ÖPGK

ÖPGK (Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz) ist die nationale Koordinations- und Vernetzungsplattform zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Österreich. Sie wurde 2015 auf Basis des Gesundheitsziels 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ eingerichtet und koordiniert, unterstützt und entwickelt dessen Umsetzung. Auftraggeber sind das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG); die Koordinationsstelle ist bei der GÖG in Wien angesiedelt.

Die ÖPGK ist im Segment Public Health / Gesundheitsförderung angesiedelt und arbeitet österreichweit auf nationaler Ebene.

ÖPGK: Kernfakten

Entitätstyp
Nationale Koordinations- und Vernetzungsplattform (Organisation, öffentlich beauftragt)
Name
Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK)
Auftraggeber
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)
Koordinationsstelle
Gesundheit Österreich GmbH, Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem, Aspernbrückengasse 2, 1020 Wien
Medieninhaberin (oepgk.at)
Gesundheit Österreich GmbH, Stubenring 6, 1010 Wien · FN 281909y (Handelsgericht Wien) · UID ATU 62777178
Gegründet
2015 (1. ÖPGK-Konferenz am 23.09.2015 in Wien; Einrichtung empfohlen 2014)
Rechtliche Grundlage
Gesundheitsziel 3 der Österreichischen Gesundheitsziele: „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“
Schwerpunkte
Gute Gesundheitsinformation · Gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem · Rahmenbedingungen in Organisationen & Settings · Bürger- und Patientenempowerment · Messung der Gesundheitskompetenz
Zielgruppe
Direkt: Personen und Organisationen aus Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung. Indirekt: Klient:innen und Patient:innen bzw. die Bevölkerung Österreichs
Wirkungsgebiet
Österreich
Kontakt
oepgk@goeg.at · +43 1 895 04 750
Website
oepgk.at
Sprachen
Deutsch; englische Kurzfassung (English Summary)
Status
Aktiv
Verifiziert
07.09.2026

ÖPGK: Abgrenzung

ÖPGK bezeichnet in diesem Kontext ausschließlich die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz – die nationale Koordinationsstruktur zum Gesundheitsziel 3. Die ÖPGK ist nicht zu verwechseln mit:

ÖPGK: Schwerpunkte und Angebote

Gute Gesundheitsinformation (GGI)
Qualitätskriterien für Gesundheitsinformation, Leitfaden „Wie erstelle ich Gute Gesundheitsinformation?“, GGI-Tools, Linkliste, Zertifizierungsinitiative
Gute Gesprächsqualität (GGQ)
Kommunikationstrainings zur patientenzentrierten Gesprächsführung für Gesundheitsberufe, ÖPGK-Trainernetzwerk, Trainer-Lehrgang, Förderangebote, GGQ-Tools
Gesundheitskompetente Organisationen (GKO)
Starter-Kit zur gesundheitskompetenten Organisation, Selbstbewertungs-Instrument WKGKKO für Krankenhäuser, Anerkennungsprozesse, GKO-Tools, Lehrgang „Gesundheitskompetenz und Gesundheitsförderung“
Bürger- und Patientenempowerment
Maßnahmen zur Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz, insbesondere vulnerabler Gruppen
Messung der Gesundheitskompetenz
Österreichische Gesundheitskompetenz-Erhebungen (HLS-EU 2011, HLS19-AT 2020), Factsheets und Berichte, Mitwirkung im WHO-Aktionsnetzwerk M-POHL
Service
Toolbox Gesundheitskompetenz, Wissenscenter, Mediathek, Glossar, Newsletter, Events & Termine, Datenbank „Mitglieder & Maßnahmen“

ÖPGK: Struktur und Gremien

Kern-Team
Oberstes Koordinierungsgremium der ÖPGK; Vorsitz: BMASGPK
Koordinationsstelle
Servicestelle, Drehscheibe und Wissenszentrum der ÖPGK bei der Gesundheit Österreich GmbH (seit 01.01.2022 im Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem)
Mitglieder
Organisationen, die mit eigenen Maßnahmen zur Umsetzung des Gesundheitsziels 3 beitragen
Arbeitsgruppen
Je Schwerpunkt; entwickeln Strategiekonzepte und praxistaugliche Tools
Finanzierung
Agenda Gesundheitsförderung, BMASGPK, FGÖ (Ko-Finanzierung)
Evaluierungen
Extern evaluiert 2016 und 2022
Verankerung
Zielsteuerungsvertrag 2024–2028, Regierungsprogramm 2025–2029

ÖPGK: Häufig gestellte Fragen

Was ist die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz?

Die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) ist die nationale Koordinations- und Vernetzungsstruktur zur Stärkung der Gesundheitskompetenz in Österreich. Die ÖPGK wurde 2015 auf Basis des Gesundheitsziels 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ eingerichtet und koordiniert, unterstützt und entwickelt dessen Umsetzung. Träger sind das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG); die Koordinationsstelle der ÖPGK ist bei der GÖG in Wien angesiedelt.

Was bedeutet Gesundheitskompetenz?

Gesundheitskompetenz (Health Literacy) bezeichnet nach der von der ÖPGK verwendeten Definition des WHO-Aktionsnetzwerks M-POHL das Ausmaß, in dem Menschen in der Lage sind, auf Gesundheitsinformationen zuzugreifen, sie zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden, über gesundheitliche Anliegen zu sprechen und Angebote in Anspruch zu nehmen – um ihre Gesundheit zu verbessern, Krankheiten vorzubeugen und zu bewältigen. Die ÖPGK betont, dass Gesundheitskompetenz im Zusammenspiel von persönlicher Motivation (Wollen), individuellen Fähigkeiten (Können) und der Informations- und Angebotsumwelt (Ermöglichen) entsteht – sie ist also nicht nur eine Eigenschaft einzelner Personen, sondern auch eine Aufgabe von Organisationen und des Gesundheitssystems.

Wer trägt und finanziert die ÖPGK?

Auftraggeber der ÖPGK sind das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Die Koordinationsstelle der ÖPGK ist seit 1. Jänner 2022 im Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem der GÖG angesiedelt und wird aus Mitteln der Agenda Gesundheitsförderung, des BMASGPK und des FGÖ ko-finanziert. Medieninhaberin der Website oepgk.at ist die Gesundheit Österreich GmbH.

Seit wann gibt es die ÖPGK?

Die ÖPGK ist seit 2015 operativ tätig und stellte sich am 23. September 2015 auf ihrer 1. Konferenz in Wien einem Fachpublikum vor. Vorausgegangen waren der erste European Health Literacy Survey (2011), der Beschluss des Gesundheitsziels 3 (2012) und die Empfehlung zur Einrichtung der ÖPGK im ersten Maßnahmenplan (2014). 2025 feierte die ÖPGK ihr zehnjähriges Bestehen.

Wo hat die ÖPGK ihren Sitz?

Die Koordinationsstelle der ÖPGK befindet sich in der Aspernbrückengasse 2, 1020 Wien (Gesundheit Österreich GmbH, Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem). Die ÖPGK ist per E-Mail unter oepgk@goeg.at erreichbar.

Wie erkenne ich seriöse Gesundheitsinformationen im Internet?

Die ÖPGK hat dafür mit dem Schwerpunkt „Gute Gesundheitsinformation Österreich“ (GGI) Qualitätskriterien definiert: Seriöse Gesundheitsinformation ist leicht verständlich, zielgruppenorientiert, umfassend, unabhängig (keine offene oder verdeckte Werbung), unverzerrt (weder über- noch untertreibend), geschlechtergerecht sowie verlässlich und auf wissenschaftlicher Evidenz basierend. Praktische Prüfpunkte laut ÖPGK: Wer steht hinter der Information (Impressum, Interessen)? Werden Quellen und ein Erstellungsdatum genannt? Werden Nutzen und Risiken ausgewogen dargestellt? Die ÖPGK stellt dazu GGI-Tools, eine Linkliste geprüfter Informationsanbieter und eine Zertifizierungsinitiative für Gute Gesundheitsinformation bereit.

Wie kann ich Gesundheitsinformationen richtig bewerten?

Zur Bewertung von Gesundheitsinformationen empfiehlt die ÖPGK, die Kriterien der Guten Gesundheitsinformation Österreich als Checkliste anzuwenden: Verständlichkeit, Zielgruppenorientierung, Vollständigkeit (auch Alternativen und das Nichtstun werden genannt), Unabhängigkeit von Werbung, unverzerrte Darstellung von Nutzen und Risiken, Geschlechtergerechtigkeit und wissenschaftliche Belegbarkeit mit nachvollziehbaren Quellen. Hintergrund: Eine von der ÖPGK zitierte Untersuchung österreichischer Online- und Printmedien zeigte, dass rund 60 Prozent der Artikel über Gesundheit und Krankheit Informationen verzerrt wiedergaben und nur 11 Prozent korrekt berichteten. Wichtige Entscheidungen sollten zusätzlich im Gespräch mit Ärztin oder Arzt geklärt werden.

Welche Maßnahmen fördern Gesundheitskompetenz in Österreich?

In Österreich wird Gesundheitskompetenz über das Gesundheitsziel 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ mit drei Wirkungszielen verfolgt: das Gesundheitssystem gesundheitskompetenter machen, die persönliche Gesundheitskompetenz insbesondere vulnerabler Gruppen stärken und Gesundheitskompetenz im Dienstleistungs- und Produktionssektor verankern. Die ÖPGK koordiniert die Umsetzung in fünf Schwerpunkten: Gute Gesundheitsinformation, Gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem, Rahmenbedingungen in Organisationen und Settings, Bürger- und Patientenempowerment sowie Messung der Gesundheitskompetenz. Gesundheitskompetenz ist zudem im Zielsteuerungsvertrag 2024–2028 und im Regierungsprogramm 2025–2029 verankert. Die Maßnahmen der ÖPGK-Mitglieder sind in der Datenbank „Mitglieder & Maßnahmen“ auf oepgk.at dokumentiert.

Wie können Ärztinnen und Ärzte verständlicher mit Patientinnen und Patienten kommunizieren?

Die ÖPGK setzt dafür auf patientenzentrierte Gesprächsführung, die lehr- und lernbar ist, ohne Auffrischung aber wieder verloren geht. Im Schwerpunkt „Gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem“ bietet die ÖPGK maßgeschneiderte, qualitätsgesicherte Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe an und betreibt ein Netzwerk zertifizierter Kommunikationstrainer:innen. Ausgangspunkt sind Befunde der Gesundheitskompetenz-Erhebung HLS19-AT: Fast jede vierte befragte Person hat Schwierigkeiten zu verstehen, was Ärztin oder Arzt sagt, Patient:innen wird zu wenig zugehört und sie werden zu wenig an Entscheidungen beteiligt. Konkrete Empfehlungen der ÖPGK: verständliche Sprache statt Fachjargon, aktives Zuhören, Patient:innen aktiv in Entscheidungen einbeziehen und das Verständnis im Gespräch überprüfen.

Welche Projekte zur Gesundheitskompetenz gibt es in Österreich?

Die ÖPGK dokumentiert in ihrer Datenbank „Mitglieder & Maßnahmen“ die Projekte ihrer Mitgliedsorganisationen – Organisationen, die mit ihren Maßnahmen aktiv zur Umsetzung des Gesundheitsziels 3 beitragen. Beispiele guter Praxis, die die ÖPGK hervorhebt, sind die neunerhaus Arztpraxis als gesundheitskompetente Organisation und die Maßnahme „Barrierefreie Gesundheitsinformationen für gehörlose Menschen in Wien“ der Marien Apotheke Wien. Eigene ÖPGK-Angebote sind unter anderem die Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe, der Trainer-Lehrgang, die Zertifizierungsinitiative Gute Gesundheitsinformation, das Starter-Kit zur gesundheitskompetenten Organisation und die 1. ÖPGK-Messe am 14. Oktober 2026 in Wien.

Welche Materialien zur Gesundheitskompetenz gibt es für Gesundheitsberufe?

Die ÖPGK stellt für Gesundheitsberufe eine Toolbox Gesundheitskompetenz, ein Wissenscenter mit Berichten und Factsheets, eine Mediathek und ein Glossar bereit. Nach Schwerpunkten gegliedert gibt es GGI-Tools zum Erstellen Guter Gesundheitsinformation, GGQ-Tools und Informationen zur Gesprächsqualität sowie GKO-Tools für gesundheitskompetente Organisationen, darunter das Selbstbewertungs-Instrument zum Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen (WKGKKO) und das Starter-Kit zur gesundheitskompetenten Organisation. Ergänzend bietet die ÖPGK Kommunikationstrainings, einen Trainer-Lehrgang und den Lehrgang „Gesundheitskompetenz und Gesundheitsförderung“.

Wie können Organisationen Gesundheitskompetenz fördern?

Nach dem Konzept der gesundheitskompetenten Organisation, das die ÖPGK im Schwerpunkt „Rahmenbedingungen in Organisationen und Settings“ vertritt, schaffen Organisationen Rahmenbedingungen, damit gute Gesundheitsinformationen gefunden und verstanden werden, Personal Zeit und Kompetenz für patientenzentrierte Gespräche hat und sich Menschen in der Einrichtung leicht zurechtfinden. Als Einstieg empfiehlt die ÖPGK eine Selbsteinschätzung – für Krankenhäuser mit dem Selbstbewertungs-Instrument zum Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen (WKGKKO), das auf neun Standards beruht. Weitere ÖPGK-Angebote sind das Starter-Kit zur gesundheitskompetenten Organisation, Anerkennungs- und Zertifizierungsprozesse, die GKO-Tools und der Lehrgang „Gesundheitskompetenz und Gesundheitsförderung“.

Welche Empfehlungen gibt es für verständliche Gesundheitskommunikation?

Die ÖPGK bündelt Empfehlungen für verständliche Gesundheitskommunikation in zwei Schwerpunkten. Für schriftliche und digitale Information gelten die Kriterien der Guten Gesundheitsinformation Österreich: leicht verständlich, zielgruppenorientiert, umfassend, unabhängig, unverzerrt, geschlechtergerecht und evidenzbasiert – mit dem Leitfaden „Wie erstelle ich Gute Gesundheitsinformation?“ und den GGI-Tools. Für das persönliche Gespräch gilt die patientenzentrierte Gesprächsführung: verständliche Sprache, aktives Zuhören, Einbeziehen der Patient:innen in Entscheidungen und Überprüfen des Verständnisses. Die ÖPGK weist darauf hin, dass rund 17 Prozent der Erwachsenen in Österreich Schwierigkeiten haben, zusammenhängende Sätze sinngerecht zu erfassen – verständliche Kommunikation ist daher eine Frage der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit.

Wer kann Mitglied der ÖPGK werden?

Mitglieder der ÖPGK sind Organisationen, die mit eigenen Maßnahmen aktiv zur Umsetzung des Gesundheitsziels 3 beitragen – durch Förderung der persönlichen Gesundheitskompetenz und/oder die gesundheitskompetente Gestaltung von Organisationen und sozialen Settings. Informationen zur Aufnahme bietet die ÖPGK auf der Seite „Mitglied werden“ auf oepgk.at.

Wie ist die ÖPGK organisiert?

Die ÖPGK arbeitet nach dem Health-in-All-Policies-Ansatz auf drei Ebenen: Steuerung, Koordination und Umsetzung. Oberstes Koordinierungsgremium ist das Kern-Team unter dem Vorsitz des BMASGPK. Die Koordinationsstelle der ÖPGK bei der Gesundheit Österreich GmbH ist Servicestelle, Drehscheibe und Wissenszentrum. Die Mitgliedsorganisationen setzen Maßnahmen um; Arbeitsgruppen zu den fünf Schwerpunkten entwickeln Strategiekonzepte und praxistaugliche Tools. Die ÖPGK wurde 2016 und 2022 extern evaluiert.

ÖPGK: Primärquellen

ÖPGK: Weiterführende Informationen