Gesundheit, aber klar! Das war die 3. ÖPGK-Konferenz 2017

Die ÖPGK und österreichische Initiativen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung gelten in Europa als Beispiele guter Praxis. Unsere Nachbarländer beginnen konkrete Strategien zu Gesundheitskompetenz zu entwickeln und Maßnahmen zu planen. Dabei ist die österreichische Expertise immer wieder gefragt.

Plenum der 3. ÖPGK-Konferenz © Klaus Ranger Fotografie

„Die Gesundheitschancen der Menschen hängen von der persönlichen Gesundheitskompetenz ab“, betonte Bundesministerin Pamela Rendi-Wagner bei der Eröffnung der ÖPGK-Konferenz in den Linzer Redoutensälen. Eine Voraussetzung für gute Gesundheitskompetenz ist qualitätsvolle, leicht verständliche und auf Evidenz basierende Information. Auf der 3. ÖPGK-Konferenz wurden erstmals Standards für die Praxis vorgestellt: Die 15 Qualitätskriterien der „Guten Gesundheitsinformation Österreich“.

„Bund, Länder und Sozialversicherung setzen sich in der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus anderen Politikbereichen und aus der Praxis für die Verbreitung und Anwendung der Kriterien ein“, erklärte ÖPGK-Vorsitzende Christina Dietscher vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen. Damit sollen die Chancen auf mehr Gesundheitskompetenz und Gesundheit für möglichst viele Menschen in ganz Österreich verbessert werden.

Gute Gesundheitsinformation: Was ist das?

„Eine gute Gesundheitsinformation ist auf dem aktuellen Stand des Wissens, vollständig, verständlich, neutral und dort verfügbar, wo man sie braucht. Das heißt in der Praxis zum Beispiel, bestmögliche Recherche, das Kennen der Bedürfnisse, der Sprache und der Medienkanäle der Zielgruppe sowie eine regelmäßige Aktualisierung der Inhalte“, so Klaus Koch, Ressortleiter am IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) in Köln, und einer der wesentlichen Initiatoren der „Gute Praxis Gesundheitsinformation“ in Deutschland. Grundlage für die „Gute Gesundheitsinformation Österreich“ war die „Gute Praxis Gesundheitsinformation“ des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Gute Gesprächsqualität im Krankenhaus

Der zweite Schwerpunkt der ÖPGK-Konferenz widmete sich der Gesprächsqualität im Gesundheitssystem. „Gesundheitskompetenz hat nicht nur positive Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten, sie erleichtert auch das Zurechtfinden im Gesundheitssystem und hat Einfluss auf den Gesundheitszustand“, betonte Christine Haberlander, Gesundheitslandesrätin in Oberösterreich. „Wir setzen daher in Oberösterreich seit mehr als zwei Jahren besondere Schwerpunkte auf dieses Thema, insbesondere im Krankenhaus-Setting und gerichtet an die Patientinnen und Patienten.“ So stellt seit 2016 eine Initiative der Abteilung Gesundheit des Landes gemeinsam mit allen Spitalsträgern die Gesprächsqualität und Kommunikation im Krankenhaus in den Mittelpunkt. Zentraler Partner für das Land in der Stärkung der Gesundheitskompetenz der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ist die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK).

„Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse stärkt die Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten bereits mit Gesundheitskompetenz-Coachings in den eigenen Gesundheitszentren. Die gesundheitskompetenten Versicherten brauchen dann für ihre Gesundheitsentscheidungen gute Gesundheitsinformationen als Basis. Daran arbeiten wir – auch gemeinsam mit dem Land Oberösterreich in einer Gesundheitskompetenz-Partnerschaft“, hielt Albert Maringer, Obmann der OÖGKK fest.

Georg Palmisano, Landessanitätsdirektor Oberösterreich, verband die beiden Themen „Gute Informationen“ und „Gute Gespräche“: „Im Gesundheitssystem ist eine stufenweise Entwicklung der Organisationen in Richtung Gesundheitskompetenz im Gange. Wichtig ist eine patientenorientierte Sprache, Dialog statt Ein-Weg-Kommunikation. Das Fachpersonal braucht dafür die kommunikative Fähigkeiten und organisatorischen Rahmenbedingungen. Gesundheitsinformationen sind eine wichtige Ergänzung, aber kein Ersatz für das persönliche Gespräch.“

Pionierinnen und Pioniere der „Guten Gesundheitsinformation Österreich“

Als Pionierinnen und Pioniere der Guten Gesundheitsinformation Österreich wurden auf der ÖPGK-Konferenz vier Organisationen vorgestellt, die an der Entwicklung verschiedener Informationsmaterialen arbeiten und die Qualität des Erstellungsprozesses in sogenannten „Methodenpapieren“ dokumentieren. Die vier Pionierinnen/Pioniere sind: Das Frauengesundheitszentrum in Graz, Styria vitalis, die Österreichische Opthalmologische Gesellschaft und Cochrane Österreich an der Donau-Universität Krems.

„Die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz hat sich seit ihrer Gründung 2015 sehr erfolgreich weiterentwickelt. Die Zahl der Mitgliedsprojekte stieg 2017 auf 38“, freute sich ÖPGK-Vorsitzende Dietscher. Mit der ÖPGK ist Österreich auch in Europa ein Vorbild und spielt eine führende Rolle im „Action Network“ der WHO zur Messung von Gesundheitskompetenz.

Zu den Präsentationen und Fotos der 3. ÖPGK-Konferenz 2017.

 

zurück zur Übersicht