„Gute Gesprächsqualität“ in Zeiten von Corona und Telemedizin

In der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass die Krisenkommunikation mittels einfacher Botschaften (z.B. Händewaschen) durch öffentliche Kommunikation und massenmediale Informationen weitgehend funktioniert hat.

Wenn es um komplexere Botschaften und schwierige Entscheidungen geht, braucht es gute persönliche Gespräche zwischen Gesundheitsprofis und PatientInnen. Zielsetzung solcher Gespräche ist nicht „Compliance“ im Sinne eines paternalistischen Gehorchens, sondern die Förderung der Mitarbeit („Adhärenz“) von Betroffenen.

Dazu ist es notwendig, dass die Betroffenen aktiv am Gespräch teilnehmen können, um zu verstehen, wie allgemeine Informationen konkret auf sie selbst zutreffen und was diese für ihre eigene Lebenswelt bedeuten.

Zentral dafür ist die Gestaltung der Beziehung zwischen Gesundheitsprofis und PatientInnen im Gespräch, das Einbeziehen der individuellen Patientenperspektive und das Herstellen eines gemeinsamen Verständnisses in diesen Gesprächen. Dahinter steht im Grunde ein Paradigmenwechsel hin zu echter Patientenzentrierung als Grundausrichtung für gute Gesprächsqualität in der Krankenversorgung und Prävention.[i]

VIDEO – Im Rahmen der European Public Health WEEK sprachBernadette Bruckner am 12. Mai 2020 mit Marlene Sator über „Gesundheitskommunikation in Krisensituationen“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was bedeutet das nun ganz konkret für das Gespräch im Rahmen von COVID-19 und Telemedizin? Hier werden Fertigkeiten der Gesprächsführung, die in jedem Patientengespräch wichtig sind, besonders augenscheinlich und sollten besonders sorgfältig eingesetzt werden, da die körperliche Präsenz – und im Falle von Telefongesprächen auch der Blickkontakt und wesentliche nonverbale Informationen – fehlen. Als unterstützende Maßnahme hat die ÖPGK Übersetzungen des englischsprachigen Leitfadens „Telephone Consultations. Calgary Cambridge Guide“ [ii] angefertigt

Referenzen

[i] Mead, N & Bower, P (2000): Patient-centredness: a conceptual framework and review of the empirical literature. Soc Sci Med. 51:1087-1110 Cushing, A (2018): Patient-Centred Communication. https://www.each.eu/wp-content/uploads/2018/08/Patient-Centred-Communication.pdf
[ii] Silverman J, Kurtz SM, Draper J. (2013): Skills for communicating with patients. 3rd ed. Radcliffe, London

Ressourcen

Projektleiterin:

Marlene Sator
Gesundheit Österreich GmbH

E-Mail: marlene.sator@goeg.at

Zurück zum Schwerpunkt:
Gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem