GeKo

Langtitel: GeKo – Gesundheitskompetenz Puppentheater für Kinder von 3 – 8 Jahren (im Burgenland)
Einrichtung: PROGES – Wir schaffen Gesundheit
zuständige Leiterin: Mag. Dr. Doris Formann
Website der Einrichtung: www.proges.at
Maßnahmenkoordinatorin: Mag. Sonja Scheiblhofer MSc
Website der Maßnahme: www.proges.at/geko/
geplante Laufzeit: 1. Februar 2019 bis 31. Oktober 2020
Status: laufend

Ausgangslage:


Im Alter von ca. 3-7 Jahren befinden sich Kinder in der kognitiven Entwicklungsstufe “präoperationale Phase”, die von “magischem” Denken und irrationalen Erklärungsmodellen geprägt ist – optimale Bedingungen zum Lernen mittels Puppentheater. Sie treten in dieser Phase instinktiv mit Puppen in Kontakt und nutzen sie als Partner, Gegenüber und Identifikationsfigur. Puppen haben eine magische Bedeutung, ihre Persönlichkeit und ihre Verhaltensweisen können „entwickelt“ und immer wieder neu erfunden werden. Puppen können Diskussionen leiten, Streit schlichten, die eigene Meinung vertreten, neue Erfahrungen wagen, „dumme“ Fragen stellen, schüchtern oder vorlaut und frech sein, trösten, lachen und zum Lachen bringen, weinen, mutig oder ängstlich, stark oder schwach, klug oder dumm, lieb oder böse sein – je nach Bedarf und der jeweiligen Situation – Puppen können und dürfen alles, sollen aber kein verlängerter „pädagogischer Zeigefinger“ sein. Kinder lernen am besten nachhaltig durch Beobachtung und Nachahmung, durch spielerische Vermittlung von Wissen, das handhabbar, verstehbar und sinnhaft ist, sowie durch einen hohen Beteiligungsgrad.

Die Verwendung des Puppenspiels in psychologischer Diagnostik, der (Heil-)Pädagogik und der Therapie geht auf Jacob Levy Moreno (Psychiater und Soziologe, 1892-1974) zurück und kam in Europa in den 1920er Jahren auf. Die direkte Zielgruppe von “GeKo” sind Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter bis zur 2. Schulstufe, geschlechtergemischt, unabhängig vom sozioökonomischen Status. In diesem Lebensabschnitt finden grundlegende geistige, körperliche und emotionale Entwicklungsprozesse statt, die auch das Gesundheitsverhalten beeinflussen. Bewusstsein für Gesundheit, Antizipationsfähigkeit und Verständnis sind noch kaum ausgeprägt. Basierend auf Entwicklungsstufen-Modellen und pädagogischen Überlegungen beginnt das “Health-Literacy-Lernen” ab dem dritten Lebensjahr.

Weitere Zielgruppen: Kinder in Settings Gemeinde (Gesundes Dorf), Kindergarten und Volksschule, sowie Eltern und Betreuungspersonen, deren Gesundheitskompetenzniveau und auch Gesundheitsverhalten erheblichen Einfluss auf Kinder hat.

Folder als Download hier

 

Zielsetzung der Maßnahme:


Folgende Ziele verfolgt PROGES mit dem GeKo-Puppentheater:

  • Verbesserung der Gesundheitskompetenz von Kindern und ihrer Betreuungspersonen im näheren Umfeld (Eltern, Erziehungsberechtigte, BetreuerInnen) durch Bewusstseinsbildung und Interaktion
  • Entwicklung, Umsetzung und Evaluation eines neuen Zugangs zu Kindern mit Gesundheits(förderungs)informationen
  • Entwicklung eines adäquaten alters- und entwicklungsangepassten Puppentheater-Programms inkl. Drehbuch, Figuren, Bühnenbild, Titellied und Reflexionsmomente
  • Evaluierung mittels „development evaluation“, bestehend aus Reflexionsschleifen (mit beteiligten Stakeholdern), sowie Fragebogenerhebung mit PädagogInnen

 

Methodik:


Die Entwicklung des GeKo-Puppentheaters erfolgt in einem multidisziplinärem Team (aus Gesundheitswissenschaften, Gesundheitsförderung, Theater und Schauspiel); ebenso erfolgt in diesem Team die Erstellung der dazugehörigen Materialien. Zur Umsetzung werden externe Puppenspieler/Theaterspieler-Teams beauftragt, die intensiv eingeschult und mit Hintergrundwissen versorgt werden und nach dem vorgegebenen Drehbuch arbeiten. Die entwickelten Hauptfiguren sind der GeKo (Gecco), seine Freundin Ute und der (zu Beginn gemeine) Schund (= innerer Schweinehund). Gemeinsam mit den ZuschauerInnen wird daran gearbeitet wie es dem GeKo nach anfänglicher Schwäche und Betrübtheit, wieder gut gehen kann, Ideen werden gesammelt, seine Freundin Ute unterstützt ihn und der Schund wird immer kleiner und leiser.

Die Texte und Lieder im Drehbuch handeln von folgenden Themen: soziales Miteinander, gegenseitig unterstützen, gesunde essen, viel bewegen, sich jemandem anvertrauen, Hygiene und Zähneputzen. Es werden Wissen und Fähigkeiten vermittelt, gemeinsam mit den Kindern wird der GeKo motiviert zu gesundem Verhalten, er bekommt Tipps wie er Gesundheitsinformationen verstehen und anwenden kann und wie er sich und seine Gesundheit stärken kann.

Alles ist in kindgerechte Informationen gepackt und wird von den Puppen gemeinsam mit den SchauspielerInnen transportiert und reflektiert.

In regelmäßigen Intervallen werden im Rahmen der Evaluierung Reflexionssitzungen abgehalten und das Programm unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Rückmeldungen der Beteiligten aus den Projektteams sowie aus den Settings adaptiert.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 2:


Das Puppentheater GeKo richtet sich an alle Kinder in den Settings Kindergarten und zwischen drei und acht Jahre, sowie in den Gemeinden (Gesunden Dörfern) und an deren Betreuungspersonen. Das Stück ist für alle, es ist leicht verständlich, unabhängig von sozioökonomischen Determinanten wie Bildungsgrad, Herkunft und/oder Einkommen. Insbesondere in den Kindergärten und Volksschulen sind Kinder aus allen Communitys und Zielgruppen vertreten. Die Kinder werden in ihrer Kompetenz, in ihrem Wissen und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt, in dem sie einerseits Neues lernen, bereits Bekanntes wiederholen und sich aktiv beteiligen und einbringen können. Insbesondere auch der soziale Aspekt der Gesundheit wird im Stück transportiert um die Kinder nachhaltig zu stärken.

Alle Kinder erhalten GeKo-Materialien (zB Malbücher), die sie gemeinsam mit ihren Betreuungspersonen weiter bearbeiten können/sollen, die die Themen des Theaters wieder aufgreifen. Die Betreuungspersonen werden in die Planung und Umsetzung mit einbezogen.

Gemeinden, Kindergärten und Schulen sind die Lebenswelten der Zielgruppe(n) und somit auf der Verhältnisebene für (mehr) Gesundheit verantwortlich und mit diesem Projekt in ihrem Verantwortungsbereich angesprochen.

 

Beitrag zum Wirkungsziel 3:


Betrachtet man die Settings Kindergarten, Volksschule in ihrer Pädagogik, sowie die Gemeinden für die BürgerInnen als Dienstleistungssektor, wird das GeKo Puppentheater auch hier wirksam, da die Beschäftigten dieser Settings durch mehr Wissen und Umsetzungskompetenz die Gesundheitskompetenz der Kinder maßgeblich beeinflussen können. Ebenso bei Gemeinden, die sich als Träger der Kindergärten und Erhalter der Volksschulen für gesunde Strukturen und die Förderung der Gesundheit ihrer Kinder in den Settings verantwortlich sind. Für die Aufführung sind in diesem Projekt je 50 Euro Kostenbeitrag zu leisten. Bei allen Aufführungen in dieser Projektphase übernimmt diese Kosten die jeweilige Gemeinde im Gesundheits-/Gesundes Dorf Budget.

 

Zielgruppen:


  • Zielgruppen im Setting Familie: Sonstiges: Erziehungsberechtigte (generell)
  • Zielgruppen im Setting Kindergarten und Kinderkrippe: Kinder in Kindergarten und Kinderkrippe, Beschäftigte im Kindergarten und in der Kinderkrippe, Eltern im Setting Kindergarten und Kinderkrippe
  • Zielgruppen im Setting Schule und in anderen Bildungseinrichtungen: Schüler/-innen, Lehrer/-innen, Direktor/-inn/-en, Eltern im Setting Schule, Sonstiges: Betreuungspersonal z. B. Student/-innen
  • Zielgruppen im Setting Gemeinde/Stadtviertel: Kinder im außerschulischen Bereich, Erwachsene, Ältere Menschen, Sonstiges: alle, die im Gesunden Dorf erreicht werden aus den Zielgruppen und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen in den Arbeitskreisen
  • Zielgruppen im Setting Gesellschaftspolitik/Medien: Vertreter/innen der Verwaltung oder Politik
15.01.2020

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