarbeitet. „Um die Gesprächsqualität in Österreich merklich zu verbessern, sprechen wir Personen ebenso wie Gesundheitseinrichtungen an und machen selbst vor dem Gesundheitssystem nicht halt“, betont Dr.in Magdalena Arrouas, Abteilungsleiterin, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

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v.l.n.r.: Dr. Jürgen Soffried (ifGP), Mag. Dr. Marlene Sator (GÖG), Dr. Christina Dietscher (BMASGK), Dr. Magdalena Arrouas (BMASGK), Dr. Peter Nowak (GÖG) und Dr. Josef Probst (HVB)

„Wir verfolgen eine Strategie auf zwei Ebenen. Wir versuchen einerseits, mit gezielten Angeboten die Kompetenz der Versicherten zur fördern und andererseits, Informationen und Prozesse so zu gestalten, dass sie von den Betroffenen leichter verstanden werden. Mit dem Trainerlehrgang soll das qualitätsvolle Gespräch in der Krankenbehandlung und die dahinterliegende Strategie in der Praxis umgesetzt werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um das System verständlicher zu machen,“ freut sich Generaldirektor Probst.

Dieser spezielle Trainerlehrgang wurde im Auftrag der Bundesgesundheitsagentur und in Kooperation mit
EACH: International Association for Communication in Healthcare nach internationalen Standards entwickelt. „Gute Gesprächsführung ist lehr- und lernbar und kann durch strukturelle Rahmenbedingungen ermöglicht und gesteuert werden“, so Dr.in Marlene Sator, Projektleiterin an der Gesundheit Österreich GmbH. In einem ersten Trainerlehrgang haben sich bereits 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterqualifiziert. Aus dieser Kerngruppe soll Schritt für Schritt ein bundesweites Trainernetzwerk aufgebaut werden.

Neben den Gesundheitsberufen sollen aber auch Patienten in ihrer Kommunikationsfähigkeit unterstützt werden. Dazu entwickelt die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) verschiedene Strategien. „Gute Gesprächsqualität ist auch im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens ein zentrales Thema, wenn es darum geht, gesundheitliche Chancengleichheit aller in Österreich lebenden Menschen zu fördern. Gesundheitskompetenz ist unerlässlich, um im digitalen Datendschungel die richtigen Informationen zu finden, sie beurteilen, verstehen und anwenden zu können“, betont die Vorsitzende der ÖPGK, Dr.in Christina Dietscher, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit und Konsumentenschutz. „Um die Gesprächsqualität zwischen Gesundheitsberufen und Patienten zu verbessern, reicht es jedoch nicht, nur die kommunikativen Kompetenzen zu verbessern. Wir müssen auch die Rahmenbedingungen in den Gesundheitseinrichtungen und die Arbeitsprozesse so gestalten, dass sie gute Gesprächsführung unterstützen. Unter dem Dach der ÖPGK werden auch auf dieser Ebene vielfältige Maßnahmen gesetzt“, so Dietscher mit Verweis auf die Schwerpunkte der ÖPGK.

Gesundheitskompetenz auch Thema der 1. European Public Health Week

Die Österreichische Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) veranstaltet vom 13. bis 17. Mai im Rahmen der 1. European Public Health Week, initiiert von der European Public Health Association (EUPHA), eine österreichische Public Health Week. Im Rahmen dieser stellt die ÖGPH eine Woche lang jeden Tag ein anderes Thema aus dem vielfältigen Public Health-Fächer vor. Am Mittwoch, dem 15. Mai, stehen dabei „Gesundheitskompetente Organisationen“ im Fokus.
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oepgk@goeg.at

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Weitere Fotos folgen in Kürze.

 

09.05.2019

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