Herausforderung Gemeinschaftsverpflegung

Gerade vulnerable Gruppe profitieren von unterstützenden Rahmenbedingungen. Eine Stärkung von Gesundheitskompetenz findet sich deshalb auch in Projekten, bei denen man es auf den ersten Blick nicht gleich vermuten würde, wie etwa im Projekt „Herausforderung Gemeinschaftsverpflegung“ von Styria vitalis in Graz.

Im Wandel der modernen Gesellschaftsstruktur gewinnt die Gemeinschaftsverpflegung immer mehr an Bedeutung. Großküchen, aber auch belieferte Einrichtungen, stehen dabei vor der Herausforderung, ein ausgewogenes Angebot für ihre Kundinnen und Kunden bereitzustellen, das auch gut aussieht, riecht und schmeckt.

 

Zentralküche Graz kocht für 8.000 Personen pro Tag


Im Mittelpunkt des Projekts steht die Zentralküche Graz  – mit täglich rund 8.000 Portionen eine der größten Küchen Österreichs. Beliefert werden insgesamt 150 Einrichtungen. Den Hauptteil der Esserinnen und Esser machen Kinder und Jugendliche in städtischen Krippen, Kindergärten, Volksschulen, Neuen Mittelschulen und Horten aus. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Styria vitalis wird der Blick nicht nur auf die Gestaltung der Speisepläne gelenkt, sondern es werden auch Prozesse wie das Erwärmen und Endgaren der Speisen nach dem Cook & Chill-Verfahren in den belieferten Einrichtungen sowie die Kommunikation zwischen der Zentralküche und ihren Kundinnen und Kunde näher beleuchtet.

 

Stärkung der Gesundheitskompetenz verschiedener Zielgruppen


Kompetentes Personal in den belieferten Einrichtungen: Was ist ein altersgerechter Speiseplan? Was brauchen Kinder, um gesund aufzuwachsen? Fragen, die sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krippen, Kindergärten und Schulen stellen. Die Antwort von Styria vitalis waren maßgeschneiderte Schulungen inklusive Erfahrungsaustausch zum Thema Kinderernährung und einer gesunden Speisenauswahl aus den von der Zentralküche Graz täglich angebotenen zwei Menüs. Bei weiteren Schulungsangeboten standen die Themen Regenerieren und Finalisieren der Speisen im Vordergrund. Wie kommt das Essen der Zentralküche frisch auf den Teller? Was kann das Personal vor Ort tun, damit die Qualität des Essens erhalten bleibt? Und natürlich – wie macht man das Essen den Kindern schmackhaft? Das Mittagessen ist viel mehr als ein Ort der Sättigung. Es ist ein Platz für Beziehungen und auch Erziehung.

Kompetentes Küchenpersonal: Die regelmäßige Besprechung der Speisepläne und der Adaption von Speisen sowie die Einführung neuer Gerichte ermöglichen eine Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz des Küchenteams, was sich wiederum auf die Qualität der zubereiteten Speisen auswirkt.

Kompetente Eltern: Wie funktioniert eigentlich „Cook & Chill“ und ist das wirklich so schlecht, wie alle sagen? Wer schaut, dass meine Kinder im Kindergarten und in der Schule gut versorgt sind? Was kann ich dazu beitragen? Intensive Elternarbeit als Reaktion auf den von den belieferten Einrichtungen geäußerten Bedarf runden die zahlreichen Projektaktivitäten ab.

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Kommunikation, Transparenz & Wissenstransfer


Gesundheitskompetente Menschen brauchen relevante Informationen für ihre Entscheidungen. Wer liefert die Rohprodukte in welcher Qualität an die Zentralküche? Wie wird das Essen gekocht? Was sind die Möglichkeiten, aber auch Grenzen einer Großküche? Über neue Feedbackmöglichkeiten wurde die teils löchrige Beziehung zwischen der Küche und ihren Kundinnen/Kunden gestärkt.

Um die gewonnenen Erkenntnisse im Sinne von Good Practice-Beispielen auch vergleichbaren Großküchen zur Verfügung zu stellen, werden Transferinstrumente, wie z.B. Anleitungen zum Regenerieren, Workshopdesigns, Anregungen für Bestell- und Ausgabeprozesse für bereits belieferte Einrichtungen und Neueinsteiger entwickelt.

Das Projekt wird vom Fonds Gesundes Österreich, dem Sozialamt der Stadt Graz sowie dem Gesundheitsressort des Landes Steiermark finanziert.

Autorin: Manuela Reiter, MSc, Styria vitalis

Kontakt & Information:
Styria vitalis
Manuela Reiter, MSc
T +43 316 / 82 20 94-74
E manuela.reiter@​styriavitalis.at
Internet: styriavitalis.at

Styria vitalis ist mit dem Projekt „feel-ok.at“ Mitglied der ÖPGK.

31.05.2017

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