Tipps für den Umgang mit Fake News

Desinformation im Zusammenhang mit Coronavirus


Im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus kommt es derzeit zu einem Anstieg an Falschmeldungen – so veröffentlichte etwa das französische Gesundheitsministerium eine Richtigstellung zu einer klar gesundheitsschädlichen Falschmeldung. Auch andere europäische Länder inkl. Österreich sahen sich zu ähnlichen Schritten gezwungen, nachdem vermehrt Falschmeldungen im Internet und Sozialen Medien kursierten. Ebenfalls sehr bedenklich ist, dass bereits erste Fake Online Shops bekannt geworden sind, die medizinische Produkte anbieten, aber nach Zahlung keine Ware liefern.

Studien belegen, dass die Verbreitung von Falschinformationen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten den Verlauf von Epidemien negativ beeinflussen und schwerwiegender machen können (vgl. Brainard et al 2019)

 

Wie kann man „Fake News“ erkennen?


Die österreichische Initiative www.saferinternet.at unterstützt bei der sicheren Nutzung des Internet. In Form einer interaktiven Checkliste werden zahlreiche Tipps, Erklärungen und Hilfestellungen beim Erkennen von Falschmeldungen angeboten:

  • Skeptisch sein
    Oft täuscht der erste Eindruck, weshalb Inhalte im Internet zunächst kritisch hinterfragt werden sollten.
  • Hoax-Datenbank verwenden
    Online-Dienste wie mimikama.at oder www.hoaxmap.org decken Falschmeldungen und Gerüchte auf.
  • Quellen überprüfen
    Nicht hinter jedem Online-Artikel steht eine gute Recherche – oder gute Absicht. Überlegen Sie, wer hinter einer Meldung steht und hinterfragen Sie die Motivation und Ziele der Autor/-innen.
  • Bilder überprüfen
    Bilder können gefälscht oder verändert sein. Sie können im Internet überprüft werden.
  • Gerüchte und Falschmeldungen aufzeigen
    Hinterfragen Sie öffentlich zweifelhafte Meldungen und stellen Sie auf sachliche Weise falsche Darstellungen richtig. Damit geben Sie besonders stillen Mitlesenden eine Orientierung und bestärken diese darin, derartige Meldungen in Zukunft zu hinterfragen.
  • Meldefunktionen nutzen
    In den meisten Sozialen Netzwerken können Sie ungeeignete Inhalte oder Spam-Nachrichten direkt an die Seitenbetreiber/-innen melden. Weitere Meldestellen finden Sie auf www.onlinesicherheit.gv.at

Einen spielerischen Zugang zum Thema ermöglicht zudem das Fake-News-Bingo von Saferinternet.at

 

Was kann man tun?


Das österreichische IKT-Sicherheitsportal www.onlinesicherheit.gv.at fungiert als zentrales Internetportal für Themen rund um die Sicherheit in der digitalen Welt, bietet aktuelle Informationen und eine Auflistung von Meldestellen, untergliedert nach jeweiligem Zuständigkeitsbereich.

Fake News melden bei MIMIKAMA – Der Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch ist seit 2019 Teil des europäischen Recherchenetzwerks zur Bekämpfung von Desinformation „SOMA“. Dieses unterstützt das „European Observatory against Desinformation“ und bekämpft Falschmeldungen im Internet.

 

Wo gibt es evidenzbasierte Gesundheitsinformationen im Internet?


 

Weitere Informationen


  • Auch der diesjährige Kongress von EUFEP (Europäisches Forum für evidenzbasierte Prävention) beschäftigte sich mit „(Un)seriösen Gesundheitsinformationen – Erkennen – Verstehen – Entscheiden“. Die Vortragsunterlagen und weitere Informationen finden Sie hier
  • Zum ÖPGK-Schwerpunkt „Gute Gesundheitsinformation Österreich“

 

Hintergrund


  • „Fake News“ also Desinformation im Internet, erlangten spätestens im Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl im November 2016 besondere Aufmerksamkeit (vgl. Martens et al 2018). Bereits 2015 befasste sich der Europäische Rat in seinen Schlussfolgerungen mit der Gefahr von Desinformationskampagnen im Internet und der Notwendigkeit weiterer Schritte zu deren Bekämpfung. Im „Aktionsplan gegen Desinformation“ definierte die Europäische Kommission schließlich im Jahr 2018, Desinformation als „nachweislich falsche oder irreführende Informationen, die mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns oder der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit konzipiert, vorgelegt und verbreitet werden und öffentlichen Schaden anrichten können. Unter „öffentlichem Schaden“ sind Bedrohungen für die demokratischen Prozesse sowie für öffentliche Güter wie die Gesundheit der Unionsbürgerinnen und -bürger, die Umwelt und die Sicherheit zu verstehen.“ (JOIN(2018) 36 final).
  • Saferinternet.at unterstützt vor allem Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Die Initiative wird von der Europäischen Union (Fazilität „Connecting Europe“) im Rahmen des Programms CEF Telecom/Safer Internet umgesetzt. Saferinternet.at bildet gemeinsam mit der Stopline (Meldestelle gegen Kinderpornografie und nationalsozialistische Wiederbetätigung) und 147 Rat auf Draht (Telefonhilfe für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen) das „Safer Internet Centre Austria“. Es ist der österreichische Partner im Safer Internet Netzwerk der EU (Insafe).

 

Zum Weiterlesen


Autorin: Jennifer Sommer
Erstellt am: 19.03.2020
02.04.2020

Diesen Beitrag fand ich ...

35 0
Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen? Bitte informieren Sie uns unter oepgk@goeg.at.
« zurück