Organisationen gesundheitskompetenter gestalten

Gesundheitseinrichtungen und andere Organisationen sollen leicht zugänglich und übersichtlich sein sowie klar und verständlich informieren.

Über Gesundheitskompetenz zu verfügen, bedeutet gesundheitsbezogene Informationen finden, verstehen, bewerten und anwenden zu können“, sagt Jürgen Pelikan, der wissenschaftliche Leiter des Competence Centre Health Promoting Hospitals an der Gesundheit Österreich GmbH. Allerdings seien darunter nicht nur Fähigkeiten von Personen zu verstehen, denn wissenschaftlich betrachtet handle es sich um ein „relationales Konzept“. Dies bedeute, dass Gesundheitskompetenz nicht nur von Fähigkeiten der einzelnen Menschen abhänge, sondern vor allem auch von den Anforderungen, die Systeme und Organisationen an diese stellten. Daher könnten nicht nur Menschen lernen und ihre Gesundheitskompetenz verbessern, sondern auch Organisationen ihre organisationale Gesundheitskompetenz entwickeln. „Wenn Krankenhäuser, Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen einfach zugänglich sind und Informationen klar vermitteln, dann ist es für die Menschen auch eher möglich selber gesund zu handeln“, erklärt Jürgen Pelikan.

Drei Arbeitsschwerpunkte


Die „Rahmenbedingungen in Organisationen und Settings“ sind deshalb einer der drei Arbeitsschwerpunkte der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK). Die beiden weiteren sind „gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem“ sowie „gute Gesundheitsinformation Österreich“, und die ÖPGK soll insgesamt dazu beitragen, die Gesundheitskompetenz in Österreich zu erhöhen. „Damit bei den Organisationen anzusetzen, bringt viele Vorteile. Wenn etwa ein Spital, die Ordination eines Arztes oder eine Apotheke gesundheitskompetenter werden, dann können jeweils zahlreiche Menschen gleichzeitig davon profitieren“, betont Jürgen Pelikan. In der Praxis beginnt das mit leicht lesbaren Orientierungsschildern im Krankenhaus und reicht über schriftliche Informationen, die an das Vorwissen der Patient/innen und Bürger/innen angepasst sind, bis zu möglichst gut verständlicher mündlicher Kommunikation.

Ein neuer Leitfaden für die Praxis


Gute organisationale Gesundheitskompetenz können jedoch nicht nur Einrichtungen des Gesundheitssystems aufweisen. Auch Betriebe, Schulen, Kindergärten, Jugendzentren oder Gemeinden können gesundheitskompetenter werden. Und im Handel kann zum Beispiel dafür gesorgt werden, dass objektive gesundheitsbezogene Informationen über Lebensmittel leicht lesbar und gut verständlich sind. Was auf dem Weg zu einer gesundheitskompetenten Organisation im Einzelnen zu beachten ist, zeigt ein neuer Praxisleitfaden der ÖPGK, der unter www.oepgk.at heruntergeladen werden kann. „Wie Settings und Organisationen Gesundheitskompetenz unterstützen können“ war schließlich auch Thema der 4. Konferenz der ÖPGK am 24. Oktober in Graz.

Jürgen Pelikan ©Ettl

„Bei Organisationen anzusetzen bringt viele Vorteile.“

Univ. Prof. i. R. Dr. Jürgen Pelikan

Dieses Interview ist im Magazin Gesundes Österreich, Ausgabe 2/2018, erschienen.

 

Zum ÖPGK-Schwerpunkt Rahmenbedingungen in Organisationen und Settings

14.12.2018

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