DiGeKo chronisch Kranker

Langtitel: Digitale Gesundheitskompetenz von Menschen mit chronischen Erkrankungen fördern
Einrichtung: FH Gesundheitsberufe OÖ, Studiengang Ergotherapie
zuständige Leiterin: Mag.a Sabine Dielacher
Website der Einrichtung: www.fh-gesundheitsberufe.at
Maßnahmenkoordinatorin: Dr. Renate Ruckser-Scherb, MSc
(geplante) Laufzeit: 01. März 2021 bis 30. Juni 2023
Status: laufend

Ausgangslage:


Weltweit steigt die Anzahl chronischer Erkrankungen, die betroffenen Menschen weisen oft  eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz auf. In den letzten Jahren ist es deutlich einfacher  geworden an Gesundheitsinformationen zu gelangen. Allerdings können viele Personen weder  die Qualität der gefundenen Information beurteilen noch viele der medizinischen Begriffe verstehen. Digitale Gesundheitskompetenz besteht aus mehreren Komponenten wie zum  Beispiel: lesen und verstehen, den PC oder Tablet bedienen, im Internet surfen, Informationen  auf Vertrauenswürdigkeit überprüfen usw. Besonders Menschen mit chronischen  Erkrankungen benötigen verschiedenste Informationen und Fertigkeiten, um mit ihrer  Erkrankung zurecht zu kommen. Ohne diese Fertigkeiten sind die Betroffenen meist nicht in  der Lage, Optionen abzuschätzen, zu vergleichen, selbstbestimmt gute Entscheidungen zu  treffen und somit ihre Gesundheit und Lebensqualität positiv zu beeinflussen.

 

Zielsetzung der Maßnahme:


Das Ziel des Projektes ist die Befähigung chronisch kranker Menschen – durch Verbesserung  des Zugangs zu relevanten digitalen Informationen – ihren Alltag gesundheitsbewusst zu gestalten. Durch Empowerment erlangen sie mehr Autonomie und Selbstbestimmung – ihre  digitale Gesundheitskompetenz wird gestärkt.
▪ Die Teilnehmer*innen wissen, wie sie Informationen im Internet suchen bzw.  beschaffen können (welche Browser, Suchmaschinen, Websites geeignet sind, Einsatz  von Suchbegriffen).
▪ Sie benutzen Übersetzungsprogramme für medizinische Begriffe oder englische Texte  sowie Nachschlagewerke (zB. Pschyrembel online) um gefundene Informationen zu verstehen.
▪ Die Teilnehmer*innen beurteilen die gefundenen Gesundheitsinformationen anhand einer Checkliste bzgl. Qualität.

 

Methodik:


Das Angebot zielgruppenspezifischer 90 min-Workshops zielt auf die Befähigung zur Anwendung von „3 Fragen für meine Gesundheit“ ab. Die Rekrutierung erfolgt über Selbsthilfegruppen und Gesundheitsprofessionist*innen.

1. Termin (in Präsenz)
▪ Begrüßung, Klärung von Anliegen/Fragen, Ausgabe Handout
▪ Input zu Suchprozess (Suchmaschinen, Suchbegriffe)
▪ Vorstellung von Unterstützungsmöglichkeiten (Übersetzungsprogramme für englische Seiten, für Arztbriefe, Nachschlagwerke…)
▪ Praktische Erprobung der Suche und Übersetzung (individuelle Betreuung, besonders  bei geringen PC-Kenntnissen)
▪ Teach back, Fragen klären

2. Termin (Videokonferenz)
▪ Begrüßung, Hilfestellung bei Benutzungsschwierigkeiten (Chat benutzen…)
▪ Erfahrungsaustausch
▪ Vorstellung „Checkliste zur Websitebewertung“ + empfehlenswerter Gesundheitswebsites
▪ Checklistenerprobung
▪ Überlegungen zur praktischen Anwendung der Gesundheitsinfo (ask me 3)
▪ Feedbackrunde

3. Messung der digitalen GeKo (online)

 

Beitrag zu Wirkungsziel 2:


Die Workshops vermitteln Kompetenzen wie das Beschaffen von Informationen (wie/ wo suchen), Verstehen dieser Informationen (Übersetzung Fachbegriffe) und Beurteilen von Informationen (Vertrauenswürdigkeit, Qualität) als Basis für die Anwendung im Alltag. Die Teilnahme befähigt chronisch Kranke, Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen zu finden, besser informiert zu sein und vor allem die Fähigkeit zur kritischen Bewertung von Gesundheitsinformationen. Eine gesundheitsbewusste Anwendung der Erkenntnisse im Alltag wird durch Einbindung des Konzepts „3 Fragen für meine Gesundheit“ erleichtert. Wer um Chancen, Risiken oder Folgen weiß, kann aktiv Gesundheitsentscheidungen treffen, den eigenen Gesundheitszustand kontrollieren und das Gesundheitsverhalten anpassen. Dies verringert auch eventuelle gesundheitliche Ungleichheit und unterstützt den Prozess des
„shared decision making“. So wird ihre Autonomie und Selbstbestimmung und in Folge die Lebensqualität gestärkt.

 

Zielgruppen:


▪ Zielgruppen im Setting Familie: Menschen mit Behinderung/chronischer/schwerer Erkrankung
▪ Zielgruppen im Setting Gemeinde/Stadtviertel: Menschen mit Behinderung/chronischer/schwerer Erkrankung
▪ Zielgruppen im Setting Gesundheits- und Sozialwesen/ (öffentliche) Dienstleistungen: Patientinnen/Patienten, Klientinnen/Klienten

15.09.2021

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