Europäisches WHO-Netzwerk zur Messung von Gesundheitskompetenz erfolgreich gestartet

oepgk beitrag bild 4 european network on measuring

Ende Februar fand in Wien das international beachtete Start-Treffen des „Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy“ statt. An zwei Tagen setzten 37 Expertinnen und Experten aus 19 Ländern wichtige Schritte zur Vorbereitung der nächsten internationalen Gesundheitskompetenz-Studie.

Das Netzwerk unter Schirmherrschaft der European Health Information Initiative (EHII) der WHO-Euro hat das Ziel, eine nächste europäische Gesundheitskompetenz-Befragung für 2019 vorzubereiten. Dafür gilt es Verbesserungsbereiche zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zur Bearbeitung vorzuschlagen und in Umsetzung zu bringen. Ein wichtiges Handlungsfeld wird dabei die organisationale Gesundheitskompetenz sein, d.h. die Gestaltung von Rahmenbedingungen für Gesundheitskompetenz in Organisationen und im System der Gesundheitsversorgung, aber auch in anderen Sektoren wie z.B. im Bildungsbereich.

An dem Treffen in Wien nahmen 37 Expertinnen und Experten aus 19 Ländern, sowie je eine Vertreterin der WHO Europa, der OECD und der internationalen Health Behaviour in School-Aged Children (HBSC) Studie teil. In ihren Begrüßungsworten betonte Dr. Claudia Stein (WHO-Euro, EHII) die Bedeutung dieses Netzwerks für die europäische WHO-Region mit Hinblick auf die Vernetzung zu anderen WHO-Strategien und dankte Österreich sehr herzlich für die Gastgeberschaft.

Den inhaltlichen Rahmen für das zweitägige Meeting bildeten Vorträge von

  • Joanna Inchley (University of St. Andrews, Schottland) zur Struktur der HBSC-Studie,
  • Liliane Moreira (OECD, Paris) zu den vorläufigen Ergebnissen einer Befragung der OECD-Mitgliedsstaaten zu ihren Aktivitäten im Bereich Gesundheitskompetenz,
  • Gillian Rowlands (University of Newcastle, England) zu den vorläufigen Ergebnissen einer Evidenz-Synthese des Health Evidence Networks (HEN) der WHO-Euro zu wirksamen Politiken im Bereich Gesundheitskompetenz,
  • Jürgen Pelikan (Gesundheit Österreich GmbH, Wien) zur ersten europäischen Gesundheitskompetenz-Erhebung und
  • Christina Dietscher (BMASGK, Wien) zu Zielen und Arbeitsweise des neuen Netzwerks.

Zwei Untergruppen bearbeiteten wissenschaftliche Fragen und  gesundheitspolitische Aufgabenstellungen zur Vorbereitung der nächsten, 2019 geplanten, international vergleichenden Gesundheitskompetenz-Studie. Das Treffen schloss mit der Verabschiedung eines „Vienna Statement on the Measurement of Health Literacy in Europe“, mit der Vereinbarung nächster Schritte auf internationaler und nationaler Ebene. Das nächste Treffen der Gruppe  wird Ende August in der Schweiz stattfinden, wo bereits konkrete Festlegungen für das Studiendesign der Erhebung 2019 getroffen werden.

 

Autorin: Christina Dietscher, geschäftsführende Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Vorsitzende der ÖPGK

05.03.2018

Diesen Beitrag fand ich ...

0 0
Ist Ihnen ein Fehler aufgefallen? Bitte informieren Sie uns unter oepgk@goeg.at.

Kategorien:

Aktuelles