Gesundheitskompetenz in der außerschulischen professionellen Jugendarbeit

Einrichtung: boJA - Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit
zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Mag.a Daniela Kern-Stoiber, MSc
Website der Einrichtung: www.boja.at
Einrichtung: BÖJI - Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos
zuständige Leiterin/zuständiger Leiter: Mag. Aleksandar Prvulović
Website der Einrichtung: www.jugendinfo.at
Maßnahmenkoordinator/in: Mag.a Daniela Kern-Stoiber, MSc
E-Mail-Adresse:  daniela.kern@boja.at
Website der Maßnahme: www.boja.at/gesundheit
(geplante) Laufzeit: 01. November 2014 bis 30. April 2017
Status: abgeschlossen

Zielsetzung der Maßnahme:


Organisationen der außerschulischen professionellen Jugendarbeit (Offene Jugendarbeit und Jugendinfostellen) werden zu gesundheitskompetenten Settings, in denen Mädchen und Burschen sich in einem gesundheitsfördernden Umfeld bewegen können und einen Rahmen finden, in dem sie sich zu gesundheitskompetenten jungen Menschen entwickeln. Damit tragen die Settings der außerschulischen professionellen Jugendarbeit dazu bei, die gesundheitliche Chancengerechtigkeit von jungen Menschen in Österreich durch Stärkung von Gesundheitskompetenz zu fördern. Projektziele:

  • Entwicklung von Leitfäden zur Umsetzung von Gesundheitskompetenz in Einrichtungen der außerschulischen professionellen Jugendarbeit
  • Analyse und Bewertung der Health Literacy Freundlichkeit der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit und der Jugendinfos
  • Förderung der Gesundheitskompetenz von JugendarbeiterInnen in der außerschulischen professionellen Jugendarbeit
  • Verbreiterung der Strategien zur Umsetzung von Gesundheitskompetenz in Einrichtungen der außerschulischen professionellen Jugendarbeit
  • Aufbau von Expertise im Setting außerschulischer Jugendarbeit bzgl. Gesundheitskompetenz (Capacity Building)
  • Förderung und Stärkung der vernetzten Zusammenarbeit von Jugendinfos und offener Jugendarbeit im Bereich Gesundheitskompetenz und allgemein
  • Stärkung der intersektoralen Zusammenarbeit und Vernetzung im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit
  • Förderung der intersektoralen Diskussion zu Gesundheitskompetenz

 

Ausgangslage:


Jugendliche in Österreich weisen mehrheitlich eine geringe Gesundheitskompetenz auf. Vor allem Jugendliche aus dem Süden Österreichs und junge Menschen aus bildungsfernen und sozioökonomisch benachteiligten Lebenskontexten sind wenig gesundheitskompetent. Gesundheitskompetenz zeigt bereits bei Jugendlichen Auswirkungen auf ihr gesundheitsrelevantes Verhalten. Um die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen in Österreich auf Systemebene zu stärken, werden in der Fachliteratur soziale Settings und Bildungssettings empfohlen, vorwiegend Schule und außerschulische Jugendarbeit (vgl. GÖG, 2012; World Health Communication Associates, 2011). Die professionelle außerschulische Jugendarbeit bietet hier mit ihren Schwerpunkten non-formale Bildungsräume (Offene Jugendarbeit) und Informationskompetenz (Jugendinfos) die ideale Voraussetzung zur Auseinandersetzung mit Gesundheitskompetenz und Schaffung von gesundheitskompetenten Settings.

 

Methodik:


Die Maßnahmen des Projekts dienen der Erreichung der oben genannten Ziele und entsprechen den wesentlichen Kriterien für Gesundheitsprojekte, indem sie direkt im Setting angesiedelt sind, verhältnisorientiert sind, die Personen vor Ort als Expertinnen/Experten ihrer Lebenswelten ansprechen, ressourcenorientiert und vernetzt agieren, intersektoral und interdisziplinär angelegt sind (auf Ebene des Bundeslandes und auf Ebene der bundesweiten Projektsteuerung). Gender- und Partizipationsansätze werden im Rahmen von Inputs vertieft und im gesamten Projektablauf berücksichtigt. Konkret sind die Maßnahmen Veranstaltungen zur Bekanntmachung des Projekts, Workshops mit Jugendarbeiterinnen/-arbeiter zur organisationalen Gesundheitskompetenz in ihren Einrichtungen, die dazu dienen die Einrichtungen und Handlungsfelder zu analysieren und zu bewerten hinsichtlich ihrer organisationalen Gesundheitskompetenz, Durchführung von Praxisprojekten anhand erstellter Leitfäden, die Gründung eines österreichweiten Netzwerks sowie eine Abschlussfachtagung.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Das Projekt verfolgt folgende Vision, die explizit das Thema gesundheitliche Chancengerechtigkeit in sich trägt: Organisationen der außerschulischen professionellen Jugendarbeit (Offene Jugendarbeit und Jugendinfostellen) werden zu gesundheitskompetenten Settings, in denen Mädchen und Burschen sich in einem gesundheitsfördernden Umfeld bewegen können und einen Rahmen finden, in dem sie sich zu gesundheitskompetenten jungen Menschen entwickeln. Damit tragen die Settings der außerschulischen professionellen Jugendarbeit dazu bei, die gesundheitliche Chancengerechtigkeit von jungen Menschen in Österreich durch Stärkung von Gesundheitskompetenz zu fördern. Die Strategien zur Förderung der Chancengerechtigkeit sind in diesem Projekt folgende:

  • Das Projekt ist im Setting der außerschulischen Jugendarbeit angesiedelt. Vor allem die Offene Jugendarbeit trägt einen wesentlichen Teil zur gesellschaftlichen Chancengerechtigkeit junger Menschen bei, indem sie ihre Angebote offen und möglichst niederschwellig setzt. Im städtischen Raum sind bis zu 80% der Besucherinnen/Besucher der Offenen Jugendarbeit aus sozial marginalisierten Gruppen.
  • Die Stärkung der Informationskompetenz – und damit den kritischen und kompetenten Umgang mit Information – von jungen Menschen ist insbesonders eine der Hauptaufgaben der Jugendinformationsstellen. Diese Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert wird auch bei der Vermittlung und dem Aufbau einer kritischen Gesundheitskompetenz eine zentrale Rolle einnehmen. In den Analyse- und v.a. den thematischen Workshops wurden zudem auch die Fachkräfte der offenen Jugendarbeit und der Jugendinformationsarbeit selbst in Bezug auf die kritische Gesundheitskompetenz und die Vermittlung dieser zusätzlich sensibilisiert.
  • Es wird vorwiegend auf Verhältnisebene gearbeitet: sowohl durch das Konzept der organisationalen Gesundheitskompetenz, die eine Analyse der Organisation, also der Systemebene nötig macht, als auch durch das Capacity Building der Beschäftigten und Multiplikatorinnen/Multiplikatoren im Setting.
  • Vernetzung ist ein Grundprinzip in der außerschulischen Jugendarbeit und ist auch hier im Projekt wesentlich enthalten. Die Maßnahmen finden vernetzt statt, ob innerhalb der Systeme der außerschulischen Jugendarbeit oder mit relevanten Stakeholdern und benachbarten Handlungsfeldern.
  • Intersektoralität als eine Voraussetzung für nachhaltige Gesundheitsarbeit, die sämtliche Aspekte berücksichtigt und möglichst viele Partner_innen für die Sache gewinnt.
  • Personen vor Ort werden als Expertinnen/Experten ihrer Lebenswelten betrachtet. Das Projekt gibt wenig Inhalte vor, sondern lässt diese von den beschäftigten im Setting der außerschulischen Jugendarbeit erarbeiten bzw. gestalten. Sie kennen das Setting und wissen um die Bedingungen Bescheid.
11.10.2018

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