Expertenaustausch in Sachen Gesundheitskompetenz mit der Schweiz

Expertentreffen Österreich Schweiz

Das Anfang des Jahres gestartete und gemeinsam von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich und der Careum Stiftung getragene Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» will mit Praxisprojekten und Kampagnen dazu beitragen, die Gesundheitskompetenz der Zürcher Bevölkerung und der  dortigen Gesundheitsversorger zu stärken. Eines dieser Projekte ist „Selbstcheck Gesundheitskompetente Organisation“, das in in Kooperation mit Praxispartnern aus der medizinischen und pflegerischen Grundversorgung durchgeführt wird.

Hochrangige Expertinnen und Experten der beiden Einrichtungen waren am 25. März 2019 zu Gast in Wien und folgten der Einladung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger zu einem Fachaustausch mit ihren österreichischen Kolleginnen und Kollegen, um praxistaugliche und wirksame Ansätze zur breiten Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz zu identifizieren.

„Mit dem Interesse an Gesundheitskompetenz ist die Schweiz in bester Gesellschaft: National wie international werden die Bedeutung der Gesundheitskompetenz erkannt und Aktivitäten gestartet. Nicht nur vergleichbare Nachbarländer, wie z. B. Deutschland und Österreich, befassen sich damit. Es handelt sich um eine große, länderübergreifende Bewegung. Für den offenen Erfahrungsaustausch mit den Verantwortlichen für die Gesundheitskompetenz in Österreich sind wir sehr dankbar, denn die weit fortgeschrittenen Aktivitäten in Österreich haben Vorbildcharakter für die Schweiz und den Kanton Zürich.“, betonen Dr. Katrin Gehring (Gesundheitsdirektion des Kanton Zürich), Dr. Dominique Vogt und Dr. Saskia Gehrig (beide Careum Stiftung) im Rahmen des Expertenaustausches in Wien.

Vorstellung der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz

„Der wechselseitige Erfahrungsaustausch und die Kooperation mit nationalen und internationalen Akteurinnen und Akteuren ist unerlässlich, um Problemfelder und effektive Verbesserungsansätze zu identifizieren und eine breite und wirksame Umsetzung von Maßnahmen zu befördern. Denn Gesundheitskompetenz betrifft viele Bereiche unserer Gesellschaft. Mit der seit 2014 bestehenden Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz – kurz ÖPGK – gibt es eine nationale Koordinationsstruktur, die die Umsetzung des Gesundheitsziels 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ unterstützt und die unterschiedlichen Sektoren im Sinne einer partizipativen Gestaltung in die Arbeit der ÖPGK einbezieht. Die laufende österreichische Gesundheitsreform „Zielsteuerung-Gesundheit“ hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die zentralen Akteure des Gesundheitssystems – Bund, Länder und Sozialversicherung – systematisch und gemeinsam an der Verbesserung der Gesundheitskompetenz arbeiten. Nicht zuletzt deswegen gilt Österreich in Europa auf diesem Gebiet als Vorzeigeland. Der österreichisch-schweizerische Erfahrungsaustausch ist neben der engeren Vernetzung auch in Bezug auf das Voneinander-Lernen wichtig, um langfristig die Entwicklung und Etablierung von Gesundheitskompetenz in Österreich und darüber hinaus zu unterstützen“, betont die Vorsitzende der ÖPGK, Dr. Christina Dietscher, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Sozialversicherung leistet wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz ist ein wichtiges Thema in Rahmen der Zielsteuerung Gesundheit, das wir gemeinsam mit dem Bund und den Ländern bearbeiten. Gute Gesundheitskompetenz ist wichtig für die Gesundheit sowie das Wohlbefinden.  Seit 2009 beschäftigte sich der Hauptverband mit Ansatzpunkten die organisationale und individuelle Gesundheitskompetenz zu stärken. Neben strategischen Projekten wie dem Train-the Trainer zur Verbesserung der Gesprächsqualität oder der Integration der Thematik in Rahmen der Primärversorgung, setzt der Hauptverband zahlreiche Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Gesundheitskompetenz um. Die „Methodenbox“ und das Gesundheitskompetenzcoaching sind hierbei wichtige Beispiele, wie sich die Sozialversicherung auch im eigenen Wirkungsbereich strukturiert mit der Stärkung der Gesundheitskompetenz befasst. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Informationen für Versicherte, die nicht nur qualitätsvolle Inhalte umfassen, sondern auch verständlich, ansprechend und zielgruppenorientiert sind – wie etwa die „Faktenbox. Informiert entscheiden!“, gibt Mag. Stefan Spitzbart seitens des Hauptverbandes einen kurzen Überblick über das umfassende Angebot der österreichischen Sozialversicherung.

Regionales Beispiel: Steiermark stärkt Gesundheitskompetenz durch flächendeckende Kampagne und weitere gezielte Maßnahmen

„Um die Gesundheitskompetenz der Steirerinnen und Steirer zu fördern, müssen Maßnahmen auf zwei Seiten getroffen werden: Auf der einen Seite muss das Gesundheitssystem verständlicher werden und auf der anderen Seite muss jeder Einzelne in Hinblick auf sein Wissen, seine Fähigkeiten und seine Motivation gestärkt werden, Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen. Nur wenn beide Seiten an einem Strang ziehen und zu einer Sprache finden, können informierte Entscheidungen getroffen werden. Der Gesundheitsfonds Steiermark hat daher mehrere Maßnahmen gestartet. Dazu zählen etwa Förderungen für innovative Projekte zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz und eine neue Webseite – gesund-informiert.at. Wir arbeiten daran, das Gesundheitssystem für die Menschen verständlicher zu machen, damit ihnen die Entscheidungen leichter fallen. Informationen, die der Gesundheit  nützen, sollen einfacher zu verstehen sein.“, gibt Mag. Sandra Marczik-Zettinig, MPH, einen Überblick über die Aktivitäten des Gesundheitsfonds Steiermark.

Weitere Informationen:

Webseite des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger

Webseite Gesundheitskompetenz Zürich

Webseite gesund informiert

29.03.2019

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