Brücken bauen – von der Evidenz zum Patientenwohl

Gute Gesundheitsinformationen oder Fake News. Informierte Patientinnen und Patienten als Zukunftsvision. Die ÖPGK gestaltete die diesjährige Tagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin in Graz mit.

Die 19. Jahrestagung – Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin war dem Brücken bauen – von der Evidenz zum Patientenwohl gewidmet. Der Kongress bot von 08. bis 10. März 2018 in Graz ein abwechslungsreiches Programm zu den Themen Finden und Erkennen von guter Gesundheitsinformation, Patientensicherheit und Patientenpartizipation. Die Veranstaltung richtete sich an Gesundheitsdienstleister ebenso wie an Journalistinnen/Journalisten und andere interessierte Personen.

Sowohl Mitglieder der ÖPGK als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Koordinationsstelle setzten sich in vier Workshops für gute Gesundheitsinformationen und gute Gesprächsqualität im Gesundheitssystem ein.

Gute Gesundheitsinformationen erkennen, erstellen und verbreiten

Bernd Kerschner (Donau Universität Krems, Mitglied der ÖPGK), bot Journalistinnen/Journalisten gemeinsam mit Andrea Siebenhofer-Kroitzsch (Medizinische Universität Graz) und Gerd Antes (Cochrane Deutschland) Hilfestellung im Unterscheiden von vertrauenswürdigen Pressemitteilungen und medizinischen Unwahrheiten. Außerdem diskutierte Kerschner gemeinsam mit Klaus Koch (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Deutschland) und zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeiten, Anbieter guter Gesundheitsinformationen stärker zu vernetzen.

Der Workshop zur Guten Gesundheitsinformation Österreich sorgte für großes Interesse bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Felice Gallé (Frauengesundheitszentrum, Graz) und Andrea Niemann (Koordinationsstelle ÖPGK) präsentierten viele Praxisbeispiele zu den 15 Qualitätskriterien. Außerdem zeigten sie, wie Folder, Broschüren oder Webseiten leicht verständlich und zielgruppengerecht umgesetzt werden können. Erste Einrichtungen, wie medizin-transparent.at oder das Frauengesundheitszentrum in Graz haben außerdem bereits Methodenpapiere erstellt und sich damit entschieden, künftig ihre Gesundheitsinformationen qualitätsgesichert zu erstellen.

Die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten stärken

Marcus Raedelli (Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Universität Köln), Fülöp Scheibler (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein) und Peter Nowak (Koordinationsstelle ÖPGK) diskutierten mit ihren Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ansätze zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten und präsentierten dabei Praxisbeispiele aus Österreich und Deutschland: Die Messung von Gesundheitskompetenz in der Hausarztpraxis, die Verwendung von Entscheidungshilfen im Arzt-Patient-Gespräch und die bundesweite Entwicklung von Gesprächsqualität in Österreich. Im Mittelpunkt standen vor allem Fragen der praktischen Implementierung von guter Gesprächsführung im Versorgungsalltag.

Die Gute Gesundheitsinformation Österreich und die Verbesserung der Gesprächsqualität im Gesundheitssystem sind Schwerpunkte der ÖPGK.

 

zur Nachlese des EbM-Kongresses 2018

 

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