Die Schwerpunkte der ÖPGK gemeinsam weiterentwickeln

Auch in einer zunehmend digitalisierten Welt gelingt Vernetzung immer noch am besten im persönlichen Gespräch. Das gemeinsame Netzwerktreffen aller ÖPGK-Schwerpunkte bot Expertinnen/Experten und Netzwerkpartnerinnen/ Netzwerkpartnern erstmals die Gelegenheit zum schwerpunktübergreifenden Erfahrungsaustausch.

Interaktiver Austausch mit großem Praxisbezug


„Gerade in Zeiten, in denen Menschen themenübergreifend an verschiedenen Standorten (oft auch weltweit) gemeinsam an Projekten arbeiten, sind E-Mails als Mittel des Informationsaustausches ein schneller Kommunikationskanal. Aber eben nur ein Element starker Vernetzung. Denn nachhaltige Vernetzung gelingt immer noch am besten im persönlichen Gespräch. Die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) hat daher bereits frühzeitig Diskursräume etabliert, die den persönlichen Austausch österreichischer und internationaler Expertinnen/Experten unterstützen.“, so Dr.in Christina Dietscher, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Vorsitzende der ÖPGK.

Um die Zielsetzungen des Gesundheitsziels 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ zu verwirklichen, übernimmt die ÖPGK unterschiedliche Aufgaben. Zu diesen zählen unter anderem die Förderung der Vernetzung und Zusammenarbeit, mit dem Ziel eine „Community of Practice“ zur langfristigen Entwicklung von Gesundheitskompetenz in Österreich zu etablieren.

„Seitens der Netzwerkpartnerinnen/ Netzwerkpartnern wurde verstärkt der Wunsch nach einem gemeinsamen, schwerpunktübergreifenden Austauschtreffen auf Expertenebene zur Weiterentwicklung und Intensivierung bestehender Synergien vorgeschlagen. Es freut mich daher sehr, dass wir diesen Vorschlag mit dem ersten gemeinsamen Netzwerktreffen aller ÖPGK-Schwerpunkte realisieren konnten. Ein intensiver Erfahrungsaustausch, Präsentationen der Arbeitsfortschritte der einzelnen ÖPGK-Schwerpunkte und Überlegungen zu Weiterentwicklungsperspektiven und stärkere, themenübergreifende Kooperationen standen dabei im Mittelpunkt.“, so Dietscher weiter.

Gemeinsam mit praxiserfahrenen Expertinnen/Experten und Vertreterinnen/Vertretern von ÖPGK-Mitgliedermaßnahmen führten die ÖPGK-Schwerpunktverantwortlichen durch insgesamt vier interaktive Workshops.

Der Workshop „Gute Gesundheitsinformation Österreich – Vorstellung Pilotversion von Kriterien zur Bewertung der Qualität von Gesundheitsinformationen“ wurde von  Mag.a Dr.in Edith Flaschberger (Gesundheit Österreich GmbH) moderiert und beschäftigte sich mit Checklisten zur Einschätzung der Qualität von Gesundheitsinformationen, die im Rahmen der AG Gute Gesundheitsinformation entwickelt wurden und als Pilotversion in Folge getestet werden. Die Checklisten liegen in zwei Versionen vor: für die allgemeine Bevölkerung und für Vertreter/-innen von Gesundheitsberufen. Im Workshop wurden diese Checklisten kurz vorgestellt und von den Anwesenden praktisch getestet und diskutiert.

Das ÖPGK-Starterkit, bestehend aus einem Praxisleitfaden sowie einem Kurzform-Selbsteinschätzungsinstrument, das den Start in Richtung gesundheitskompetente Gesundheitseinrichtung erleichtern soll, wurde in einem weiteren Workshop von Mag.a Dr.in Lisa Gugglberger (Gesundheit Österreich GmbH) kurz vorgestellt. Die teilnehmenden Expertinnen/Experten berichteten anschließend von ihren Erfahrungen aus der Praxis und diskutierten die verschiedenen Schwierigkeiten und Lösungsansätze auf dem Weg zu einer gesundheitskompetenten Organisation.

Im Workshop Gute Gesprächsqualität und Bürger-/Patientenempowerment diskutierten Mag.a Dr.in Marlene Sator und Mag. Christoph Schmotzer (beide Gesundheit Österreich GmbH) mit den Expertinnen/Experten über Maßnahmen, um einerseits Gesundheitsberufe in ihrer Gesprächsführung zu unterstützen und andererseits Patientinnen/Patienten zu aktivieren, ihre Gesundheit selbstbestimmt  in die Hand zu nehmen. Zertifizierte Kommunikationstrainings und Trainerlehrgänge nach ÖPGK-tEACH-Standard wurden dabei ebenso diskutiert wie die vielfältigen Möglichkeiten, das Interesse der Bevölkerung an Gesundheitsthemen zu wecken. Herausforderungen in der Praxis auf unterschiedlichen Ebenen wurden ausgetauscht. Als Modell guter Praxis wurde ein Video der Marien Apotheke Wien in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) gezeigt, das anlässlich der Initiative „3 Fragen für meine Gesundheit“ in Kooperation mit der ÖPGK entwickelt wurde.

Wie ist es um die Gesundheitskompetenz der österreichischen Bevölkerung bestellt? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops von Mag. Dr. Robert Griebler (Gesundheit Österreich GmbH). Gemeinsam mit den Expertinnen/Experten wurde die neuerlich nationale Gesundheitskompetenz-Erhebung diskutiert, die auf der ersten europäischen Erhebung aus dem Jahr 2011 aufbaut und derzeit in Vorbereitung ist. Der Start der Erhebung ist für November 2019 geplant und wird im Rahmen des von WHO-Europa unterstützten internationalen „WHO Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy (M-POHL)“ parallel in ca. 14 Ländern durchgeführt.

„Der Erfahrungsaustausch und die regen Diskussionen haben die Wichtigkeit und große Bedeutung von Gesundheitskompetenz in Österreich und auch international ein weiteres Mal deutlich gemacht. Daher freut es mich besonders, dass die Gesundheitskompetenz-Community in Österreich mit tatkräftiger Unterstützung der ÖPGK weiterhin stark zulegt – denn nur gemeinsam werden wir das Ziel erreichen, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der österreichischen Gesundheitsziele zu leisten.“, fasst Christina Dietscher das erste ÖPGK-Netzwerktreffen zusammen.

Fotos


© oepgk/Agata Ciric, Jennifer Sommer

Weiterführende Informationen


 

  • Informationen zu den Schwerpunkten der ÖPGK finden Sie hier
01.07.2019

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