HEL4everyone

Langtitel: Health literacy for everyone - Ein Projekt zur Förderung der Gesundheitskompetenz von "hard-to-reach-Gruppen" und der interkulturellen Öffnung im Gesundheitswesen
Einrichtung: Verein IKEMBA
zuständiger Leiter: Mag. Livinus Nwoha
Website der Einrichtung: www.ikemba.at
Maßnahmenkoordinatorin: Dipl.-Soz.päd.in Claudia Ganster
E-Mail-Adresse: ganster@ikemba.at
(geplante) Laufzeit: ab 1. Jänner 2021, laufend
Status: laufend

Ausgangslage:


In der Praxis von Verein IKEMBA zeigt sich, dass Gesundheitsinstitutionen mit Fachwissen schwer Zugang zu sozioökonomisch schlechter gestellten Migrant/-innengruppen finden und Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung sich schwerer im österreichischen Gesundheitssystem zurechtfinden. Der Integrationsbericht 2020 sieht dafür einerseits unzureichende bzw. lückenhafte Deutschkenntnisse in gesundheitsspezifischen Themenfeldern vieler Migrant/-innen ebenso verantwortlich, wie ein kulturell geprägtes Gesundheitsverhalten. Darüber hinaus sind es nicht nur die Sprachkenntnisse, die die Kommunikation zwischen den Gesundheitseinrichtungen und vielen Migrant/-innen erschweren, sondern auch das mangelhafte Verständnis bzw. Wissen über kulturspezifische Kommunikationsweisen, Tabus und zum Teil abweichende Geschlechterrollen im österreichischen Gesundheitssystem.

 

Zielsetzung der Maßnahme:


Verein IKEMBA verfolgt mit dem Projekt „Health literacy for everyone“ das Ziel, die Gesundheitskompetenz von „hard-to-reach“ Gruppen – vor allem von Menschen mit Migrationserfahrung – zu fördern und damit interkulturelle Interaktionen im Gesundheitswesen zu verbessern. Durch Outreacharbeit sollen die Menschen in ihrem Lebensumfeld erreicht und motiviert werden, an muttersprachliche Veranstaltungen und Angeboten zur Förderung der Gesundheitskompetenz teilzunehmen. Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Förderung der interkulturellen Kompetenz in den Bereichen des Gesundheitssystems. Durch Kulturdolmetsch findet für alle Beteiligten eine Sensibilisierung für Interkultur statt und es bietet sich die Möglichkeit für interkulturelles Lernen. Daher liegt auf Kooperation, Vernetzung, Vermittlung und Zusammenarbeit mit den professionellen Akteur/-innen im Gesundheitswesen ein Projektschwerpunkt. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, Berufsperspektiven in Gesundheitsberufen aufzuzeigen.

 

Methodik:


Durch Outreach-Arbeit im Lebensumfeld der „schwer zu erreichenden“ Menschen werden Kontakte aufgebaut. Verein IKEMBA hat das Konzept der Outreacharbeit kombiniert die vier Formen der Outreacharbeit: Die Outreachtätigkeit findet sowohl im öffentlichen Raum als auch in Räumlichkeiten der Communities statt. Dabei steht die enge Zusammenarbeit mit den sogenannten Community-Leadern im Vordergrund. Doch auch zu Hause werden Personen nach Möglichkeit aufgesucht. Im Vereinsbüro hat IKEMBA ein Empowerment-Service nach dem „one-stop-shop“-Prinzip für Beratung, Informationen und Weitervermittlung zu relevanten Einrichtungen eingerichtet. Im Moment arbeitet Verein IKEMBA im Projekt „Health literacy for everyone“ in albanisch-sprachigen, rumänischen, arabisch-sprachigen und afrikanischen (Subsahara) Communities.

Zusätzliche Maßnahmen:
▪ Begleitungen und Kulturdolmetsch im Gesundheitsbereich
▪ Workshops
▪ Gesundheitsbezogene Kommunikationskurse
▪ Exkursionen zu Gesundheitseinrichtungen
▪ Vernetzungsarbeit

 

Beitrag zum Wirkungsziel 1:


Durch das Projekt „Health literacy for everyone“ wird das Diversitätsbewusstsein von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern des Gesundheitssystems erhöht und für die Bedeutung von interkultureller Kompetenz bzw. interkultureller Öffnung sensibilisiert. Durch Information, Begleitung und Kulturdolmetsch wird zur erfolgreichen Interaktion zwischen den Akteurinnen/Akteuren des Gesundheitswesens und Migrantinnen/Migranten beigetragen, was Letzteren die Navigation im Gesundheitswesen erleichtern und zum Behandlungserfolg beitragen kann.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Durch Outreach-Arbeit gelingt es vor allem jene Menschen mit geringerer Gesundheitskompetenz zu erreichen. Das Empowerment der Personen sowie die Förderung der Selbstkompetenz in Bezug auf die eigene Gesundheit stehen dabei im Vordergrund. Da mit den gesetzten Maßnahmen die Einbindung von bislang benachteiligten Personengruppen in die Gesundheitsversorgung forciert wird, ist dies als Beitrag für eine gesundheitliche Chancengerechtigkeit zu verstehen.

 

Zielgruppen:


▪ Zielgruppen im Setting Familie: Mütter, Väter, Schwangere; werdende Eltern, Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung/chronischer/schwerer Erkrankung, Menschen mit privaten Pflege- und Betreuungspflichten,
▪ Zielgruppen im Setting Gemeinde/Stadtviertel: Menschen mit Migrationshintergrund, Asylwerber/innen, Flüchtlinge, Menschen mit niedrigem Einkommen / Bildungsniveau / Stellung im Beruf, Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen
▪ Zielgruppen im Setting Gesundheits- und Sozialwesen/ (öffentliche) Dienstleistungen: Patientinnen/Patienten, Klientinnen/Klienten, Ärztinnen/Ärzte, Pflege- und Betreuungspersonal, Andere nichtärztliche Berufsgruppen (Hebammen, Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten etc.), Berufsgruppen der psychosozialen Versorgung (Psychologinnen/Psychologen, Sozialarbeiter/innen etc.), Gesundheitsförderungsberater/-innen, Gesundheitsexpertinnen/Gesundheitsexperten

09.06.2021

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