Gesundheitskompetenz und Medikamentenadhärenz von transplantierten Menschen in österreichischen Selbsthilfegruppen

Autorin: Fink N.

Erscheinungsjahr: 2020

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Zusammenfassung

Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde eine Querschnittsstudie von transplantierten Menschen aus 11 österreichischen Selbsthilfegruppen durchgeführt. In einer Online-Erhebung wurden Fragen zur Gesundheitskompetenz, zur Medikamentenadhärenz und deren Einflussfaktoren gestellt.

Insgesamt nahmen 106 Menschen nach einer Transplantation an der Online-Erhebung teil. Davon waren etwa drei viertel der Befragten Nierentransplantiert (68%), männlich (73%), Mitglied einer Selbsthilfegruppe (79%) und durchschnittlich M = 57 (SD = 13) Jahre alt. Die Prävalenz der medikamentösen Non-Adhärenz betrug 72%. Als Gründe für die Non-Adhärenz wurden am häufigsten ein wechselnder Tagesrhythmus (27-mal), Vergesslichkeit (22-mal) und Stress am Arbeitsplatz (11-mal) genannt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer (47%) zeigte eine limitierte Gesundheitskompetenz. Es konnten keine signifikanten Korrelationen zwischen der Medikamentenadhärenz und der Gesundheitskompetenz sowie für soziodemographische Faktoren festgestellt werden.

Aufgrund der hohen Prävalenz medikamentöser Non-Adhärenz und limitierter Gesundheitskompetenz in der Studienpopulation, wird den Selbsthilfegruppen empfohlen, im Rahmen von Informationsveranstaltungen oder Gruppentreffen die Problematik der Medikamentenadhärenz in verständlicher Sprache zu thematisieren. Bei der Entwicklung von Interventionen in der klinischen Praxis, sollte zukünftig auf die Erfahrungen der Selbsthilfegruppe zurückgegriffen werden.

22.10.2020
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