„Gesundheitslots*innen”

Langtitel: Maßnahme der Österreichischen Gesundheitskasse zur Stärkung der Gesundheitskompetenz auf Verhaltensebene: Förderung des Gesundheitsprojekts „Gesundheitslots*innen der Volkshilfe Wien“

Einrichtung: Österreichische Gesundheitskasse

Zuständiger Leiter: Generaldirektor Mag. Bernhard Wurzer

Maßnahmenkoordinatorin (ÖGK): Aygül Tankaz, ayguel.tankaz@oegk.at

Einrichtung: Volkshilfe Wien

Zuständige Leiterin: Geschäftsführung Mag.a (FH) Tanja Wehsely, DSA

Maßnahmenkoordinatorin (Volkshilfe): DSPin Malika Guellil MA,  gesundheitslots_innen@volkshilfe-wien.at

Laufzeit: ab 1. Jänner 2017 bis 31. Dezember 2022

Schwerpunkt: Gute Gesundheitsinformation (GGI)

Wirkungsbereich: Wien

Beschreibung

Mit der Förderung des Gesundheitsprojekts „Gesundheitslots*innen der Volkshilfe Wien“ durch die Österreichische Gesundheitskasse wird der Aufbau eines Pools an gut ausgebildeten Gesundheitslots:innen unterstützt. Ziel des Projektes liegt darin, durch die Gesundheitslots:innen den Zugang zu verschiedensten und sonst schwer erreichbaren Migrant:innencommunitys zu erlangen, sie mit Gesundheitsinformationen besser zu erreichen, sie zu befähigen, mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen, und ganz allgemein den Zugang von Migrant:innen zum Gesundheitssystem zu erleichtern.

Die Ziele sind u.a:

  • Stärkung der Gesundheitskompetenz von Migrant:innen
  • Stärkung der Kindergesundheit von Migrant:innen
  • Stärkung der psychischen Gesundheit von Migrant:innen

Da es in der Regel Frauen sind, die auf die Gesundheit der Familie achten und als Multiplikatorinnen wirken, wird innerhalb dieser Ziele ein besonderer Fokus auf die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Frauen Gesetzt. Mit dem neuen Schwerpunkt 2021 “Gesundheits-Sprache leicht gemacht!” möchte das Projekt Gesundheitslots*innen das Erlernen deutscher Gesundheitssprache in migrantischen Communitys fördern und damit die Eigenständigkeit und Selbstwirksamkeit der Zielgruppe im österreichischen Gesundheitssystem erhöhen. Das Projekt wird durch das Bundeskanzleramt (ko-)finanziert.

Ausgangslage

Aus gesundheitspolitischer Sicht ist es problematisch, dass ein wesentlicher Teil der österreichischen Bevölkerung bei der Suche nach Informationen zu Gesundheitsfragen oder Krankheitssymptomen Schwierigkeiten hat. In der Literatur werden vor allem Frauen und Männer mit einem geringen sozioökonomischen Status als vulnerable Gruppe für eine niedrige Gesundheitskompetenz beschrieben. Die Österreichische Gesundheitskasse möchte die Gesundheitskompetenz ihrer Versicherten stärken und setzt dafür Maßnahmen auf Verhältnis- und auf Verhaltensebene. Der vorliegende Antrag beschreibt die Maßnahmen, die die Österreichische Gesundheitskasse gemeinsam mit Kooperationspartnern auf Verhaltensebene anbietet.

Zielgruppen

Die Zielgruppe von „Gesundheitslots*innen“ sind in Wien ansässige Menschen mit Migrationshintergrund und längerfristiger Aufenthaltsperspektive:

  • Zielgruppe 1 sind die im Projekt ausgebildeten und tätigen Gesundheitslots:innen
  • Zielgruppe 2 sind die Teilnehmer:innen von Infoveranstaltungen und Workshops
  • Zielgruppe 3 sind die Angehörigen der Zielgruppen 1 und 2 (indirekte Zielgruppe)
  • Zielgruppe 4 sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Methodik

Bei dem Gesundheitsprojekt „Gesundheitslots*innen“ der Volkshilfe Wien suchen engagierte und speziell geschulte Gesundheitslots:innen Migrant:innen in deren Lebenswelt auf, lotsen sie durch das österreichische Gesundheitssystem und vermitteln ihnen Wissen zu speziellen Gesundheitsthemen.

Die Maßnahmen hierzu sind:

  • Ausbildung von Gesundheitslots:innen u.a. mit dem Schwerpunkt Frauengesundheit
  • Schulungen und Vertiefungsmodule für Gesundheitslots:innen u.a. zur transkulturellen Kompetenz, Zahngesundheit und Kinder-Zahngesundheit
  • Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen für Erwachsene zu den Themen „Das Österreichische Gesundheitssystem – Arztbesuch“, „Kindergesundheit“, „Frauengesundheit“, „Diabetes“, „Seelische Gesundheit“ und „Ernährung und Bewegung“.
  • Organisation und Durchführung von Workshops für Kinder und Jugendliche
  • Kooperationen mit Organisationen und Vereinen, die in Bereichen der Beratung, Qualifizierung und der Integration in den Arbeitsmarkt tätig sind, um neue Settings zu erschließen
  • Organisation von Vernetzungstreffen im Rahmen des etablierten Netzwerkes „Gesundheitslots*innen“

Messgrößen/Indikatoren

Anzahl an: Gesundheitslots:innen, Schulungen, Informationsveranstaltungen, Workshops, Vernetzungstreffen, erreichten Migrant:innen.

Weitere Informationen

Die EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa bat anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2019 die Projektleitung zum Interview über den Hintergrund, die Erfolge und die geplanten Weiterentwicklungen. Das Interview finden Sie hier

Das Projekt „Gesundheitslots*innen der Volkshilfe Wien“ wird aus Mitteln des Bundeskanzleramts (BKA) sowie des Landesgesundheitsförderungsfonds (LGFF)der Österreichischen Gesundheitskasse und der Stadt Wien finanziert.

04.06.2019
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