Guten APPetit“- digitale Kompetenzen in einer webbasierten Ernährungswelt

Recherchiert man zu den Keywords „Ernährung + App“ erhält man aktuell über 300 Applikationen – Tendenz stark steigend. Angeboten werden Einkaufshilfen, Rezeptsammlungen, Quiz-Spiele, Nährwertprogramme, Diätbegleiter, Fastenapps und Ernährungsratgeber, sowie Informationsplattformen. Fraglich ist, wobei es sich um valide Quellen handelt, die auf wissenschaftlicher Evidenz basieren und fundierte Ernährungsbildung beinhalten? Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden zu definierten Forschungsfragen Daten erhoben und ausgewertet. Im Zuge dessen wurde recherchiert, ob und welche Qualitäts- & Bewertungskriterien bereits definiert, implementiert und evaluiert wurden? Untersucht wurde auch, welche Apps und webbasierten Medien, im Rahmen der Ernährungsbildung im Unterrichts verwendet werden und ob diese den Kriterien entsprechen? Das Augenmerk wurde auch auf Sprache und die Anforderungen einer effizienten und effektiven Ernährungskommunikation gelegt. Ziel war eine Checkliste über geeignete webbasierte Programme für den Unterricht zu erstellen, um in weiterer Folge einen Kriterienkatalog zu definieren. Dieser ist nun als „Tool“ zur Bewertung von webbasierten Ernährungsmedien einer breiten öffentlichen Fachgruppe zugänglich und wird auch im Rahmen der forschungsgeleiteten Lehre auf akademischer Ebene veröffentlicht, angeboten und verwendet.

Ernährung 2.0-wissenschaftlich fundiert

Im Zeitalter der Informationsgesellschaft sind soziale Medien im beruflichen und privaten Alltag längst etabliert und selbstverständlich geworden. Auch Ernährungsthemen sind medial präsent und finden sich in unterschiedlichster Form im Internet wieder.  Foodblogs, Vlogs von InfluencerInnen, Rezeptdatenbanken aber auch alternative Ernährungskonzepten werden über das Netz kommuniziert. Jugendliche und junge Erwachsene nutzen diese sozialen Medien regelmäßig, um ihr Essen in der Online-Community zu teilen aber auch um Infoquellen für schulische Aufgaben, Lehraufträge und Ernährungsfragen zu zitieren. Einerseits birgt diese digitale Ernährungswelt die Gefahr, dass sich „Ernährungs-Fake-News“ und pseudowissenschaftliche Wahrheiten unkontrolliert im Netz verbreiteten, auf der anderen Seite stellen digitale Medien aufgrund ihrer Reichweite und Aufbereitung eine große Chance für die Ernährungskommunikation in Bildung und Wissenschaft dar. Doch kann zwischen wissenschaftlichen Fakten, pseudowissenschaftlichen Statements und Empfehlungen überhaupt noch differenziert werden und falls ja WIE?

Ziel dieses Projekts ist es, zu erforschen, welche Aufgaben, Chancen und Risiken sich für den Ernährungs- und Bildungsbereich ergeben. Eine weitere Forschungsfrage ist auch, woran NutzerInnen evidenzbasierte Ernährungsinformationen in digitalen Medien erkennen und nach welchen Kriterien, geeignete wissenschaftliche Plattformen ausgewählt werden. Weiters soll ein Fortbildungsmodul zu „Social Media Food“ Essen und Ernährung im Zeitalter von digitalen Medien, entwickelt werden.

Hier geht es zum Kriterienkatalog

Autorin: Prof. Mag. Dr. Birgit Wild, Arbeitseinheit Ernährung und Gesundheit, Institut für Berufspädagogik und Sekundarpädagogik, IBAS, Pädagogische Hochschule Tirol
 (www.ph-tirol.ac.at) 
Erstellt: 09.11.2020
09.11.2020

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