Organisationale Gesundheitskompetenz als Strategie zur Neuausrichtung des Gesundheitswesens

Die 26. International Conference on Health Promoting Hospitals (HPH) and Health Services wurde vom 6. bis 8. Juni 2018 in Bologna vom HPH Network Regione Emilia-Romagna organisiert. Mehr als 600 Fachexpertinnen/-experten aus aller Welt nahmen teil, um Fragen rund um Gesundheitsförderungsstrategien zur „Neuausrichtung der Gesundheitsdienste: Evidenzbasierte Politik und Praxis“ zu diskutieren. Der organisationalen Gesundheitskompetenz wurde dabei besonderes Augenmerk gewidmet, die Gestaltung von Rahmenbedingungen für Gesundheitskompetenz in Organisationen und im System der Gesundheitsversorgung stand im Fokus.

 

Plenar-Präsentationen


Auf plenarer Ebene wurde dieses Thema von Dr.in Rima Rudd, einer der frühen Pionierinnen der Gesundheitskompetenz (Department of Social and Behavioral Sciences, Harvard T. H. Chan School of Public Health, USA) eingebracht. Rudd präsentierte ein Gesundheitskompetenz-Projekt in der Emilia Romagna, an dessen Implementierung sie beteiligt war.

Zusätzlich hat Dr.in Ilaria Simonelli (Healthcare Trust of the Autonomous Province of Trento, ITA) Bezug auf das Thema genommen. In ihrem Vortrag hat sie die Arbeiten der „Task Force on Health Promotion for Children and Adolescents in and by Hospitals and Health Services“ vorgestellt, welche Standards zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus entwickelte (darunter Standards zur organisationalen Gesundheitskompetenz).

 

Workshops, Oral Sessions und Postersessions


In diesem Jahr hat (organisationale) Gesundheitskompetenz zusätzlich in den interaktiveren Formaten, wieWorkshops, Oral Sessions und Poster-Sessions, eine besondere Rolle gespielt:

 

Workshops

Workshop „Promote equity to improve responsiveness to diversity: the Equity Standards tool“ (Gastgeber: Dr. Antonio Chiarenza (ITA), Koordinator der Task Force on Migrant-Friendly Healthcare):

Die HPH-Task Force “Migration Equity & Diversity” hat eine Reihe von Standards für Gerechtigkeit von Migrantinnen/Migranten und anderen vulnerablen Gruppen im Gesundheitswesen entwickelt (darunter Standards zur Stärkung der organisationalen Gesundheitskompetenz). Ziel des Workshops war es, die Herausforderungen und Chancen für Gesundheitseinrichtungen bei der Umsetzung der Standards darzustellen und zu diskutieren.

Workshop „New Positioning for Healthy Hospital: Health-Literate Orientation“ (Gastgeber: Dr. Ying-Wei Wang (TWN), Director-General, Ministry of Health and Welfare, Associate Professor, School of Medicine, Tzu Chi University):

In diesem Workshop wurden insgesamt vier Präsentationen gehalten: Dr. Yi-Lien Liu (Superintendent, Lon-Tang Min-Sheng Hospital (TWN)) berichtete von der Übersetzung des Selbstbewertungsinstruments des Wiener Konzepts Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen (WKGKKO-I) in Mandarin und stellte dar, dass dieses in Taiwan nicht nur als Instrument zur Messung und Implementierung der organisationalen Gesundheitskompetenz verwendet wird, sondern außerdem als Grundlage zur Akkreditierung zum „Healthy Hospital“ dient. Anschließend präsentierte Karin Jay, MA (Senior Direktor (USA), International Business Development and Operations, Planetree) Elemente zur Umsetzung einer patienten-zentrierten Gesundheitseinrichtung sowie  das Planetree´s Zertifizierungsprogramm, das den Weg dorthin unterstützt. Danach stellte Dr. Jürgen Pelikan (Direktor, WHO-CC-HPH, Gesundheit Österreich GmbH, AT, Mitautor des Selbstbewertungsinstruments für Spitäler zum Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen (WKGKKO-I)) Performance Indikatoren zur Messung der organisationalen Gesundheitskompetenz in Krankenhäusern vor. Abschließend berichtete Dr. Tsung-Lung Tsai (Superintendent, Puzi Hospital, Ministry of Health and Welfare (TWN)) von den positiven Erfahrungen einer erfolgreichen „Healthy Hospital Zertifizierung“ in Taiwan.

 

Workshop der „Working Group on HPH and Health Literate Health Care Organizations“ (Gastgeber: Dr. Jürgen Pelikan (AT)):

In diesem Workshop präsentierte Dr. Jürgen Pelikan und Dr. Peter Nowak (WHO-CC-HPH, Austrian Public Health Institute (AT), ÖPGK-Koordinationsstelle) die Zwischenbilanz der Ergebnisse der internationalen Arbeitsgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, internationale Standards zur Messung organisationaler Gesundheitskompetenz in Spitälern für den Einsatz in verschiedenen Gesundheitssystemen und Ländern zu entwickeln, basierend auf dem Selbstbewertungs-Instrument des Wiener Konzepts gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen (WKGKKO-I). Die Arbeitsgruppe plant in einem nächsten Schritt, das internationale Selbstbewertungsinstrument einer Pilottestung zu unterziehen und anschließend eine Kurzversion des Assessment-Tools zu entwickeln.

 

Oral Sessions

Außerdem widmeten sich insgesamt 13 (Mini) Oral Sessions (á 2 bis max. 6 Präsentationen) dem Thema Gesundheitskompetenz (GK): GK für Kinder und Jugendliche, GK und Kommunikation, Partizipation und Empowerment von Nutzerinnen/Nutzern, Gesundheitskompetente Organisation etc. Im Rahmen der Oral Session „Gesundheitskompetente Gesundheitseinrichtung“ stellte Dr. Peter Nowak die Umsetzung einer nationalen Politik zur Verbesserung der Gesundheitskommunikation in Österreich vor: Das Train the Trainer Programm zur Vermittlung von Kommunikationskompetenzen in Gesundheitseinrichtungen – als zentrales Element der Neuausrichtung von Gesundheitsdiensten. Nowak präsentierte weiters österreichische Strukturen, Strategien und Umsetzungsmaßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz, darunter auch die ÖPGK.

 

Poster

Von den insgesamt 230 Postern wurden circa 61 Poster zum Themenbereich Gesundheitskompetenz präsentiert.

 

Weitere Informationen zur 26. Internationalen HPH-Konferenz 2018


28.06.2018

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