Gemeinden für Gesundheitskompetenz! Vom Leitfaden zur Praxis

Einrichtung: Styria vitalis
zuständige Leiterin: Mag. Karin Reis-Klingspiegl
Webseite der Einrichtung: styriavitalis.at
Maßnahmenkoordinatorin: Mag. Dr.in Gerlinde Malli
Website der Maßnahme: styriavitalis.at/gesundheitskompetenz
(geplante) Laufzeit: 1. September 2018 bis 31. August 2021
Status: laufend

Zielsetzung der Maßnahme:


Strategische Ziele

  • Verbreitung des Leitfadens
  • Sensibilisierung für das Thema auf Ebene der Gemeindepolitik und -verwaltung in steirischen Gesunden Gemeinden
  • Sensibilisierung für das Thema auf Ebene zivilgesellschaftlicher Organisationen in steirischen Gesunden Gemeinden
  • Übernahme von Leadership durch Entscheidungsträger in der Gemeinde
  • (Langfristige) Verankerung des Themas in Gemeindepolitik und -verwaltung
  • Stärkung von Health in All Policies auf Gemeindeebene

Operationalisierte Ziele

  • Erprobung der Erhebung des Status quo in Bezug auf Gesundheitskompetenz (GK) an-hand des Selbstbewertungsbogens in drei Gemeinden
  • Umsetzung eines BGF-Prozesses in diesen Gemeindeverwaltungen (und gemeindeeigenen bzw. -nahen Betrieben)
  • Erarbeitung eines Konzeptes für die Schulung von Gemeindemitarbeiterinnen/
    -mitarbeitern bezüglich GK
  • Schulung der Gemeindemitarbeiterinnen/-mitarbeiter in den drei Gemeinden
  • Umsetzung von zumindest einer Praxis-maßnahme aus den Bereichen „Orientierung und Barrierefreiheit in der Gemeinde“ oder „Entwicklung von Angeboten“
  • Initiierung des Aufbaus eines Netzwerks GK in der Gemeinde
  • Erarbeitung von praxistauglichen Konzepten für die Umsetzung von zumindest zwei weiteren Standards organisationaler GK in der Gemeinde

 

Ausgangslage:


Als Gestalter lokaler Lebenswelten sind Gemeinden für die Stärkung der Gesundheits-kompetenz der österreichischen Bevölkerung unverzichtbare Partner. Styria vitalis hat im Jahr 2017 den Leitfaden „Gemeinden für Gesundheitskompetenz!“ zur Umsetzung und Selbstbewertung organisationaler Gesundheitskompetenz in der Gemeinde entwickelt. Am Beginn des Jahres 2018 wurde dieser vom Auftraggeber, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, herausgegeben. Damit Gemeinden den Nutzen erkennen, den Bedarf identifizieren und konkrete Maßnahmen im Rahmen einer für sie neuen Thematik planen und umsetzen können, bedarf es im nächsten Schritt einer professionellen Begleitung durch externe Expertinnen/Experten. Im Rahmen der Erprobung des vorliegenden Produkts in der (Gemeinde-)Praxis sollen die im Leitfaden formulierten Standards operationalisiert und für einen Transfer nutzbar gemacht werden.

 

Methodik:


  • Transfer des Leitfadens „Gemeinden für Gesundheitskompetenz!“ im Rahmen der Regionaltreffen der steirischen Gesunden Gemeinden
  • Akquise von drei Gesunden Gemeinden zur Vertiefung des Themas
  • Diagnosephase in diesen drei Gemeinden anhand des mit dem Leitfaden erarbeiteten Selbstbewertungsbogens
  • Umsetzung eines BGF-Prozesses in der Gemeindeverwaltung und eventuell in gemeindeeigenen Betrieben
  • Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen unter Beteiligung von z.B. Gemeindemitarbeiterinnen/-mitarbeiter zur:
    • gesundheitskompetenten Kommunikation mit Bürgerinnen/Bürgern
    • Gestaltung schriftlicher Gesundheitsinformationen
    • Verbreitung von Gesundheitsinformationen
    • Auswahl von Angeboten und Referentinnen/Referenten
  • Schulung von Gemeindemitarbeiterinnen/-mitarbeitern
  • Planung und Umsetzung bedarfsorientierter Praxismaßnahmen zu „Orientierung und Barrierefreiheit in der Gemeinde“ oder zu „Entwicklung von Angeboten“ für die Bevölkerung
  • Aufbau eines Netzwerks zur Gesundheits-kompetenz in der Gemeinde oder mit anderen Gemeinden
  • Zusammenstellen der entwickelten Konzepte, Materialien für den Transfer (z.B. Leitlinien für die schriftliche und mündliche Kommunikation)

 

Beitrag zum Wirkungsziel 1:


Die Maßnahme zielt darauf ab, die Qualität der Kommunikation, insbesondere für Gesundheitsinformation aus dem Bereich Gesundheitsförderung, zu erhöhen, indem Gemeindemitarbeiterinnen/-mitarbeiter gezielt geschult werden.

Auch die Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen zur Gestaltung schriftlicher Gesundheitsinformationen oder zur Auswahl von Angeboten und Referentinnen/Referenten erfolgt unter Einbeziehung der Bürgerinnen/Bürger. Insgesamt verfolgt die Maßnahme das Ziel, die Gemein-de gesundheitskompetenter zu machen – dies wirkt letztlich auch auf das Gesundheitssystem zurück, da unterschiedliche Einrichtungen des Gesundheitssystems (z.B. Arztpraxen, Apotheken) Subsettings der Gemeinde sind, und Bürgerinnen/Bürger immer auch Klientinnen/Klienten bzw. Patientinnen/Patienten. Die Initiierung des Aufbaus eines Netzwerkes zum Thema zwischen unterschiedlichen Organisationen/ Einrichtungen etc. innerhalb der Gemeinde untermauert dieses Ziel noch einmal.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Die Maßnahme setzt auf Verhältnisorientierung und adressiert die gesamte Bevölkerung. Sie erhöht damit insbesondere auch die Chancen benachteiligter, schwer erreichbarer Menschen, persönlich Gesundheitskompetenz zu erfahren.

Insbesondere durch die partizipative Planung und Umsetzung von Praxismaßnahmen zu „Orientierung und Barrierefreiheit in der Gemeinde“ und zu „Entwicklung von Angeboten“ für die Bevölkerung wird die persönliche Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen/Bürger gestärkt.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 3:


Gesundheitskompetenz im Dienstleistungssektor zu stärken, gelingt über die Schulung von Gemeindemitarbeiterinnen/-mitarbeitern, über die Vernetzung der Gemeinde mit Einrichtungen und Subsettings der Gemeinde sowie auch über die Umsetzung von BGF-Prozessen in der Gemeindeverwaltung und in Gemeinde-eigenen bzw. -nahen Betrieben.

 

Zielgruppen:


  • im Setting Gemeinde/Stadtviertel: Kinder und Jugendliche im außerschulischen Bereich, Erwachsene, Ältere Menschen, Menschen mit Behinderung/chronischer/schwerer Erkrankung, Alleinstehende Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Asylwerber/innen, Flüchtlinge, Erwerbsarbeitslose Menschen, Menschen mit niedrigem Einkommen/Bildungsniveau/Stellung im Beruf, Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, Wohnungslose Menschen
  • im Setting Gesundheits- und Sozialwesen/(öffentliche) Dienstleistungen: Patientinnen/Patienten, Klientinnen/Klienten, Ärztinnen/Ärzte, Pflege- und Betreuungspersonal, Andere nicht ärztliche Berufsgruppen (Hebammen, Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten etc.), Berufsgruppen der psychosozialen Versorgung (Psychologinnen/Psychologen, Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter etc.), Gesundheitsförderungsberaterinnen/-berater, Gesundheitsexpertinnen/Gesundheitsexperten
  • im Setting Gesellschaftspolitik/Medien: Mitglieder von Vereinen / Verbänden / Interessensvertretungen, Vertreterinnen/Vertreter der Verwaltung oder Politik
09.10.2018

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