Statements aus dem Kern-Team

Im Kern-Team der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) sind Organisationen aus unterschiedlichen Politikfeldern vertreten. Die Statements aus dem Kern-Team zeigen, dass Gesundheitskompetenz in vielen Bereichen der Politik und Gesellschaft verankert ist.

 Vertreterinnnen im Kern-Team aus dem Kreis der ÖPGK-Mitglieder

(gewählt für die Periode 2016 bis 2019)

 

„Als Kommunikationswissenschafterin sind Gesundheitskommunikation und Gesundheitsinformation für mich Herzensthemen.“

Felice GalléGesundheitskompetenz war ein wesentliches Anliegen der Frauengesundheitsbewegung, lange bevor es den Begriff gab. Das Frauengesundheitszentrum entwickelt konsequent zielgruppenspezifische Angebote, um die Health Literacy von Frauen und Männern zu stärken. Auch Health Literate Organizations sind regelmäßig Ziel von (Kooperations-)Projekten.

Mag.a Dr.in Felice Gallé, Frauengesundheitszentrum, Graz

 

„Die Jugendarbeit in Österreich fördert Gesundheit und schafft gesundheitskompetente Strukturen für Jugendliche und deren soziale Welten.“

Daniela Kern-StoiberJugendliche in Österreich,  vor allem Mädchen und Burschen aus bildungsfernen und sozioökonomisch benachteiligten Lebenskontexten, weisen im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union eine geringe Gesundheitskompetenz auf. Die Offene Jugendarbeit hat in Kooperation mit den Jugendinfos wesentliche Kriterien zur gesundheitskompetenten Jugendeinrichtung definiert und setzt diese systematisch um.

Mag.a Daniela Kern-Stoiber, MSc, bOJA – Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit

 

„Gesundheitskompetenz bedeutet, dass Patientinnen und Patienten mit dem guten Gefühl heimgehen, zu wissen, worum es geht und was die nächsten Schritte sein werden.“

Sandra Stuiber-Poirson neunerhaus Arztpraxis und neunerhaus Zahnarztpraxis versorgen täglich neben PatientInnen aus der Wiener Wohnungslosenhilfe auch nicht versicherte Menschen aus EU-Staaten oder Menschen mit Fluchthintergrund. Für eine wirksame Behandlung ist das Sprachverständnis von zentraler Bedeutung. Wir arbeiten gezielt am Abbau von sprachlichen Barrieren und berücksichtigen den kulturellen Hintergrund der PatientInnen hinsichtlich ihres Verständnisses von Krankheit und Gesundheit.

Mag.a Sandra Stuiber-Poirson, neunerhaus – Hilfe für obdachlose Menschen

 

„Unser interdisziplinäres Team arbeitet in Kooperation mit Kindergärten, Schulen, Gemeinden und Betrieben daran, Gesundheitskompetenz und Lebensqualität zu fördern.“

Inge Zelinka-Roitner © Stiefkind FotografieWir setzen dabei an der Gestaltung der Lebensbedingungen an, die auch den Lebensstil beeinflussen und widmen uns Themen wie gesundem Essen und Trinken, Zahngesundheit, Bewegung, psychosozialer Gesundheit sowie der Förderung von Gemeinschaft und sozialem Zusammenhalt. Wichtig ist uns, die Menschen zu beteiligen und durch Fachberatung, Coaching, Projektentwicklung und -management, Moderationen und Qualifikationen die Ressourcen in den Lebenswelten zu stärken.

Mag.a Dr.in Inge Zelinka-Roitner, Styria vitalis

 

Vorsitzende der ÖPGK

„Wichtige Voraussetzung für Gesundheit“

„Gesundheitskompetenz ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit. Sie hängt sowohl von unseren persönlichen Fähigkeiten ab, als auch von zahlreichen Rahmenbedingungen in der Gesellschaft und im Gesundheitssystem. Mit der ÖPGK leisten wir einen bundesweiten Beitrag zur Verbesserung der Chancen für gute Gesundheitskompetenz in allen Gruppen der Bevölkerung. Insbesondere setzen wir uns für den Einsatz und die Verbreitung qualitativ hochwertiger, gut verständlicher und leicht zugänglicher Gesundheitsinformationen sowie für gute Orientierung im Gesundheitssystem ein.“

Abteilungsleiterin, Mag.Dr.in Christina Dietscher, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Vorsitzende der ÖPGK

 

Vertreterinnen und Vertreter der Vertragspartner der Bundes-Zielsteuerung

„Zentrale Fähigkeit für ein selbstbestimmtes Leben“

„Gesundheitskompetenz ist eine zentrale Fähigkeit für ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Zur Erlangung dieser Kompetenz ist einerseits das Individuum selbst und andererseits die Gesellschaft, insbesondere die Professionistinnen und Professionisten im Gesundheitswesen, verantwortlich. Die Einrichtung der ÖPGK leistet dazu einen bedeutenden Beitrag.“

Mag.a Monika Gebetsberger, PM.ME., Amt der Oberösterreichischen Landesregierung

 

„Lebenswelten und Gesundheitssystem verständlicher machen“

„Seit 2010 arbeiten wir als Sozialversicherung partnerschaftlich mit Bund und Ländern an einer umfassenden Gesundheitsreform. Die Handlungsfelder zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz wurden durch die Gesundheitsziele aufgezeigt. Dabei geht es immer auch um die Fragen wie das System gestaltet ist und wie sich die Menschen darin zurechtfinden können. Die Stärkung der Gesundheitskompetenz hat dabei immer zwei Seiten. Die Optimierung des Systems und die Stärkung der Kompetenz des Individuums.
Wir setzen bei der Idee an, dass man Systeme und Organisation so gestalten kann, dass sie für alle leicht zu verstehen sind. Einfache und verständliche Informationen, Leitsysteme und konkrete Orientierungssysteme sind hier konkrete Beispiele. Weiters versuchen wir mit gezielten Angeboten die Gesundheitskompetenz der Versicherten zu fördern. Beispiele hierfür sind die Broschüre „Kompetent als Patientin und Patient“ oder Gesundheitskompetenz-Coachings für Versicherte. Gesundheitskompetenz-Coaching fokussiert auf den Einzelnen und will den Versicherten in der Arzt/Patienten-Kommunikation und in der Bewertung von Informationen stärken.“

Dr. Josef Probst, Generaldirektor beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

 

Vertreterinnen und Vertreter der Health in All Policy-Partner

„Vernetzung von Sozialem und Gesundheit“

„Soziales und Gesundheit sind zwei Querschnittsmaterien, die in der Realität kaum trennbar sind. Die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz fördert die Vernetzung beider Themen und das ist aus Sicht des Sozialministeriums der besondere Mehrwert daran.“

Mag.a Anna Riebenbauer, Sozialministerium

 

„Lesekompetenz als wesentliche Voraussetzung“

„Health literacy hat als wesentliche Voraussetzung die reading literacy, Lesekompetenz, der im Bildungs- und Erziehungsauftrag der österreichischen Schule ein besonders hoher Stellenwert zukommt. Die ÖPGK ist ein Motor, um darüber hinaus durch gezielte Maßnahmen im Bildungsbereich auch zu größerer Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung beizutragen.“

Dr.in Elisabeth Wilkens, Bundesministerium für Bildung

 

„Gemeinsam Gesundheitskompetenz vermitteln“

„Die Vermittlung von Gesundheitskompetenz an Kinder und Jugendliche ist nicht nur eine wichtige Aufgabe für Eltern. Es braucht eine Vielzahl von Vermittlerinnen/Vermittlern, wie Kindergarten, Schule und außerschulische Kinder- und Jugendarbeit. Die Plattform Gesundheitskompetenz bietet die Möglichkeit, dass sich diese Einrichtungen handlungs- und politikfeldübergreifend kennenlernen, voneinander lernen und im besten Fall sogar zusammenarbeiten.“

Robert Lender, Bundesministerium für Familien und Jugend