„Gute Gesprächsqualität“ in Zeiten von Corona und Telemedizin

 

In der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass die Krisenkommunikation mittels einfacher Botschaften (z.B. Händewaschen) durch öffentliche Kommunikation und massenmediale Informationen weitgehend funktioniert hat.

Wenn es um komplexere Botschaften und schwierige Entscheidungen bspw. im Kontext chronischer Erkankungen geht, braucht es gute persönliche Gespräche zwischen Gesundheitsprofis und PatientInnen; Zielsetzung solcher Gespräche ist nicht „Compliance“ im Sinne eines paternalistischen Gehorchens, sondern die Förderung der Mitarbeit („Adhärenz“) von Betroffenen.

Dazu ist es notwendig, dass die Betroffenen aktiv am Gespräch teilnehmen können, um zu verstehen, wie allgemeine Informationen konkret auf sie selbst zutreffen und was diese für ihre eigene Lebenswelt bedeuten; um ihre Sorgen und Bedenken, Vorstellungen und Erwartungen ausdrücken zu können; um informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und motiviert umsetzen zu können. So kann die Mitarbeit von Betroffenen nachhaltig gefördert werden.

Zentral dafür ist die Gestaltung der Beziehung zwischen Gesundheitsprofis und PatientInnen im Gespräch, das Einbeziehen der individuellen Patientenperspektive und das Herstellen eines gemeinsamen Verständnisses in diesen Gesprächen. Dahinter steht im Grunde ein Paradigmenwechsel hin zu echter Patientenzentrierung als Grundausrichtung für gute Gesprächsqualität in der Krankenversorgung und Prävention.[i]

Was bedeutet das nun ganz konkret für das Gespräch zwischen Gesundheitsprofis und PatientInnen im Rahmen von COVID-19 und Telemedizin? Hier werden Fertigkeiten der Gesprächsführung, die in jedem Patientengespräch wichtig sind, besonders augenscheinlich und sollten besonders sorgfältig eingesetzt werden, da die körperliche Präsenz – und im Falle von Telefongesprächen auch der Blickkontakt und wesentliche nonverbale Informationen – fehlen.

Hier finden Sie einen Leitfaden für die Tele-Konsultation (auf Basis der Calgary Cambridge Guides[ii]):

Hier finden Sie weitere hilfreiche Ressourcen zum Thema Tele-Konsultationen:

Eine laufend aktualisierte Liste von Ressourcen findet sich hier

Hier findet sich ein Online-Interview im Rahmen der European Public Health WEEK: Bernadette Bruckner sprach am 12. Mai 2020 mit Marlene Sator (Leitung des ÖPGK-Schwerpunkts „Gute Gesprächsqualität“) zum Thema „Gesundheitskommunikation in Krisensituationen“

 

Autoren: Marlene Sator, Christoph Schmotzer

Erstellt: 05.06.2020

 

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[i] Mead, N & Bower, P (2000): Patient-centredness: a conceptual framework and review of the empirical literature. Soc Sci Med. 51:1087-1110 Cushing, A (2018): Patient-Centred Communication. https://www.each.eu/wp-content/uploads/2018/08/Patient-Centred-Communication.pdf
[ii] Silverman J, Kurtz SM, Draper J. (2013): Skills for communicating with patients. 3rd ed. Radcliffe, London