Schwerpunkt 2016

Der erste Schwerpunkt der ÖPGK widmet sich dem Thema Kommunikation. Die ÖPGK sieht Bedarf an Initiativen sowohl zur Verbesserung persönlicher kommunikativer Kompetenzen als auch zur einfacheren Nutzung des Behandlungs- und Versorgungssystems sowie von Gesundheitsinformationen aus anderen Sektoren. Kommunikation ist ein Motor für Gesundheitskompetenz.

Unter Gesundheitskompetenz versteht man das Wissen, die Motivation und  die Fähigkeit, Informationen in Bezug auf Gesundheitsförderung, Prävention und Krankenbehandlung, zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden (Sørensen et al. 2012). Dazu braucht es

  • Empowerment und persönliche Kompetenzen – allen voran die kommunikative Fähigkeit zu lesen und zu verstehen – sowie
  • förderliche Rahmenbedingungen wie etwa Informationen in verständlicher Sprache.

Kommunikation im Fokus

Kommunikation kann verschiedene Kanäle und Medien nutzen. Dabei stellen sich Fragen wie:

  • Welche Kriterien gibt es für leichten Zugang und gute Verständlichkeit von Informationen?
  • Durch welche Rahmenbedingungen kann Kommunikation unterstützt werden?
  • Wie können Nutzerinnen/Nutzer in die Verbesserung der Kommunikationsqualität einbezogen werden? Und welcher Nutzen ist von derartigen Maßnahmen zu erwarten?

Bedürfnisse der Zielgruppen berücksichtigen

Gute Kommunikation berücksichtigt die Bedürfnisse spezifischer Zielgruppen. So empfiehlt sich gendergerechte Kommunikation, um den unterschiedlichen Kommunikationsbedürfnissen von Frauen und Männern Rechnung zu tragen. Zudem sind auch unterschiedliche Bedarfe hinsichtlich Gesundheitskompetenz in verschiedenen Lebensphasen (z.B. Pubertät, Elternschaft, Alter) zu finden. Um die gesundheitsbezogene Kommunikation mit Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Asylwerberinnen und Asylwerbern zu verbessern, sind ebenso spezifische Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Verbesserung gesundheitsbezogener Kommunikation

Die ÖPGK wird sich diesem Jahresschwerpunkt insbesondere auf ihrer Jahreskonferenz, in Newsletter-Beiträgen sowie durch einen Fokus bei der Identifikation von Modellen guter Praxis widmen. Das Ziel, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken, wird durch die Verbesserung von gesundheitsbezogener Kommunikation in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen maßgeblich unterstützt. Unmittelbare positive Ergebnisse durch die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Kommunikation zeigen sich in umfangreicherem Wissen sowie durch gesteigerte Motivation hinsichtlich gesundheitsrelevantem Handeln. Entscheidungen in Bezug auf Gesundheit können so im Alltag besser getroffen werden. Dies gilt ebenso für Behandlungen beim Arzt oder im Krankenhaus: Behandlungen können erleichtert und Behandlungsergebnisse optimiert werden.

 


Sørensen, K., Van den Broucke, S., Fullam, J., Doyle, G., Pelikan, J., Slonska, Z., Brand, H. (2012): Health literacy and public health: A systematic review and integration of definitions and models. BMC Public Health, 12, 80.