GeWa: Gemeinsam Wachsen!

Langtitel: GeWa: Gemeinsam Wachsen. Ein Projekt zur Förderung der psychosozialen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien mit Migrationshintergrund
Einrichtung: Verein Ikemba
zuständiger Leiter: Dr. Mag. Livinus Nwoha
Website der Einrichtung: www.ikemba.at
Maßnahmenkoordinatorin: Dr. Mag. Christine Leitner
E-Mail-Adresse: christine.leitner@ikemba.at
(geplante) Laufzeit: 1. Juni 2018 bis 30. September 2020
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


1. Das Thema der psychosozialen Gesundheit ist in den Communitys bekannt. – 8 Communityleader kooperieren mit dem Projektteam – in jeder Community ist das Thema durch Projektaktivitäten präsent
2. Sozioökonomisch benachteiligte MigrantInnenfamilien sind erreicht – Familien sind zum Thema psychosoziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert – Familien erlangen Wissen über die psychosoziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
3. Sozioökonomische benachteiligte MigrantInnenfamilien lernen Angebote in ihrem Sozialraum kennen – Kennen relevante Angebote: Angebote für Kinder und Jugendliche, Beratungs-, Bildungs-, Kulturangebote – MitarbeiterInnen in den Sozialräumen sind für die Ausgangslage der sozioökonomisch benachteiligte MigrantInnenfamilien sensibilisiert.

 

Ausgangslage:


Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Migrantenfamilien sind mit Risikofaktoren bezüglich ihrer psychosozialen Gesundheit konfrontiert. Wenig formale Bildung, Armut, schwierige Wohnverhältnisse, soziale Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und geringe Gesundheitskompetenz zeichnen ihre Familien aus. Psychische Erkrankungen sind ein Tabuthema. Durch Outreacharbeit und die Zusammenarbeit mit Communitys werden die Familien erreicht. Vor Ort finden niederschwellige, gesundheitsfördernden Maßnahmen statt wie Workshops zur Wissensvermittlung in der Muttersprache und Empowermentgruppen für Eltern und für Jugendliche. Mit der Kinder- und Jugendhilfe und psychosozialen Diensten wird eng zusammengearbeitet, um bestehende, präventive Angebote für die Zielgruppe der als „schwer erreichbar“ geltenden Familien nutzbar zu machen.

 

Methodik:


Die Methode der Outreacharbeit schafft Zugang zu Menschen, die als „schwer erreichbar“ gelten. Im „detached-outreach-model“ findet sie im öffentlichen Raum statt, man tritt dort mit den Menschen in Kontakt. Beim „peripatetic-model“ findet die Outreach-Arbeit in den Räumlichkeiten der jeweiligen Communitys statt, z.B. in religiösen Zentren. Jede Community hat Schlüsselpersonen. Sie stellen eine Autorität dar, ihr Rat wird gesucht und ihr Wort hat Gewicht. Für das GeWa Projekt ist die Zusammenarbeit mit den LeaderInnen zentral. Beim „domiciliary model“ sucht man die Menschen zu Hause in ihren Wohnungen auf. Sehr konservativ lebende muslimische Frauen sind in der Öffentlichkeit nicht ansprechbar, auch nicht in den Moscheen. So wird es möglich, sie trotzdem zu erreichen. Vor Ort finden niederschwellige Workshops zur Wissensvermittlung statt, in Empowermentgruppen für Eltern und Jugendliche wird diskutiert, vernetzt und gestärkt. Die Zusammenarbeit mit Fachdiensten ermöglicht Vernetzung.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Familien, die als „schwer erreichbar“ gelten, sind die Hauptzielgruppe des Projektes. Durch die Methode der Outreacharbeit wird es Ikemba möglich, sie zu erreichen und mit ihnen am Aufbau von Gesundheitskompetenz zu arbeiten. Psychische Krankheit ist ein Tabuthema in den Communitys, in denen das Projekt GeWa aktiv ist. Durch Sensibilisierungsmaßnahmen zur psychosozialen Gesundheit und niederschwelligen Workshops zur Wissensvermittlung kann kritische Gesundheitskompetenz und Selbstkompetenz in Bezug auf Gesundheit gefördert werden. In separaten Empowementgruppen für Eltern und Jugendliche werden die TeilnehmerInnen in Bezug auf ihre Gesundheits- und Selbstkompetenz gestärkt. Vernetzung mit Fachdiensten, sowohl auf der Leitungsebene als auch auf der Angebotsebene ermöglicht es, Zugangsbarrieren zu präventiven Angeboten der Gesundheitsfördernd einzuebnen und sie für die Zielgruppe nutzbar zu machen. Das Projekt GeWa wurde 2019 mit dem Steirischen Qualitätspreis für Gesundheitsförderung (SALUS) ausgezeichnet.

 

Zielgruppen:


  • Zielgruppen im Setting Familie: Mütter, Väter, Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende
  • Zielgruppen im Setting Gemeinde/Stadtviertel: Jugendliche im außerschulischen Bereich, Erwachsene, Menschen mit Migrationshintergrund, Asylwerber/innen, Flüchtlinge, Menschen mit niedrigem Einkommen / Bildungsniveau / Stellung im Beruf, Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen
  • Zielgruppen im Setting Gesundheits- und Sozialwesen/(öffentliche) Dienstleistungen: Berufsgruppen der psychosozialen Versorgung (Psychologinnen/Psychologen, Sozialarbeiter/innen etc.), Sonstiges (Kinder und Jugendhilfe)
09.01.2020

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