Im Fokus: Qualität und Vertrauen in Gesundheitsinformationen stärken
Die digitale Transformation führt zu fundamentalen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Diese betreffen in besonderem Maß auch die Verfügbarkeit und Qualität von Gesundheitsinformationen und -angeboten sowie den Umgang damit. Der D-A-CH Dialog für Gesundheitskompetenz 2025 zielte darauf ab, potenzielle Herausforderungen und Lösungen zu Fragen zu diskutieren, die die Länder des deutschsprachigen Raums gemeinsam betreffen:
- Was sind die Chancen und Risiken der zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitssystems für die Vermittlung Guter Gesundheitsinformationen als Basis für Gesundheitskompetenz?
- Wie erreichen Gute Gesundheitsinformationen trotz digitaler Informationsflut ihre Zielgruppen?
- Wie können wissenschaftsbasierte Informationen im digitalen Zeitalter sichtbar und relevant gemacht und Fehl- und Desinformationen verdrängt werden?
- Welche Qualitätskriterien sind für (digitale) Gesundheitsinformationen wichtig und wie erkennen Nutzer:innen vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen?
- Welche neuen Ansätze und Regulierungen fördern die digitale Gesundheitskompetenz und welche Politikbereiche sind relevant?
Was ist zu tun?
Die Ergebnisse der spannenden Diskussionen sind in einem Ergebnispapier zusammengefasst. Folgende Handlungsempfehlungen wurden abgeleitet:
- Qualität von Guten Gesundheitsinformationen sicherstellen und regulieren
- Weiterentwicklung von Qualitätskriterien für Gesundheitsinformationen sowie eine damit verbundene Zertifizierung von Anbieterinnen und Anbietern, um Gute Gesundheitsinformationen für die Bevölkerung leichter identifizierbar zu machen
- Etablierung einer D-A-CH-Marke, die Gesundheitsinformationen unterschiedlicher Anbieter:innen beherbergen könnte
- Regulierung von Gesundheitsinformationen auf großen Plattformen durch Anreize oder Sanktionen für Qualitätssicherung (z. B. durch gesetzliche Vorgaben analog zur DSGVO, die eine Haftung für die Verbreitung von Fehl- und Desinformationen beinhalten)
- Regulierungen und Bewusstseinsstärkung hinsichtlich Transparenz bei Interessenkonflikten und Werbung
- Vertrauen stärken
- One-Voice-Policy, um dem fehlenden/verminderten Vertrauen im öffentlichen Sektor zu begegnen
- Stärkung der digitalen Kompetenz und der Medienkompetenz
- bei der Bevölkerung: Aufklärungsarbeit in Schulen; Checklisten zur Überprüfung der Qualität von Gesundheitsinformationen; Gütesiegel für qualitätsvolle Gesundheitsinformation
- bei Informationsanbieterinnen und -anbietern: Zertifizierungsangebote für Gesundheitsinformationsanbieter:innen; Verständnis für Social-Media-Algorithmen etablieren, damit wissenschaftlich fundierte Profile sichtbar bleiben
- Stärkung der Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen
- Kritisches Denken und Hinterfragen von Gesundheitsinformationen sind ein wichtiges Element digitaler Grundbildung und daher ebenso in die Curricula aufzunehmen.
- Gesundheitsinformationen attraktiv aufbereiten sowie Einbettung von Guten Gesundheitsinformationen in den Bereich des Verbraucherschutzes
- effektive Kommunikation wissenschaftlicher Daten
- Aufklärung über die Mechanismen der Wissenschaft und den stets vorläufigen Charakter wissenschaftlichen Wissens in der Bevölkerung
- Schaffung geeigneter Kanäle für Forscher:innen und zielgruppengerechte Dissemination von Forschungsergebnissen
- verstärkte Nutzung von Social-Media-Techniken, Werbe- und Marketingmethoden, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppen zu gewinnen und Bewusstsein für qualitativ hochwertige Alternativen zu schaffen:
- knappe, für kurze Aufmerksamkeitsspannen optimierte Botschaften
- transparente und ehrliche Botschaften, die nicht Unsicherheit in den Fokus rücken
- Aufbau vertrauenswürdiger Moderatorinnen und Moderatoren oder Hosts
- überlegter Einsatz von Testimonials und prominenten Persönlichkeiten
- Einbindung der Zielgruppen
- zielgruppenspezifische Ansprache
- gute Usability sowie möglichst leicht verständliche audiovisuelle Inhalte
- Wiederholung und Kontinuität als Voraussetzung für Reichweite und Durchdringung
Die Resonanz auf den D-A-CH Dialog 2025 zeigt deutlich: Der Bedarf an einem länderübergreifenden Austausch zu Fragen der Gesundheitskompetenz im digitalen Raum und darüber hinaus ist groß – und die Bereitschaft, gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten, ebenso.
Die Fortsetzung des D-A-CH Dialogs wurde daher von den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern sehr begrüßt. Der kontinuierliche Austausch soll dazu beitragen, die Herausforderungen der digitalen Transformation im Gesundheitsbereich weiterhin effektiv zu adressieren und aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen sowie im internationalen Raum gezielt aufzugreifen.